Systemschriften Mac OS & Win

14.02.2007
Warum Systemschriften unter Windows und Mac OS X nicht gelöscht werden sollten, welche Schriften betroffen sind und wie man die Fonts dennoch nicht sieht ...

Unter Mac OS 9 war es noch nötig, die Schriften auf ein Minimum zu reduzieren, wollte man ein schnelles System haben. Unter Mac OS X und auch Windows aber werden nur noch die Schriften in den Speicher geladen, die aktuell auch wirklich genutzt werden. Dennoch wünschen sich viele Anwender, die Systemschriften gar nicht mehr zur Auswahl stehen zu haben. Doch ein Löschen kann schwere Systemfehler bis hin zur Startweigerung zur Folge haben. Wir sagen Ihnen, welche Schriften Sie deshalb unter Windows und Mac OS X keinesfalls löschen dürfen und wie Sie diese dennoch nicht mehr sehen können.

Wozu Systemschriften?

Jedem Grafiker ist bewusst, dass er ohne installierte Schriften keinen gedruckten Text produzieren kann. Erst der richtige Font macht aus einem Textdokument ein Schmuckstück; von der Lesbarkeit des Textes ganz abgesehen. Ebenso verhält es sich mit den in Windows und Mac OS X enthaltenen sogenannten Systemschriften. Sie sind unter Windows XP im Schriftenordner auf der Festplatte (C:/Windows/Fonts) und unter Mac OS X in der System- und der Nutzer-Library zu finden (System/Library/Fonts bzw. Library/Fonts) Der Unterschied zu den Schriften für den Druck besteht nur darin, dass diese Schriften vom Betriebssystem selbst gebraucht werden, um Programme darzustellen oder die Bildschirmdarstellung zu verfeinern. Dabei kann jedes Programm eine andere Systemschrift benötigen, so dass mitunter eine ganze Liste dieser Fonts vom System benötigt werden - je nachdem, mit wie vielen Programmen der Nutzer an seinem Computer arbeitet.

Das Märchen von der Systemüberlastung

Unter älteren Betriebssystemen war dieses Verhalten des Systems mitunter lästig, denn noch unter Mac OS 9 wurde der Computer immer langsamer, je mehr Schriften sich im System befanden. Der Grund dafür war, dass Mac OS 9 alle im Schriftenordner vorhandenen Fonts immer in den Hauptspeicher lud, egal ob man sie gerade nutzte oder nicht. Als Folge war der Hauptspeicher eines mit vielen Schriften belasteten Rechners permanent ausgelastet. Um ein stabiles System zu behalten, war es unter OS 9 deshalb sinnvoll, die Systemschriften bis auf einige wenige wirklich wichtige zu löschen. Mit den neuen Betriebssystemen wie Windows XP oder Mac OS X (Panther oder Tiger) ist dies jedoch nicht mehr der Fall. Beide Systeme laden nur dann einen Font in den Arbeitsspeicher, wenn dieser auch aktuell genutzt wird. Die heute noch immer oft gehörte Geschichte, dass eine Vielzahl an Schriften den Computer langsam machen könnte, ist deshalb in das Reich der Märchen zu verbannen.

Von der Last, Systemschriften zu sehen

Dennoch kann die scheinbar unüberschaubare Zahl an Schriften, die viele Grafiker in ihrem Schriftenordner im Laufe der Zeit ansammeln, zu einer wahren Last werden. Da nämlich die meisten Grafiker dutzende, wenn nicht hunderte von Schriften zugleich nutzen wirkt das geöffnete Schriftenfenster bald schon wie das reinste Chaos. Werden dann noch derart viele für den Satz und den Druck eigentlich unnötige Schriften mitgeschleppt, verliert man schnell die Übersicht. Viele wollen deshalb im Schriftenfenster neben den für die tägliche Arbeit als Grafiker wirklich wichtigen Schriften nicht auch noch die Systemschriften mit dargestellt bekommen.

Nicht löschen, nicht deaktivieren!

Dennoch sollte einen diese gefühlte Last nicht dazu verleiten, die Schriften zu löschen. Denn dadurch wird zwar die Schriftensammlung ein wenig kleiner, der Rechner aber oder auch einzelne Programme könnten dann nicht mehr funktionieren. Denn jedes Programm benötigt seine Schrift, um zu starten und seine Inhalte dem Nutzer preis zu geben. Greift der Rechner aber bei der Suche nach "seiner" Schrift ins Leere, verweigert er im schlimmsten Fall umgehend den Dienst. Das Löschen von Systemschriften kann deshalb zur bösen Falle werden. Und hat man kein Backup des Systems gemacht, droht zudem ein finanzieller Verlust, bedenkt man die hierdurch verlorenen bzw. nicht mehr benutzbaren Daten. Auch das Deaktivieren der Schriften mit dem unter Mac OS X verfügbaren Programm "Schriftsammlung" sollte unbedingt unterlassen werden. Deaktivieren in der Schriftsammlung bedeutet nämlich, die Schriften an einen anderen Ort zu kopieren. Damit sind sie wiederum für das System nicht mehr zugänglich und Systemschäden sind die Folge.

Finger weg von Systemschriften!

Will man vor derart bösen Überraschungen, nicht mehr startenden Computern und Programmen gefeit sein, sollte man also die Finger weglassen von den Systemschriften unter Mac OS X und Windows XP. Hier erfahren Sie, welche Schriften das sind:

 

 

Ordnung schaffen ohne zu löschen

Dennoch kann man sich zumindest vom Anblick der Systemschriften befreien, ohne diese aus dem Schriftenordner verschieben oder gar löschen zu müssen. Hierbei helfen sogenannte Schriftenverwaltungsprogramme oder Fontmanager. Sie sind in der Zwischenzeit so pfiffig, nach doppelten Schriften zu suchen und diese zu löschen, sowie alle Fonts nach beliebigen Kriterien zu sortieren. Dabei werden die Originalspeicherplätze auf Wunsch jedoch nicht angetastet, so dass das System stets stabil bleibt. Zur Auswahl stehen verschiedene Programme, die von kostenlos bis zu 100 EUR rangieren. Sie alle haben die gleichen Grundfunktionalitäten und unterscheiden sich in den Feinheiten, so dass man anhand der immer kostenlosen Demoversionen ausprobieren sollte, ob man mit dem Programm zurecht kommt. Zur Auswahl stehen für den professionellen Anwender: * Linotype Font Explorer X (für Mac OS X, Windows in Vorbereitung, kostenlos)

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