Wo war ich – Kameras mit GPS-Tracking

07.03.2013
Wenn der moderne Mensch mal nicht überwacht wird, dann überwacht er sich am liebsten selbst.

Fotografie ist trotz des Objektivs vorne drauf meist eine recht subjektive Angelegenheit. In Bildbesprechungen geht es dann schon auch mal darum, welchen Standpunkt der Fotograf einnimmt. Wir wissen es jetzt endlich, denn viele moderne Kameras verfügen mittlerweile auch über die Möglichkeit, genau den zu ermitteln. GPS-Tracking erobert die Fotowelt.

GPS goes Vollformat

Fotobuchautoren, die es früher ganz genau genommen haben, kamen vor lauter notieren kaum mehr zum Fotografieren. Heute ist das anders, die Angaben für Zeit und Blende stehen längst in den EXCIF-Daten und nun schickt sich die Fotowelt auch an, ihren Standpunkt in der realen Welt neu zu bestimmen. Immer mehr Kameras verfügen über ein GPS-Modul. Zuerst hielt dieses Feature seltsamerweise Einzug in die Ausstattungslisten der Kompaktkameras. Für Spiegelreflexmodelle musste man sich lange Zeit teuer im Zubehörbedarf eindecken, doch mittlerweile hat auch schon eine Vollformatkamera wie die neue EOS 6D GPS-Funktionalitäten eingebaut.

Das ganze Leben als Archiv

So werden jedem Bild die GPS-Daten der Aufnahmen mit eingeschrieben. Mit den Informationen können auch Programme wie Lightroom 4 etwas anfangen und anschließend verarbeiten. Das erleichtert das Verschlagworten im Archiv ungemein. Über die Loggerfunktion des GPS kann die Route nachvollzogen und über eine Map Utility Software angezeigt werden. Wer sich also abends fragt, warum ihm die Füße wehtun, obwohl er nur ein bisschen über den Montmartre geschlendert ist, der weiß dann anschließend kilometergenau warum. Das Aufzeichnen können auch externe GPS-Tracker übernehmen. Stecken die im Blitzschuh kommt der Impuls mit dem Auslösen und zu Hause wird dann über die aufgezeichnete Uhrzeit synchronisiert. Doof nur, wenn mal gleichzeitig noch blitzen möchte. Über die Zeit lassen sich auch nicht kameraspezifische GPS-Logger wie von i-gotU synchronisieren, die z.B. alle 15 Sekunden den Standort auslesen. Allerdings kann die dazugehörige Software nur mit JPGs und nicht mit RAWs etwas anfangen.

Let me be your satellite

Mal abgesehen davon, dass man auch nicht jedem mitteilen möchte wo man den ganzen Tag herumgelaufen ist und künftige heimliche Liebschaften spätestens beim Synchronisieren entdeckt werden können, gibt es auch andere Gründe die GPS-Funktion abzuschalten. Die braucht einfach ziemlich viel Strom. Gerade bei den eher schwachbrüstig akkuversorgten Kompaktkameramodellen mit dem Hang zur Dauerdisplayberieselung kann das Modul aus dem Weltraum die Laufzeit bis zu 30 % reduzieren. Spiegelreflexkameras sind dagegen in Sachen Stromversorgung naturgemäß robuster aufgestellt. Es gibt allerdings auch Staaten, die das Einschalten des GPS-Moduls gar nicht erst erlauben. Und so unterteilt sich die Kamerawelt mittlerweile in Hersteller, die ihre GPS-Signale z.B. in China bei einigen Kameras unterdrücken und andere, die entsprechenden Funktionalitäten nicht einschränken. Weshalb jetzt wohl alle Spione von Panasonic zu Olympus wechseln müssen...

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