Graphic Recording, Sketchnotes, Visual Facilitation – Visual Thinking ist angesagt

12.12.2019
Rund 60-65% der Bevölkerung denken visuell. Nur etwa 25% denken ausschließlich in Worten.

Um etwas besser verständlich zu machen, hilft es also, den Sachverhalt bildlich darzustellen und damit eine Kombination aus Worten, Symbolen, Farben und Bildern zu schaffen. Alle diese Bezeichnungen haben also mit einer Form von „Visualisierung“ zu tun.

Es gibt viele verschiedene Bezeichnungen für „Visual Thinking“. Es fallen Begriffe wie Visualisierung, Illustration, Graphic Recording, Visual (Graphic) Facilitation oder auch Sketchnotes. All diese Bezeichnungen haben eines gemeinsam: einen komplexen Inhalt leicht verständlich wiedergeben.

Bei den einen ist es Ziel, etwas zu protokollieren, damit man im Späteren leichter Inhalte wieder in Erinnerung rufen kann (zum Beispiel beim Graphic Recording), bei dem anderen steht die Kunst, Ausdruck sowie Ausarbeitung im Vordergrund (Illustration).

Um Dinge besser verständlich zu machen, hilft es, den Sachverhalt bildlich darzustellen.Quelle: Rebekka Ludwig

Illustration

Bei einer Illustration wird Inhalt visualisiert. Die Illustration hat dabei die Aufgabe, den Inhalt bildlich darzustellen und damit zu erläutern und zu erklären.

Es ist ein eigenes Arbeitsfeld und jeder Illustrator wird für seinen speziellen Stil (zum Beispiel Zeichenstil) gebucht.

So wie jeder von uns anders denkt, interpretiert jeder auch Inhalt anders und hat eine eigene Ausdrucksform.

Bei einer Illustration wird der Inhalt bildlich dargestellt, um ihn somit zu erklären.Quelle: Balazs Ketyi / Unsplash

Infografik

Bei einer Infografik geht es darum, reine Daten und Gesamtzusammenhänge besser als nur in Textform zu visualisieren.

Es kann eine Kombination aus Text, Tabellen, Diagrammen, Symbolen, Formen, Farben und Bildern sein.

Anders als bei der Illustration geht es nicht um einen besonderen Zeichenstil, sondern eher um eine Form, wie man Zusammenhänge klar darstellt und einen komplexen Inhalt leicht verständlich aufbereitet.

Bei der Infografik geht es darum, Zusammenhänge klar darzustellen und einen komplexen Inhalt leicht verständlich aufzubereiten.Quelle: Almariel1 / Pixabay

Sketchnotes

Sketchnotes helfen einem meist für private Zwecke, um Klarheit zu schaffen, ob bei einer ToDo-Liste, einem Brainstorming, oder einem Meeting, in dem man sitzt oder einer Reiseplanung.

Man kann es sowohl mit Stift und Papier oder digital festhalten, aber meistens im kleineren Formaten wie einem Notizbuch.

Mit Text, Farben, Formen, Symbolen und einfachsten Darstellungen kann man sich behelfen. Es geht darum, schnell Gedanken zu sortieren.

Sketchnotes helfen, Klarheit zu schaffen: Als ToDo-Liste, beim Brainstorming oder bei einem Meeting.Quelle: Rebekka Ludwig

Graphic Recording und Facilitation

Zuhören. Denken. Zeichnen. Das sind die drei Oberbegriffe, wenn es um Graphic Recording und Facilitation geht. Und dabei sind alle drei Bereiche gleich wichtig.

Das Zeichnen ist am Ende das, was jeder sieht, aber genauso wichtig ist es, das Gesagte zu verstehen, indem man zuhört und so klar wie möglich wider gibt, indem man darüber nachdenkt, wie man es veranschaulichen kann.

Beim Graphic Recording arbeitet man meist im Großformat. Aufgabe ist es, einen Vortrag bspw. auf einer Konferenz zu protokollieren, und das live vor den Zuhörern. Das kann mit Markern auf einer Papierwand passieren, aber auch digital am Tablet, was live über einen Bildschirm oder Beamer für die Zuschauer übertragen wird.

Der Graphic Recorder muss dabei unparteiisch und objektiv sein. Er hört nur zu, denkt und zeichnet. Es ist ein Werkzeug, um im Späteren für die Teilnehmer die Erinnerung anzukurbeln und sich mit Hilfe dieser visuellen Protokolle das Meeting, den Vortrag einer Konferenz etc. wieder besser ins Gedächtnis zu rufen.

Bei dem Graphic (Visual) Facilitator kommt eine Fähigkeit mit dazu. Er ist wie ein Prozessbegleiter und kann aktiv in den Prozess eingreifen und gestaltet ihn mit. Er schafft Klarheit, bei zum Beispiel einem Meeting.

Er hilft der Gruppe bei der Zusammenarbeit, da er die Gedanken und Ideen, Aufgaben und Probleme bildlich festhält und am Ende durch das Protokollieren ein Zusammenhang entsteht. Es macht die Kommunikation um einiges effektiver.

Sowohl beim Graphic Recorder als auch beim Graphic Facilitater ist es wie beim Anlegen von Sketchnotes: es geht darum, etwas klar zu machen, auf das Wesentliche zu reduzieren.

Man kann sich hier schon mit einfachsten Formen, Symbolen und Elementen behelfen, die für jedermann zu erkennen sein müssen, meist aber nicht aufwendig gezeichnet sind.

Bei Graphic Recording und Facilitation geht es um Zuhören, Denken und Zeichnen.Quelle: Die Gestalten Verlag

Fazit

Visual Thinking hilft uns dabei, einen klaren Blick auf das Problem zu bekommen. Auch für einen selber hilft es – bspw. mit einer Sketchnote – eine Situation visuell aufzubereiten, um sich ein Gesamtbild zu machen und den Blick damit zu schärfen und Klarheit zu schaffen.

Wichtig dabei ist vor allem eines: jede Form des „Visual Thinkings“ soll helfen. Im Vordergrund steht, etwas einfach visuell auf den Punkt zu bekommen.

Ein Vorteil ist sicherlich, wenn man gut zeichnen kann. Aber auch jeder andere kann sich mit einfachsten Elementen und Hilfsmitteln (Symbolen, Farben und Formen) ausdrücken.

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