Typografie für kleine Screens

06.09.2018
Je kleiner ein Bildschirm ist, desto schlichter und klarer sollten seine Inhalte sein. Eine der wichtigsten Herausforderungen ist dabei die Typografie. Nur mit der richtigen Schrift lassen sich Wearables wie Smartwatches optimal nutzen.

Es vibriert am Handgelenk. Eine Nachricht oder eine E-Mail kündigen sich an. Ein schneller Blick, alles klar. Weiter geht’s. Beim Einkaufen, beim Mittagessen, beim Umsteigen. Der Smartwatch-User will Informationen, wenn er unterwegs ist. Deswegen muss alles schnell gehen. Leicht erfassbar sein. Selbst wenn er mal sitzt – und über die Uhr ins Internet geht. Damit das Spaß macht, sich der Anwender also Zeit nimmt, müssen die Inhalte passend gestaltet sein. Auch, was die Typografie angeht.

Gute Typografie für digitale Inhalte

Im Print war eine gut gesetzte Schrift schon immer Standard. Und auch im Internet findet man immer häufiger Webseiten mit einer typografisch hohen Qualität, zumindest wenn man sie am Desktop oder Tablet liest. Weil es mehr digital geeignete Schriften gibt und weil Designer zunehmend mehr über das Lesen am Bildschirm wissen. Ebenfalls ein Pluspunkt in Sachen Entwicklung ist das responsive Design von Webseiten. Also das optische und zum Teil inhaltliche Anpassen – abhängig davon, ob man am Desktop sitzt oder Tablet beziehungsweise Smartphone in der Hand hält.

5 Typo-Tipps für kleine Screens

Die jüngste Herausforderung ist der Screen von Wearables. Mit einem Blick müssen auf kleinstem Raum Informationen wahrgenommen werden. Die Typografie entscheidet oft, ob das gelingt. Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Screen ist, desto schlichter muss die Optik sein. Gleichgültig, ob die von Webseiten oder von Apps.

TIPP 1 Breiter ist besser: Achten Sie bei kleinen Schriftgraden auf die Laufweite. Damit die Buchstaben nicht zusammenkleben, muss sie weiter sein, als man es von herkömmlichen Fließtext-Lesegrößen her kennt.

TIPP 2 Setzen Sie auf Offenheit: Am besten lassen sich in kleinen Graden serifenlose Schriften lesen, deren Buchstabenform offen gestaltet sind. Die x-Höhe sollte groß sein.

TIPP 3 Zahlen im Blick? Schauen Sie sich nicht nur die Buchstaben, sondern auch die Ziffern in einem Font an. Je größer die Unterschiede zwischen der 1 und der Versalien I ist, desto weniger muss sich das Gehirn beim Lesen anstrengen. Die Ziffer 0 sollte sich ebenfalls gut vom großen O unterscheiden lassen.

TIPP 4 Finger weg von der Kursiven: Grundsätzlich sollte man beim Digitalen mit verspielten Schriften aufpassen. Bei Smartwatches ist das besonders wichtig.

TIPP 5 Mut zu Symbolen: Um Platz zu sparen, können sich Icons eignen, um Textinformationen zu ergänzen. Allerdings muss der Gestalter auch in diesem Fall bedenken: Je schlichter und klarer ein Design ist, desto besser. Immerhin muss das Symbol mit einem Blick auf wenigen Millimetern eindeutig sein.

Relevanz sticht Informationsfülle

Auch wenn man alle Typografie-Regeln beachtet: Neben der Optik müssen die Inhalte selbst für Wearables ausgelegt sein. Nicht alles, was interessant ist, sollte zu sehen sein. Sondern alles, was der User unbedingt braucht. Damit er weiterhin Informationen abruft – wo auch immer er ist.

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