Wie schnell altert Papier?

24.05.2018
Auch Papier und Pappe haben ein Verfallsdatum. Die Lebensdauerklassen zeigen, wie lange die Bedruckstoffe halten werden.

Papier ist geduldig, Papier ist langlebig – aber es hält eben auch nicht ewig. Um einen Maßstab zu haben, wie lange Papier und Pappe bis zum beginnenden Verfall alterungsbeständig sind, wurden die so genannten Lebensdauerklassen eingeführt. Sie geben durch verschiedene Abstufungen eine grobe Orientierung. LASERLINE erklärt die Klassifikation.

Papierfraß

Säurefraß und Tintenfraß kann Papier sehr zusetzen und schneller altern lassen. Quelle: KaosShots / Pixabay

Einer der größten Feinde von Papier ist der Papierfraß, auch Papierzerfall oder Säurefraß genannt. Der Zerfall des Papiers wird durch die Säure ausgelöst, die Bestandteil seiner Herstellung war.

Betroffen sind besonders ältere Papiere, bei denen Zellulose noch nicht als Grundstoff verwendet wurde, sondern beispielsweise Lumpen oder Hadern. Auch Tierleim wurde früher oft eingesetzt.

1807 wurde dieser Leim durch eine Mischung von Harz mit Kalium-Aluminiumsulfat, dem Alaun, ersetzt. Er machte das Papier aber gleichzeitig „sauer“, der pH-Wert des Materials sinkt dadurch (pH-Wert zwischen 4,5 und 7) und nach gewisser Zeit werden die heute gängigen Zelluloseketten angegriffen.

Tintenfraß

Nicht nur die Stoffe, aus denen die Papiere hergestellt werden oder wurden, können das Material angreifen, sondern auch die Tinte.

Früher enthielten Tinten oft Gerbsäure und Eisensulfat, welche Tintenfraß verursachen. Die saure Tinte „fraß“ sich mit den Jahren durch das Papier und zerstörte es.

Heutige Papiersorten und Druckfarben vermeiden sowohl Säure- als auch Tintenfraß, indem durch Kreide oder Calciumcarbonat ein alkalisches Reservoir geschaffen wird. Dadurch halten die Papiere wesentlich länger.

Alterungsbeständiges Papier

Besonders alterungsbeständiges Papier besteht heute aus 100 Prozent gebleichtem Zellstoff und weist einen pH-Wert zwischen 7,5 und 9 auf.

Es sollte mindestens drei Prozent Calciumkarbonat enthalten, um den Säurewert positiv zu beeinflussen.

Je nach Herstellungsprozess beziehungsweise Inhaltsstoffen erfüllen Papiere verschiedene Lebensdauerklassen, kurz LDK genannt. Die Lebensdauerklassen stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Lebensdauerklassen

Um die Alterungsbeständigkeit zu definieren, wurde bei den Lebensdauerklassen (LDK) folgende Klassifikation aufgestellt:

  • LDK 6 bis 40: Mindestens 50 Jahre Lebensdauer
  • LDK 6 bis 70: Mindestens 100 Jahre Lebensdauer
  • LDK 12 bis 80: Einige 100 Jahre Lebensdauer
  • LDK 24 bis 85: Alterungsbeständige Papiere

Anforderungen an Papier

Bei der richtigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann Papier (auch Zeitungspapier) viele Jahrzehnte überdauern. Quelle: Felix Mittermeier / Pixabay

Es liegt auf der Hand, dass die Lebensdauerklasse zum Einsatzzweck des Papiers passen sollte.

In der Regel muss Zeitungspapier nicht alterungsbeständig sein, da es rasch wieder recycelt wird.

Dagegen vertrauen professionelle Archive auf alterungsbeständige Papier mit sehr hohen Lebensdauerklassen.

So werden diese Schriftstücke noch in mehreren hundert Jahren brauchbar sein und können von nachfolgenden Generationen gelesen werden.

 

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