Stillleben spannungsreich gestalten

12.08.2010
Ein Stillleben muss nicht immer ruhig wirken: Über die Anordnung der Objekte lässt sich viel mehr gestalten, als gemeinhin bekannt ist.

Stille Wasser sind tief

Der Begriff „Stillleben“ rührt aus dem Niederländischen und bedeutet übersetzt „unbewegtes Dasein“. Gemeint ist damit die Darstellung von leblosen Gegenständen.

Je nach Leitmotiv kann man verschiedene Stillleben unterscheiden – zum Beispiel Blumen-, Früchte- oder Musikinstrumente-Stillleben. Im 17. Jahrhundert erhielten diese Stillleben dann eine tiefere Bedeutung.

Je nach Arrangement der darauf abgebildeten Objekte ließen sich die Darstellungen deuten und lesen. Ganze Geschichten und Chiffrierungen konnten so mit einem eigentlich gegenständlichen Werk erzählt werden.

Was steckt dahinter?

Das Barock war die erste Blütezeit der Stillleben und ihrer Symbolik. Ausgehend von religiösen Motiven entwickelte sich ein ganzer Katalog an übergeordneten Bedeutungen.

So stand der Apfel für den Sündenfall, aber auch für einen der fünf Sinne, den Geschmack. Blumen symbolisierten die Vergänglichkeit, leere Gläser das ausgelebte Leben.

Insekten jeder Art waren ein Zeichen des Teufels, während der Schmetterling und Vögel die Seele und die Auferstehung verkörperten. Eine angeschnittene Zitrone versinnbildlichte einen süßen Genuss mit bitterem Ende.

Bitte die Plätze einnehmen!

Nicht nur die Symbolik spielt eine wichtige Rolle im Stillleben, auch die Anordnung der einzelnen Gegenstände wurde keineswegs dem Zufall überlassen.

Die Komposition vieler Stillleben folgt imaginären Linien, Perspektiven oder Diagonalen.

Sie sollen den Blick des Betrachters durch das Bild führen und jedes Objekt unterschiedlich gewichten. Ebenso kann sich eine zeitliche Abfolge durch die Anordnung der Gegenstände ergeben.

„Stille“ Fotografie

Im Zeitalter der Fotografie wurde das Prinzip des Stilllebens auf Negative und Fotopapier übertragen: Auch mit Fotografien lassen sich verschlüsselte Botschaften übermitteln.

Dabei kommt es vor allem auf die richtige Ausleuchtung der Gegenstände an. Erste Versuche lassen sich mit Tageslicht und einem weißen Laken als Hilfsmittel unternehmen.

Mit Alufolie beklebte Pappen können bei der Ausleuchtung ebenfalls gute Dienste leisten. Profis verwenden einen Lichtwürfel und Studioleuchten.

Schatten müssen nicht immer vermieden werden – manchmal geben sie den zu fotografierenden Objekten zusätzlich eine räumliche Tiefe.

Werden Sie ein Teil unserer Welt

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.