Vier Neuheiten InDesign CS3

08.06.2006
Adobe wagt einen ungewöhnlichen Schritt und verrät wegen dem aktuellen QuarkXPress 7 vier Neuheiten von InDesign CS3, das erst Mitte 2007 erscheinen wird ...

Man könnte Adobe eigentlich "schmallippig" nennen, zumindest was das Ausplaudern von Informationen über Produktneuheiten anbelangt. Umso überraschender ist daher die jetzt gezeigte Offenherzigkeit, mit der das Unternehmen einer InDesign-Gerüchteseite gleich vier geplante Neuheiten von InDesign CS3 erläutert. Und das nur vier Tage nach der Veröffentlichung von QuarkXPress 7 und mehr als ein Jahr vor Erscheinen der Programmversion. Denn Quark scheint den Konkurrenten mit Version 7 überholt zu haben, so dass man sich bei Adobe zu solch drastischen Schritten entschied.

Adobes bisheriges Vorgehen

Bislang hielt sich Adobe mit Bekanntgabe von Neuheiten von Versionssprüngen stark zurück. Jeder Tester, jeder Journalist und jeder Programmierer wurde zu absoluter Geheimhaltung gezwungen, was die Produktmöglichkeiten einer neuen Version von Adobes Produkten anging. Zwar wird jede dieser Versionen im Vorfeld eifrig getestet, Buchautoren erhalten Sie zum Schreiben ihrer Werke und Betanutzer können sich daran austoben, doch keiner von ihnen durfte vor der offiziellen Vorstellung auch nur ein Gerücht über die Neuerungen in Umlauf bringen. Das war Adobes bisherige Politik, die auch von jedem penibelst eingehalten wurde.

Adobes Angriff auf QuarkXPress 7

Jetzt aber bricht Adobe mit seinen eigenen Regeln und geht damit zum Angriff auf die Konkurrenz über. Das Mittel hierzu ist denkbar einfach: Einer InDesign-Gerüchteseite verrät man vier Neuheiten der nächsten Version von Adobes InDesign CS3. Einer Version wohlgemerkt, die frühestens im zweiten Halbjahr 2007 erscheinen wird. Äussert "unorthodox" nennen das die Medien, denn traditionell ist Adobe mehr als schmallippig, was derartige Informationen angeht. Doch die Veröffentlichung von QuarkXPress 7 scheint zu diesem Schritt zu zwingen. Dieses ist am 23. Mai offiziell für Windows und PowerPC-Macs vorgestellt worden. Und wie der Pressesprecher von Quark bestätigt, steht die derzeit nur in einer Betaversion verfügbare Universal Binary des Programms (läuft sowohl auf PowerPC- als auch Intel-Macs) in wenigen Wochen, voraussichtlich Anfang August, zur Verfügung. InDesign aber läuft weiterhin als Rosetta-Emulation auf den Intel-Macs und ist damit geschwindikeitstechnisch deutlich im Nachteil gegenüber QuarkXpress 7. Deshalb greift Adobe nun zu dem Mittel der Veröffentlichung von Geheimnissen.

Vier Neuheiten von InDesign CS3

Im zweiten Halbjahr 2007 wird InDesign CS3 erscheinen: Vollkommen neu und für Mac-Anwender auch als Universal Binary zur Verfügung stehend soll es dann mehr als nur einige wenige Neuheiten geben. InDesign soll besser als gut werden. Und Adobe versprach in einem exklusiven Gespräch mit der Website InDesignSecrets schon jetzt vier besonders interessante Features. Eines davon nennt Adobe "Object Effects". Eine Funktion, die Photoshop-ähnliche Effekte auf InDesign-Objekte erlaubt. Darunter fällt dann natürlich auch Text, der inneren Schatten, Hervorhebungen oder eine Fräskante erhalten kann. Zudem sind ab InDesign CS3 auch Transparenz-Effekte bei Objektfüllungen, -rändern oder -hintergründen beliebiger Form möglich. Und das Arbeiten mit mehreren Dokumenten soll wesentlich komfortabler werden, als dies bisher der Fall war. Hierbei lassen sich mehrere Objekte zunächst auswählen und dann mit nur einigen Klicks gesamt in ein Dokument einfügen. Hierzu bietet InDesign CS3 in Mauszeigernähe ein kleines Vorschaubild, mit dem man erkennt, welches Objekt man wohin platziert. Zwischen den ausgewählten Objekten lässt sich dann beliebig mit den Pfeiltasten vor dem eigentlichen Einfügen rotieren. Platzieren von Objekt für Objekt ist damit passé.

Adobes Erfolge

So vollmundig sich das ansonsten schmallippige Unternehmen aber auch gibt, wundert sich die Nutzergemeinde doch darüber. Denn zusammen mit dem Ausplaudern der "Top Secrets" der neuen Version verkündete Adobe auch, dass InDesign CS2 vor allem im Magazin-Markt einen hohen Nutzeranteil hat, der stetig steige. Zudem konnte man dank der Übernahme von Macromedia und trotz noch nicht vorhandener Universal Binary-Versionen von Adobes Creative Suite 2 auf ein Rekordquartal die Umsätze betreffend zurückblicken. Deshalb bleibt die neue Offenherzigkeit von Adobe weiterhin ein Rätsel. Das aber vielleicht darin begründet liegt, dass Quark nicht nur beim Kundenservice einiges dazugelernt hat, sondern mit XPress 7 einen durchaus ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem Markt platzieren konnte.

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