WiFi muss mit, oder nicht?

07.02.2013
Der Mensch ist längst voll vernetzt, und bald wird es die Kamera auch sein.

Immer mehr Menschen fotografieren nur noch mit ihrem Handy. Aber sollten Kameras umgekehrt dann nicht auch telefonieren können? Noch ist es nicht soweit, aber viel fehlt nicht mehr. Wie haben uns umgesehen, was heute schon machbar, sinnvoll oder auch nur bescheuert ist.

App hurra

Sony hat mit dem NEX-System 2010 eine ganz neue Generation mit spiegellosen Systemkameras vorgestellt. Mit dem großen Sensor einer APS-C-Spiegelreflex, superschlankem Body und vergleichsweise großen Objektiven zeigen die Modelle schon rein äußerlich worauf es ankommt, eben auf hochwertige Optiken. Dumm nur, dass man die heute noch mit der Lupe in dem System suchen muss. Rettung naht, demnächst wird Zeiss eine eigene kleine Objektivreihe für die Japaner auflegen. Bis dahin hilft der neuen Sony NEX-5R eine James Bond Werbekampagne und viele kleine Apps, mit denen die Kamera im Sony Shop aufgepeppt werden kann. Allerdings schade wie begrenzt das Angebot ist. Da fragt man sich schon, warum die Zutaten nicht von Anfang an oder via Firmware-Update für jeden kostenlos verfügbar sein können.

Touch it

Apps akzeptiert auch die SONY NEX-6. Die verbessern zwar die Kamera, nicht aber unbedingt das Verhältnis zum Besitzer. Während die NEX-5R über einen resistiven Touchscreen verfügt, der zwar nicht ganz Stand der Smartphone-Technik ist, sich aber dafür noch gut mit Handschuhen bedienen lässt, ist die 6er-Variante ohne Touchdisplay ausgestattet. Sich damit ins hauseigene WLAN-Netz einzuwählen wird schnell zur Quälerei. Und will man mit der WIFI-Schnittstelle wirklich seine Bilder übertragen? Zumindest wenn die Speicherkarte fast voll ist, ist das gute alte Kartenlesegerät oder der Slot im Notebook doch die wesentlich komfortablere Variante. 16 Megapixel fordern eben ihren Tribut. Unterwegs kann das Ablegen in der Cloud allerdings schon ein großer Vorteil sein. Außerdem geht es auch andersrum. Man kann auch via Smartphone die Kamera steuern. Wenn also auf dem nächsten Gruppenbild einer nach unten auf sein Telefon starrt, dann ist das der Fotograf.

Die Fast-Handy-Cam

16 Megapixel hat auch die derzeit smartphonigste Kamera, die Samsung Galaxy Camera. Sie heißt nicht nur wie ein Handy, sie sieht von hinten auch so aus. Wischen ist possible. Eigentlich völlig unverständlich, dass sie nicht telefonieren kann. Dafür kann sie mit 23 mm Weitwinkel und 21fach Zoom besser fotografieren als iPhone und Co. 35 Features für die Bildbearbeitung unterwegs sind auch schon dabei. So stellen sich die Produktmanager von Google und Samsung auch vor, dass der hippe Großstädter gleich seine Bilder in die sozialen Netzwerke hochlädt. Nur warum er das tun sollte, steht nicht in den Pressemitteilungen. Mittels WLAN lassen sich auch Bilder direkt per Email verschicken.

Jelly Bean is not my girl...

Wieso äußert sich google in einer Pressemitteilung zu einer Samsung Kamera? Weil die Kamera mit dem google-Betriebssystem Android 4.1. Jelly Bean arbeitet. Da wundert es auch nicht, dass sie sich nicht nur ins heimische WLAN-Netz einwählt, sondern auch Kontakt zu benachbarten Galaxy-Handys sucht. Muss sie ja, sie kann ja nicht telefonieren. Dank Google ist dem boomenden App-Markt Tür und Tor geöffnet. Gerade wurden in China die ersten Vorabmodelle einer Systemkamera mit Wechseloptiken und Jelly Bean vorgestellt. Nur ob die Bildqualität gewinnt, wenn Kamerahersteller ihr bildnerisches Knowhow in Sachen Betriebssystem an eine Suchmaschine abgeben, muss vorerst offen bleiben. Wahrscheinlich finden wir dann zumindest unsere Bilder schneller wieder.

 

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