Von Land zu Land verschieden

07.11.2013
Feinheiten in der Typografie sind nicht in jedem Land gleich. Was muss man bei internationalen Dokumenten beachten?

Anführungszeichen sind ein gutes Beispiel für die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern: Sie werden in deutsch- und englischsprachigen Dokumenten auf verschiedene Weise verwendet. Es gibt jedoch noch mehr kleine Feinheiten, die im Deutschen anders gehandhabt werden als bei fremdsprachlichen Texten. Der Unterscheid mag vielen Lesern nicht auffallen, eine korrekte Umsetzung der landesüblichen typographischen Unterschiede ist dennoch unerlässlich.

Doppelte An- und Abführungszeichen

 Quelle: pan/Pixelio.de

Im europäischen Raum unterscheidet sich die Verwendung von An- und Abführungszeichen deutlich. In Deutschland stehen doppelte Gänsefüßchen als Anführungszeichen unten und als Abführungszeichen oben.

Die Anführungszeichen gehen von oben rechts nach unten links wie ein Komma, die Abführungszeichen von unten links nach oben rechts. In England verwendet man ebenfalls doppelte Zeichen, die jedoch in beiden Fällen oben stehen: einmal von unten rechts nach oben links und einmal von oben rechts nach unten links.

In Frankreich und der Schweiz sind die Gänsefüßchen dagegen nicht verbreitet; hier kommen Möwchen zum Einsatz. Als Anführungszeichen öffnen sie sich nach rechts, als Abführungszeichen nach links, sie klammern also quasi den Text ein.

Ganz anders in Italien: Hier stehen die Anführungszeichen in Überschriften oben, die Abführungszeichen unten.

Einfache An- und Abführungszeichen

Nicht nur doppelte An- und Abführungszeichen unterscheiden sich in den Ländern. Auch die einfachen Ausführungen werden verschieden umgesetzt. In Deutschland sieht das Anführungszeichen aus wie ein Komma, das Abführungszeichen reicht von rechts unten nach links oben.

In England gibt es hingegen zwei Varianten. Bei beiden stehen die Zeichen oben: Einmal von links unten nach rechts oben als An- und Abführungszeichen; einmal von links unten nach rechts oben und von rechts oben nach links unten. Frankreich und die Schweiz nutzen einfach Möwchen, in Italien kommen die doppelten Möwchen zum Einsatz.

Akzente in Fremdsprachen

 Quelle: tokamuwi/Pixelio.de

Was im Deutschen die Umlaute sind, sind in verschiedenen Ländern entsprechende Buchstaben oder Akzente – im Französischen beispielsweise Akut und Gravis. Der Akut, im Original „accent aigu“ genannt, wird als kurzer Strich von links unten nach rechts oben über dem Buchstaben ausgeführt. Er ist das Gegenstück zum Gravis („accent grave“), der genau andersherum verläuft.

Beide kennzeichnen die Art und Weise, wie der Buchstabe ausgesprochen beziehungsweise betont wird. Verschiedene Sprachen setzen auch das Häkchen ein: Es krümmt sich unter der Mitte des Buchstabens nach links, erinnert von der Form her an eine Fünf. Für das Verständnis dieser Sprachen ist es unerlässlich, dass die Akzente im Layout korrekt ausgeführt werden.

Weitere diakritische Zeichen

Zu den Zeichen, die die Betonung und Aussprache verdeutlichen, gehören weitere Vertreter. Man nennt sie in der Gesamtheit diakritische Zeichen. Dazu zählt auch der Hatschek, ein nach oben offener Winkel über dem Buchstaben (beispielsweise im Tschechischen).

Sein Gegenstück ist der Zirkumflex in der französischen Sprache. Ist das Dach über dem Buchstaben nicht rund, sondern spitz, spricht man von einem Breve. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass die verwendete Schrift diese Zeichen als Sonderzeichen unterstützt.

 

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