Vom neuen Boom der Sofortbildfotografie

26.03.2015
Um ein Bild gleich nach der Aufnahme sehen zu können, braucht man dafür seit 1947 kein Display. Die Sofortbildfotografie boomt wieder.

Papa, warum kann ich das Bild nicht sehen? Väter heute antworten vermutlich: Weil der Akku leer ist! Edwin Land half 1947 keine Steckdose. Der geniale Marketingmann musste für seine Tochter erst die Sofortbildkamera erfinden. Jahrzehntelang stand Polaroid für das schnelle und nicht ganz perfekte Bild auf Partys wie im Fotostudio. Lange schien es so, dass die noch viel schnellere Digitalfotografie das Sofortbild überflüssig machen würde. Es ist anders gekommen.

Die Geschichte

 Quelle: Kesberger


Die ersten Polaroid-Filme waren zunächst Schwarzweiß. Erst ab 1963 wurde es farbig. Das Positiv musste nach der automatisch einsetzenden Entwicklung vom Negativ getrennt werden und das Negativ wurde entsorgt, was nicht nur die amerikanischen Nationalparks mit Müllbergen überschwemmte. Auch um das zu verhindern kam 1972 mit dem SX70 der erste Integralfilm heraus. Nachdem das Blatt mit dem charakteristischen weißen Rand aus der Kamera gesurrt war, musste man nur eine Minute warten und fertig war's. Fertig war aber auch Polaroid 2008 mit der Produktion der Filme und zwar nicht weil zu wenig, sondern mehr verkauft wurde, als die kalkulierten Bestände hergaben. Zu der Zeit ging Polaroid auch im kriminellen Schneeballsystem von Thomas Petters unter, bis nur noch der Name und eine seltsame Digitalkamera mit eingebautem Drucker übrig war.

Nichts ist unmöglich

 Quelle: Kesberger


Als im Polaroidwerk in Enschede die Maschinen demontiert werden sollten, weigerten sich die Arbeiter. Zum Glück. Millionen von Polaroidkameras wären sonst filmlos. Gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern hat Florian Kaps die Produktion nach zwei Jahren wieder in Gang gesetzt. Da es viele Zulieferer und Materialien nicht mehr gab, musste das komplette Verfahren neu aufgesetzt werden. Zur Markteinführung waren die Impossible-Filme noch längst nicht perfekt, aber perfekt ist die digitale Fotografie ja schon. Von mal zu mal ist die Qualität der SX70- und 600er Filme in Schwarzweiß und Farbe besser geworden und mittlerweile gibt es auch neue Produkte wie einen Sofortbildbelichter für iPhone und Co quasi als Reality-App.

Die scharfen Brüder

 Quelle: Fujifilm


Wer technisch perfekte Sofortbilder will, kann auch zu Fuji greifen. Die Japaner bieten gleich zwei Formate und zahlreiche Kameras an. Auf der letzten Photokina auf der man ja eigentlich News im Megapixelrennen erwartet hätte , präsentierte Fuji einen riesigen, verspielten, reinen Sofortbildladen. Wem der Look der Kameras zu klobig oder zu kindisch ist, der findet bei Lomo zahlreiche Möglichkeiten die gleichen Fujifilme für charmantere Kameras wie Diana und die Lomo'Instant zu nutzen. Da kommen dann wenigstens wieder ein paar optische Fehler ins Bild.

The Look for analogue Love

 Quelle: fotopioniere.com


Aber warum soll man sich das überhaupt antun? Zwischen 80 Cent und 2,50 ¤ für ein Bild zu zahlen, dass digital ganz umsonst zu posten ist. Vielleicht weil es den Wert des Bildes steigert, wenn es auch etwas kostet. Sicher weil man ein richtiges Foto auch anfassen können sollte und ganz besonders, weil es ein Unikat ist. Bei der Entwicklung zuzugucken macht einfach mehr Spaß als auf ein Display zu starren. Der Look eines Polas lässt sich auch per App digital nachahmen, aber die Einzigartigkeit bleibt einzig. Nie war das Unikat wichtiger als heute im Zeitalter des Copy-and-paste. Außerdem sehen die Bilder mit dem weißen Rand einfach gut aus.

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