Typo im Detail

24.06.2010
Alles, was man rund um die Zeichen wissen muss

Bitte Abstand halten?

 Quelle: Dorothea Jacob Pixelio


Quelle: Dorothea Jacob
(Pixelio) Der Abstand von Zeichen, Wörtern und Zeilen hat großen Einfluss auf die Wirkung eines Layouts. Der Buchstabenabstand – die Laufweite – wird von der verwendeten Schrift vorgegeben. Bei großen Schriften kann man die Laufweite verringern, bei kleinen vergrößern. Auch unschöne Textumbrüche lassen sich durch einen Eingriff in die Laufweite vermeiden. Beim Wortabstand orientiert man sich meist am Drittelgeviert oder dem Innenraum des Buchstabens „n“. Für den Zeilenabstand kann man dagegen folgende Regel aufstellen: Der Raum zwischen den Zeilen sollte der Höhe der Mittellängen der verwendeten Schrift entsprechen. Grundsätzlich gilt: Durch zu große Abstände geht der Zusammenhang verloren, durch zu kleine fließen die Zeichen ineinander.

Ohne Punkt und Komma


Quelle: Thommy
Weiss (Pixelio)

Bei der Verwendung der gängigen Satzzeichen wie Punkt und Komma gibt es meist keine Schwierigkeiten. Problematischer wird es bei Apostroph, Binde- und Gedankenstrich. Wird der Apostroph als Auslassungszeichen am Wortanfang verwendet, so geht ihm ein normaler Wortzwischenraum voraus. Bei zusammengezogenen Wörtern steht er in der Regel ohne Zwischenraum. Der Bindestrich, auch Divis genannt, dient als Bindestrich oder Ergänzungsstrich. Der Gedankenstrich, aufgrund seiner Länge auch als Halbgeviertstrich bezeichnet, markiert meist eine Einfügung. Vor und nach dem Gedankenstrich steht ein Leerzeichen. Außerdem verwendet man den Halbgeviertstrich in der Bedeutung „von“ „bis“ und als Auslassungsstrich bei Währungen.

Ausgezeichnet!

 Quelle: Rainer Sturm Pixelio


Quelle: Rainer
Sturm (Pixelio) Ebenfalls zur Detailtypografie zählen die verschiedenen Arten der Textauszeichnung. Nummer eins bei den Auszeichnungsarten ist die Kursive. Damit lassen sich Zitate, Begriffe oder fremdsprachliche Bezeichnungen hervorheben. Achtung: Bitte einen echten kursiven Schriftschnitt und keine schräggestellte Standardschrift verwenden! Auch die Kapitälchen bergen eine Stolperfalle: Am besten verwendet man einen eigenen Schriftschnitt für die Versalien in Kleinbuchstabenhöhe. Kapitälchen machen sich gut im Schriftbild, stoppen aber den Lesefluss. Weniger geeignet zur Textauszeichnung sind Versalien, die sowohl die Lesegeschwindigkeit als auch das Gesamtbild des Textes stören. Ebenfalls sparsam sein sollte man mit fetten Schriftschnitten – zumindest im Fließtext.

Pi mal Daumen

 Quelle: S. Hofschlaeger Pixelio


Quelle: S. Hofschlaeger
(Pixelio) Mathematischen beziehungsweise Formelsatz sollte man nicht über den Daumen gepeilt layouten. Bei Formeln wird zwischen den Einzelzeichen ein geschütztes Leerzeichen gesetzt. Als Malzeichen verwendet man das spezielle Symbol und nicht das kleine „x“. Manche Schriften bringen Bruchzahlen gleich mit, ansonsten ist Selbermachen angesagt: Die erste Zahl wird als Exponent gesetzt, nach dem Bruchstrich folgt die zweite Zahl verkleinert. Hoch- und tiefgestellte Zahlen sollte man vermeiden. Apropos Exponent: Er sollte die Oberlänge nicht überragen, sein Gegenpart, der Index, nicht die Unterlänge. Halbgeviertziffern machen sich in diesen Positionen übrigens meist besser als Mediävalziffern.

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