Was ist ein Aufzug?

28.05.2019
Ein „Aufzug“ im herkömmlichen Sinne ist jedem ein Begriff. Aber der Name „Aufzug“ im Druckwesen bringt meistens doch ein Fragezeichen mit sich.

Was genau versteht man unter einem Aufzug und warum ist dieser wichtig?

Die Definition des Aufzugs

Der Aufzug ist ein Überzug des Druckzylinders (Druckprinzip: Zylinder gegen Fläche) oder eines Tiegels (Druckprinzip: Fläche gegen Fläche). Dieser Überzug kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen, meistens aus Karton bzw. Papier, aber auch aus Pergament, Leder oder Gummi.

Man kann den Aufzug auch gleichsetzen mit einer Art Deckbogen, bestehend aus einem bspw. Karton, und zum Teil mehrerer Unterlagenbögen aus zum Beispiel Seidenpapier.

Aus der Art und Menge der Unterlagsbögen unterscheidet man zwischen einem harten oder weichen Aufzug.

Quelle: LASERLINE

Die Aufgabe des Aufzugs

Der Aufzug ist aus der Geschichte des Buchdrucks entstanden und ist wie eine Art Mittler, zwischen dem harten Stahl des Druckzylinders oder des Tiegels und der eigentlichen Druckform.

Er ist flexibel und dient als Schutz der empfindlichen Bleibuchstaben (Bleiletter) vor dem Gegendruckkörper. Bei einer Druckplatte ist nicht alles in der gleichen Schriftart und -größe gesetzt.

So braucht man bei dünnen Linien und feine Schriften eine geringe Druckkraft auf der einen Seite, auf der anderen Seite bei flächige Bildteile und fette große Schriften viel Druckkraft.

Die Zurichtung als Teil des Aufzugs

Hier kommt nun die Zurichtung ins Spiel, eine weitere Lage des Aufzugs, die die Feinanpassung und Feinabstimmung der Druckkraftverteilung der Druckmaschine übernimmt.

Dabei unterscheidet man zwischen der Plattenzurichtung (Anpassung der Druckform), der Ausgleichszurichtung (Ausgleich der Druckkraft über die gesamte Fläche der Druckform) und der Kraftzurichtung (Anpassung der Druckkraft an die Druckform).

Bei der Ausgleichszurichtung werden dabei im Aufzug Teile, die mehr Druckkraft benötigen, mit Seidenpapier hinterlegt.

Der Aufzug in verschiedenen Verfahrenstechniken

In anderen Verfahrenstechniken, wie zum Beispiel dem Prägefoliendruck, spielt der Aufzug ebenfalls noch eine der wichtigsten Rollen. Eine Gegendruckform (Patrize) herzustellen ist mit heutigen Fertigungstechniken nicht mehr ganz so zeitaufwendig wie damals.

Der Knackpunkt ist hier der Arbeitsvorgang der Zurichtung. Nur wenn die Zurichtung unter dem Aufzugsmaterial richtig angelegt ist, funktioniert die Gegendruckform funktionsgerecht.

Das bedeutet, dass die Gegendruckform einen ausreichenden Anpressdruck aufbaut, um zum Beispiel eine gut haftende Prägefolienübertragung zu ermöglichen.

Werden Sie ein Teil unserer Welt!

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.