Tag der kyrillischen Schrift

24.05.2018
Der kyrillischen Schrift zu Ehren ist am 24. Mai ein Gedenktag – der Tag der kyrillischen Schrift, an dem Bulgarien sogar schulfrei hat.

Gefeiert wird der Tag der kyrillischen Schrift auch in Mazedonien. Zum Einsatz kommt die Kyrilliza zudem in Russland und Weißrussland, der Ukraine und Serbien. Aber nicht nur.

Kyrillisch in Europa

Die kyrillische Schrift wird nicht nur in Russland verwendet, sondern auch anderen Teilen Osteuropas. Quelle: Olahus / Wikicommons

Mit dem Eintritt Bulgariens in die Europäische Union (EU) 2007 kam auch die kyrillische Schrift. Sie ist seitdem neben der lateinischen und der griechischen eine der drei offiziellen Schriften.

In der EU hat Bulgarien damit ein Alleinstellungsmerkmal, aber nur dort. Denn die Liste, wo Kyrillisch geschrieben wird, ist lang. Besonders bekannt für dieses Alphabet sind Russland, Weißrussland und die Ukraine sowie Serbien und Mazedonien.

Aber auch dort, wo man Turksprachen wie Kasachisch und Kirgisisch spricht, lebt das Kyrillische. Nicht zu vergessen die Sprachen Tadschikisch, Mongolisch und Dunganisch, die mit dem Persischen verwandt sind.

Geschichtliches zu Kyrilliza

Das Wort „Kreativität“ auf kyrillisch – der Schrift von Tolstoi, Dostojewski und Solschenizyn. Quelle: Florin Gabriel / Shutterstock

Es ist bis heute unklar, wer die kyrillische Schrift entwickelt hat, die heute in ihren unterschiedlichen Ausprägungen fast 300 Millionen Menschen nutzen. Fest steht wohl, dass sie aus dem 10. Jahrhundert und aus Bulgarien stammt.

Auch geht man davon aus, dass im 9. Jahrhundert die heiliggesprochenen Brüder Kyrill und Method aus Saloniki die Vorform – die glagolitische Schrift – entwickelt haben, um Altkirchenslawisch in Schriftform zu bringen.

Basis der slawischen Schrift ist das griechische Alphabet. Über die Jahrhunderte wurden in den verschiedenen Ländern ergänzend zu den „klassischen“ Buchstaben eigene Zeichen entwickelt, die für die jeweilige Sprache wichtig sind.

Typografische Besonderheiten

Das Kyrillische kann sehr fotogen sein – wie bei diesem Schriftzug auf einem weissrussischen Gebäude. Quelle: Wikicommons

Akzente, Punkte und Cedillen sind im kyrillischen Alphabet selten. Und auch ein anderer Unterschied ist mit einem Blick auf einen Fließtext offensichtlich: Während die lateinische Schrift durch Ober- und Unterlängen geprägt ist, fehlen diese typografischen Merkmale der klassischen kyrillischen Schrift zum größten Teil.

Das liegt daran, dass die Minuskeln nur kleine Majuskeln sind und keine Buchstaben, die ein eigenes Design haben. Das hat zur Folge, dass die Zeilendurchschüsse besonders auffallen, größer erscheinen.

Für den einen wirkt das aufgeräumt, für den anderen eintönig. Aber beides sind Beobachtungen derjenigen, die lateinisch geprägt sind und/oder sich für Typografie interessieren – ob aus privatem oder beruflichem Interesse.

Diejenigen, die mit der kyrillischen Schrift einfach nur aufgewachsen sind, werden über diese Feinheiten wahrscheinlich nicht nachdenken. Sondern sich bei ihrem Anblick schlicht zuhause fühlen. Auch das ist etwas, was Sprache und Schrift kennzeichnet.

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