So trocknet Druckfarbe

11.07.2019
Das Trocknen von Druckfarben ist eine Gratwanderung: Die Farbe darf weder zu schnell noch zu langsam trocknen.

Je nach Druckprozess kommen verschiedene Farben und damit Trocknungsverfahren zum Einsatz. Wir nennen die Unterschiede.

Trocknen im Offsetdruck

Trocknen im Offsetdruck bedeutet, dass die Farbe von einem pastösen in einen festen Zustand übergeht – basierend auf einem physikalischen oder chemischen Verfahren. Aufgrund ihrer Zusammensetzung erfordert eine Druckfarbe immer ein physikalisches und/oder chemisches Trocknen.

Beim Offsetdruck gibt es einen weiteren Faktor: Die hochviskose Farbe kommt mit einem Feuchtmittel in Berührung, das die Farbe nicht beeinflussen darf. Das Feuchtmittel ist fester Bestandteil des Offsetdrucks. Es erzeugt farbabstoßende Stellen auf der fotochemischen Beschichtung der Druckplatte, die motivabhängig belichtet ist.

Im Offsetdruck wird die Farbe nicht direkt, sondern über einen Gummituchzylinder übertragen, der zwischen einer belichteten Druckplatte und Bedruckstoff liegt.

Damit der Druck gelingt, darf während der Verteilphase im Farbwerk der Druckmaschine sowie während den Übertragungsphasen von der Druckplatte über das Gummituch auf den Bedruckstoff nichts antrocknen.

Quelle: Daniel Isbrecht

Wegschlagen

Die meisten Druckfarben im Bogenoffset enthalten unter anderem verschiedene Harze mit Ölen und Mineralölen. Diese trocknen in einer ersten Phase physikalisch, in einer zweiten chemisch.

Das physikalische Trocknen bezeichnet man auch als Wegschlagen. Dabei dringen die dünnflüssigen Mineralöle rasch in die Kapillaren des saugfähigen Papiers ein. Das macht die ohnehin schon zähflüssigen Druckfarben noch einmal viskoser.

Der gedruckte Farbfilm geliert und „steht“. Zurück bleibt ein wischfester, aber noch nicht nagelharter Druckfarbenfilm. Die Druckmaschinen bei LASERLINE sind mit Warmluft und Infrarottrocknern ausgestattet, die das Wegschlagen der dünnflüssigen Mineralölanteile beschleunigt.

Oxidative Trocknung

In einer zweiten Phase kommt Sauerstoff zum Einsatz. Man spricht von oxidativer Trocknung. Nach diesem chemischen Vorgang bildet sich ein nagelharter, scheuerfester Druckfarbenfilm. Dieser Vorgang kann – je nach Farbtyp und vor allem Bedruckstoff – mehrere Stunden dauern.

Durch spezielle Trockenstoffe lässt sich die oxidative Trocknung beschleunigen. Kobalt-, Blei- und Mangansalze dienen dabei als Reaktionsbeschleuniger, die die Sauerstoffaufnahme der Bindemittel fördern.

Die ausgebildeten Medientechnologen von LASERLINE kennen die Besonderheiten der Farben, des Farbauftrags und der Bedruckstoffe. Dementsprechend plant sie die idealen Produktionszeiträume.

Wird ein hoher Farbauftrag auf gestrichenem Bilderdruckpapier benötigt, empfiehlt LASERLINE Dispersionslack, der am besten schützt und in kürzester Zeit vollkommen trocken wird. Fragen zu den Offsetdrucken beantwortet der kompetente Kundenservice gern.

Quelle: Daniel Isbrecht

Polymerisation

Die Polymerisation gehört zu den chemischen Trocknungsverfahren. Sie kommt bei UV-Offsetfarben und UV-Lacken zum Einsatz. Streng genommen spricht man hier nicht von trocknen, sondern von aushärten.

UV-Druckfarbe ist anders aufgebaut als herkömmliche Offsetdruckfarben: Sie enthält unter anderem Fotoinitiatoren. Strahlt UV-Licht mit einer bestimmten Wellenlänge auf die Farbe, stoßen ihre Fotoinitiatoren eine chemische Reaktion an.

Die in der Farbe enthaltenen Monomere verketten sich zu Polymeren und bilden einen harten und somit trockenen Farbfilm, der sehr belastbar ist. LASERLINE bietet dieses Verfahren an, wenn eine partielle oder vollflächige UV-Lackierung (= Veredelung) gewünscht ist.

Qualität sichern

Mittlerweile ist das Angebot an Druckfarben so vielfältig, dass sich gefühlt jede Anwendungsidee umsetzen lässt. Allerdings sollte man immer die Qualität der letztendlichen Produkte im Blick haben.

Zugunsten der Umwelt verzichtet LASERLINE übrigens seit mehreren Jahren auf Offsetdruckfarben, die Kobalt enthalten. Das ist unser Beitrag, die Ressourcen zu schützen und die Lebensbedingungen der Minenarbeiter zu verbessern.

Dank der kobaltfreien Druckfarben und dem klimaneutralen Druck ist die Berliner Onlinedruckerei eine der fortschrittlichsten Druckereien in Deutschland.

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