Typografie für das World Wide Web

18.08.2011
Das Leseverhalten von gedruckten Dokumenten und Internet-Seiten ist unterschiedlich – deshalb muss die Typografie im Web auf das Medium ausgerichtet werden

Eine Frage der Größe?

Im Gegensatz zu den meisten Printprodukten, die ein längliches Format aufweisen, sind Computerbildschirme auf das Querformat ausgelegt. Das birgt Stolperfallen: Man tendiert dazu, die Zeilen länger zu machen als bei Drucksachen. Dadurch muss sich das Auge am Monitor aber seinen Weg erst mühsam suchen und der Lesefluss wird unterbrochen. Deshalb sollten die Zeilen sogar kürzer sein als bei Printprodukten. Dazu bietet es sich an, den Text in Spalten aufzuteilen. Zeilenabstand und Laufweite können dagegen größer sein als bei Drucksachen. Kleine Schriftgrößen wirken im Web besonders störend, zu große zerreißen den Text optisch. Empfohlen wird meist eine Schriftgröße von etwa 14 Pixeln. Zu beachten ist zudem, dass die Schriftgröße auch vom verwendeten Bildschirm abhängt– vor allem bei Smartphones oder Tablet-PCs.

Welche Schriftart?

 Quelle: berlin-pics Pixelio


Quelle: berlin-pics
(Pixelio) Für Texte im Internet empfehlen sich vor allem serifenlose Schriften. Im Gegensatz zu Printprodukten, für die Serifenschriften empfohlen werden, ermüdet das Auge am Bildschirm bei klaren Schriften ohne Schnörkel langsamer. Das ist auch der Grund, warum Schreib- oder Handschriften im Web so problematisch sind. Um wieder auf die Smartphones zurück zu kommen: Eine Schrift mit ausladenden Verzierungen lässt sich auf den kleinen Bildschirmen der Handys kaum entziffern. Es empfiehlt sich daher, auf Schriften zurückzugreifen, die speziell für das Web entwickelt wurden. Ein klassisches Beispiel ist die Verdana. Das Argument, diese Schriften wirkten langweilig, weil sie so oft verwendet werden, zieht nur bedingt – besser, ein Text kann gut gelesen werden, als dass er durch einen „ausgefallenen Font“ verunstaltet wird. Das Wichtigste ist immer noch der Inhalt!

Einmal weniger, einmal mehr

Mit Textauszeichnungen sollte man im Internet äußerst sparsam umgehen. Kursive Auszeichnungen sind gar nicht zu empfehlen, da die Buchstaben leicht unleserlich werden. Gleiches gilt für Kapitälchen. Am besten verwendet man fette oder halbfette Schriftschnitte. Ebenso gute Dienste bei Hervorhebungen leistet Farbe. Auch hier gilt: Weniger ist mehr! Die umgekehrte Devise kommt allerdings bei Zwischenüberschriften und Absätzen zum Tragen. Hier ist „mehr“ im Internet tatsächlich mehr. Das liegt daran, dass der Leser durch den Text scrollt und Zwischenüberschriften oder Absätze gute Anhaltspunkte bieten. So lässt sich auch langer Text sinnvoll gliedern, ohne dass man den Überblick verliert.

Nützliche Helfer

 Quelle: F. Gopp Pixelio


Wichtig bei Schriften im Internet ist auch: Der Webbrowser „entscheidet“ über die Art der Darstellung. Nicht jeder Browser gibt jede Schrift gleich wieder. Will man diesen Effekt vermeiden, so können Schriften mittels Style Sheets direkt in die Webseite eingebunden werden. Das funktioniert beispielsweise über

Google Font API oder Typekit. Man kann dabei Schriften auswählen, sie als HTML-Code anzeigen und in die Webseiten integrieren. Googles Font API darf kostenlos genutzt werden, bei Typekit hängen die Kosten davon ab, wie oft die jeweilige Seite im Monat aufgerufen wird. Bereits ab 50 US-Dollar im Jahr hat man vollen Zugriff auf alle Seiten und „bucht“ 500.000 Pageviews im Monat.

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