Wissenswertes zu Serifenschriften

03.12.2009
Serif oder Sans Serif: Daran scheiden sich in der Typografie regelmäßig die Geister. Fest steht, dass Serifenschriften genauso ihre Vorteile haben wie ihre serifenlosen Verwandten.

Wie sind die Serifenschriften entstanden?

Es lässt sich heute nicht mehr sicher nachvollziehen, wie die Serifenschriften entstanden sind. Vermutet wird, dass sie beim Einmeißeln von Schriftzeichen in Stein aufgetaucht sind: Durch die Striche konnte der Meißel leichter angesetzt werden. Eine andere Theorie besagt, dass Serifen dem Verwenden von Tinte und Feder entsprungen sind. Auch die Gravurtechnik wird hin und wieder als Wiege der Serifenschriften genannt. Der Begriff „Serife“ kommt aus dem Französischen und bedeutet etwa „Füßchen“.

Welche Vorteile haben die Fonts?

Serifenschriften sollen bei großen Textmengen leichter zu lesen sein, da das Auge nicht so rasch ermüdet. Es wird durch die betonte Schriftlinie an der Zeile entlang geführt. Deshalb werden Romane und andere belletristische Werke in der Regel in Serifenschriften gesetzt. Neben den Serifen trägt zu diesem Effekt auch die unterschiedliche Schriftstärke bei. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten, Serifen auszugestalten – beispielsweise rund oder eckig, ausgeprägt oder zurückhaltend – lassen sich die Schriften individueller ausführen. Meist empfinden Leser Serifenschriften auch als wärmer, während serifenlose Schriften kühl wirken.

Gibt es auch Nachteile?

Durch die Serifen können kurze Informationen, die schnell erfasst werden müssen, verzerrt werden. Straßenschilder greifen aus diesem Grund auf serifenlose Schriften zurück. Auch Fakten, zum Beispiel in Sachbüchern, werden eher durch serifen- und damit „schnörkel“-lose Schriften vermittelt. Auch auf Webseiten wird in der Regel eher auf eine serifenlose Schrift zurück gegriffen.

Bekannte Serifenschriften

Zu den am meisten verbreiteten Serifenschriften zählen die Times und die schreibmaschinenartige Courier. Ebenso gehören zu den Serifenschriften die Centaur, Berkeley Old Style, die Garamond und die Palatino. Baskerville, Caslon und Didot heißen drei ältere Vertreter. Otl Aicher hat die Serifenschrift Rotis Serif entworfen, während von Adrian Frutiger die Egyptienne in diese Kategorie fällt.

Serifenschriften nach der DIN-Norm

Die DIN-Norm 16518 klassifiziert Schriften in elf Kategorien. Die Klasse 1 umfasst die Venezianische Renaissance-Antiqua mit abgerundeten Serifen, die schräg angesetzt werden. Gerundete Serifen sind ebenfalls ein Merkmal der Französischen Renaissance-Antiqua der Klasse 2. Serifen gibt es außerdem in der Barock-Antiqua, Gruppe 3, sowie ohne Rundungen in der Gruppe 4 der Klassizistischen Antiqua. Auch die Antiqua-Varianten der Klasse 7, die sich nicht genau zuordnen lassen, können Serifen enthalten; ebenso die fremdsprachlichen Schriften der Klasse 11.

Serifenbetonte Schriftenen

Die 5. Klasse der DIN-Norm enthält serifenbetonte Schriften. Sie umfasst die drei Untergruppen Egyptienne, Clarendon und Italienne. Eckige Übergänge zu den Serifen sind das wesentliche Merkmal der Egyptienne-Fonts. Abgerundete Serifen machen dagegen die Clarendon-Schriften aus. Schriften, bei denen die Serifen dicker als der Grundstrich sind, werden der Untergruppe der Italienne-Schriften zugerechnet.

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