Superweitwinkelshiftmakro

16.08.2018
Superweitwinkelshiftmakro: Was ein Wortungetüm. Hier ist dann mal alles reingepackt, was anderswo drei Objektive braucht. Das Laowa 15 mm f/4 Macro 1:1 Shift liefert jedoch nicht nur neue Perspektiven.

Im zweiten Teil unserer Makro-Serie geht es um eine Objektivgattung, die es vor diesem Objektiv noch gar nicht gab. Üblicherweise tummeln sich Makroobjektive im Brennweitenbereich von 50 bis 100 mm. Auf die Idee, ein Superweitwinkel, bis hinunter zu 1:1 zu rechnen, ist vorher noch niemand gekommen. Und das sind noch gar nicht alle Schmankerl, die hier verbaut wurden.

Die Anschlussfrage

Grundsätzlich ist das 4,0/15 für alle noch vorhandenen Spiegelreflex-Vollformatanschlüsse (Canon, Nikon, Pentax, Sony) lieferbar. Damit lässt es sich natürlich auch am APS-C-Sensor betreiben. Dann beträgt der Bildwinkel zwar nicht mehr 110° wie im Vollformat, doch dafür lässt sich dann die Shift-Option auch nutzen. Die Linse wird nach oben verschoben und schon lassen sich stürzende Linien in der Architektur vermeiden. Ohne feinmechanische Eingriffe klappt das zwar nur im Querformat, aber immerhin. Ab Werk bietet Laowa für die spiegellosen Kameraden nur den Sony-Anschluss, doch Fuji und Co lassen sich ja auch hier über Adapter erreichen. Wir haben es bei unseren Beispielfotos in diesem Artikel genauso gehalten.

Der Komfort

Der Komfort ist mäßig. Einen Autofokus gibt es nicht und auch keine Springblende. So dass auch dieses manuelle Objektiv an der DSLR vor allem auf den LiveView-Einsatz via Display wartet (oder den Digitalsucher bei der Spiegellosen). Im Spiegelreflexsucher wird es dagegen schnell zu dunkel. Während im Unendlichen Scharfstellhilfen in diesem Brennweitenbereich eher zweitrangig sind, freut man sich schon, wenn beim Focus Peaking die scharfen Kanten im Nahbereich rot aufleuchten. Zumindest wenn die Blende nicht zu weit geschlossen wird, denn sonst reicht die Auflösung nicht mehr für scharfe Bilder, auch wenn scharf gestellt wurde.

Das 15mm-Makro

Es muss ja Gründe geben, warum bisher noch niemand eine solche Kombination aus der Taufe gehoben hat. Doch je länger man damit fotografiert, desto schwerer tut man sich damit, diese auch zu finden. Die zwangsläufigen Verzerrungen wirken im Nahbereich sogar recht dynamisch. Außerdem muss der Schneckengang auch nur 15 mm ausgefahren werden. Eine Innenfokusierung kann man sich sparen. Dazu kommt die deutlich steigende Tiefenschärfe, zumindest relativ zu den üblichen 100er Makros. Dadurch lässt sich auch die Umgebung beim Wandern leichter mit in die Bildkomposition einbeziehen und die Bergblumenwelt ist nicht mehr so isoliert.

Die Grenzen

Auch wenn 1:1 draufsteht, bedeutet auch bei einer Retrofokus-Konstruktion, dass man bei 1:1 extrem nah am Motiv ist. Durch die Sonnenblende und das 77 mm Filtergewinde dunkeln wir da das Motiv eben auch sehr oft schon ab. In der Praxis erweist sich der Bereich von 1:2,5 dann als viel sinnvoller. Doch während es seinem Anspruch im Nahbereich auch optisch durchaus gerecht wird, schwächelt die Konstruktion gerade im Unendlichen, besonders am Rand. Als klassisches Shift-Objektiv für Architektur ist es nur mit Vorsicht zu genießen, nicht nur wegen der Querformatbeschränkung. Was eigentlich sehr schade ist, denn gerade dieses Segment ist auf dem Markt der APS-C-Sensoren völlig verwaist. Und wir kümmern uns in Teil drei unserer Makro-Serie dann endlich um normale Brennweiten für den Nahsektor.

 

Makroserie Teil 1: Noch viel näher dran – Lupenfotografie

Makroserie Teil 2: Superweitwinkelshiftmakro Makroserie Teil 3: Normalomakro

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