Wenn die PDF-Vorschau flunkert

14.03.2019
Das Plakat ist gestaltet, das Druck-PDF geschrieben. Ein letzter Check und ab in die Druckerei. Moment: Was machen denn die feinen weißen Linien da? Ein Fehler?

Da sind sie schon wieder: Weiße Linien, hauchdünn. Aber sichtbar. Im Grafikprogramm ist die Gestaltung beziehungsweise die Datei einwandfrei. Die Linien tauchen nur im Druck-PDF auf.

Unsicherheit erwacht. Werden diese Linien mitgedruckt? Gab es beim Exportieren aus dem Grafikprogramm einen Fehler? Die Antwort lautet beide Male: Nein. Erleichterung. Es handelt sich schlicht um einen Darstellungsfehler.

Den meisten Anwendern wird diese Nachricht genügen. Wer es jedoch genauer wissen möchte, muss sich mit der Transparenzreduzierung und dem Aliasing beschäftigen. Denn diese beiden Aspekte sind bei dem unerwünschten Anzeigeeffekt maßgeblich.

Transparenzen reduzieren

Man spricht von Transparenzen, wenn Objekte mit unterschiedlicher Deckkraft im Grafikprogramm übereinanderliegen. Das kann bei Flächen der Fall sein, bei Konturen, aber auch bei Text. Auch Effekte wie der Schlagschatten lassen sich in verschiedenen Deckkräften anlegen.

Die oft als Fehler interpretierten Linien in den betroffenen Druck-PDFs sind nur an den Kanten von sogenannten Transparenzreduzierungen zu sehen. Diese entstehen beim Exportieren einer Datei zum Beispiel aus Adobe InDesign in ein PDF.

Dabei werden transparent angelegte, sich überlappende Objekte auseinandergeschnitten und auf einer Ebene wieder zusammengesetzt. Also auf eine Ebene reduziert.

Automatisches Reduzieren

Exportiert man eine Grafikdatei in ein PDF/X-1a oder PDF/X-3, findet das Reduzieren automatisch statt. Denn Transparenzen sind bei diesen beiden Formaten nicht erlaubt. Im Gegensatz zum neueren Standard PDF/X-4.

Die Unterschiede der drei Standards liegen nicht nur in der automatischen Transparenzreduzierung, sondern auch in den akzeptierten Farbräumen und im möglichen Bearbeiten der PDF-Dateien.

Am flexibelsten ist PDF/X-4. Allerdings fordert das neuere Format auch mehr Wissen. Und vor allem steigen damit die Fehlerquellen durch den Anwender. Deswegen fordern viele Druckereien als Datei ein PDF/X-1a oder PDF/X-3.

Treppchen wegglätten

Wie kommt es nun aber zu der fehlerhaften Anzeige im Acrobat Reader? Grob gesagt: Es liegt an der Bildschirmauflösung, die den eigentlichen Daten nicht gerecht wird – also zu niedrig ist.

Das Ergebnis sind kleine Treppenstufen. Man spricht auch von Aliasing. Das Programm kann die Stufen glätten. Ziel ist dann, die Linien weich durchlaufend anzuzeigen.

Das Glätten wirkt sich jedoch auch an den Kanten der Transparenzreduzierung aus. Und das erzeugt in der Bildschirmansicht die feinen weißen Linien.

Häkchen weg – Linien weg

Um die weißen Linien verschwinden zu lassen, muss man beim PDF ins Menü „Voreinstellungen_Seitenanzeige_Rendern“ gehen. Dort entfernen Sie das Häkchen bei „Vektorgrafiken glätten“. Und weg sind die weißen Linien.

Sollte sich das Häkchen nicht entfernen lassen, könnte es sein, dass das Feld „2D-Grafikbeschleunigung verwenden“ aktiviert ist, das sich ebenfalls unter „Rendern“ befindet. Dieses Feld aktiviert automatisch „Vektorgrafiken glätten“ und „Bilder glätten“.

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