Stillgestanden: Die richtigen Stative und Köpfe

13.10.2011
Steht, passt, wackelt nicht und hat keine Luft. Trotz hoher ISO-Werte und raffinierter Bildstabilisatoren können Kameras und Objektive erst auf robusten Stativen so richtig zeigen, was sie können.

Fotografen reden sich gerne in nächtlichen Forendiskussionen die Köpfe und Tastaturen heiß, was das perfekte Objektiv und die richtige Kamera angeht. Doch dass beides für viele Aufnahmen nur wenig nutzt, wenn darunter ein wackliges Kaufhausstativ die Einheit halten soll, berücksichtigen immer noch viel zu wenige.

Das Material

In den Kindheitstagen der Fotografie waren Stative aus wunderbar schwingungsarmem Holz. Später verwendete man vermeintlich leichtes Aluminium. Inzwischen sind moderne Hightech-Materialien wie Carbon und das Pendant aus der russischen Raumfahrt – „Basalt“ – hinzu gekommen. Doch die modernste Fasertechnik nutzt nichts, wenn die Verarbeitung und die dazugehörigen speziellen Klebetechniken nicht auf höchsten Niveau sind. Denn gewackelt wird immer am schwächsten Glied in der Kette.

Die Typen

Auch die Stativtypen sind längst nicht mehr so homogen wie früher. Bei Sportveranstaltungen sieht man oft Einbeinstative, um die schweren Teleboliden zu stützen. Da man auf einem Bein nicht stehen kann, tut das die Kamera meist auf dreien. Mit Novoflex hat sich ein deutscher Hersteller mittlerweile sogar an Stative mit vier Beinen gewagt. Dabei macht die Flexibilität, die von unsereins im Berufsleben verlangt wird, auch vor Stativen nicht halt. Ideal anpassbar sind Beine, die sich gegen Klemmen und Saugnäpfe für den Fall der Fälle ersetzen lassen.

Die Anforderungen

Drei Anforderungen muss ein Stativ erfüllen: Stabilität, Stabilität und Stabilität. Doch es gibt noch andere Kriterien. Soll es besonders leicht sein, hilft Carbon. Wenn es gerade bei so anspruchsvoller Materialwahl auch hin und wieder im Wasser stehen soll, brauchen die Verschlüsse besondere Dichtungen. Soll das Stativ zum Transport auch in die Fototasche, dann hat sich eine Traveller-Konstruktion bewährt, bei der der Kopf zwischen den um 180° geschwenkten Beinen parkt. Andere benötigen dagegen besonders hohe Konstruktionen, was leichter fällt, wenn die Mittelsäule für Spezialeinsätze austauschbar oder die Beine gar verlängerbar sind.

Die Köpfe

Stative wackeln meist von da, wo der Fisch stinkt: vom Kopfe. Hier entscheidet sich, wie fest die Kamera steht und wie leicht sie sich vorher einrichten lässt. 3-Wege-Neiger sind ideal für die Architekturfotografie, da sich jede Ebene getrennt einstellen lässt. Eine besonders bequeme, wenn auch meist etwas schwerere Variante ist der Getriebeneiger, bei dem sich die Ebenen fein über ein Zahnrad justieren lassen. Im Gegensatz dazu ist ein Kugelkopf leichter, kompakter und schneller, etwa um bei Portraits fix reagieren zu können. Wenn es nicht um Stabilität, sondern in der Tierfotografie um Dämpfung geht, kommen spezielle auch fürs Filmen geeignete Köpfe ins Spiel, die jedoch bis auf eine rühmliche Ausnahme von Manfrotto nicht den Wechsel ins Hochformat erlauben. Auch Nichtstabilität kann kompliziert sein.

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