So klappt es mit dem Kerning

10.11.2011
Text passend machen: Dabei hilft Kerning. Was versteht man darunter und wie passt man die Laufweite der Buchstaben im Layout am besten an?

„Ausgleichen“ – das ist es, was beim Kerning geschieht. Dabei passt man die Laufweite eines Textes so an, dass sich ein harmonisches Bild und ein ausgeglichener Grauwert ergibt. Praktisch ist das beispielsweise bei Spalten. Die Kunst beim Kerning ist es, das richtige Maß zu finden, um optisch nicht zu wenig oder zu viel auszugleichen.

Eine Frage des Grauwerts

Die Lesbarkeit eines Texts steht und fällt mit seinem Grauwert. Ein harmonisches Schriftbild und ein ausgeglichener Grauwert sorgen dafür, dass sich ein Text schnell erfassen lässt. Weiße Lücken oder zu dicht gesetzter Text behindern diesen Prozess. Passiert das im Layout trotz automatischem Ausgleich, kann der Gestalter manuell in die Laufweite eingreifen und sie verändern. Diesen Vorgang nennt man Ausgleichen, Laufweitenausgleich oder eben Kerning. Dabei werden die Buchstabenabstände von Hand eingestellt.

Gefühl im Spiel

Es ist schwer, feste Regeln für das Kerning festzulegen - das Gespür des Gestalters und seine Erfahrung sind die wichtigsten „Maßeinheiten“. Meist gibt es mehrere Möglichkeiten, den Grauwert anzupassen. Nur das Ergebnis sollte das gleiche sein: ein harmonisches Schriftbild ohne „schwarze“ oder „weiße“ Stellen. Ein Anhaltspunkt für das Kerning kann die Form der Buchstaben sein. Lücken können sich beispielsweise bei der Buchstabenkombination "LA" ergeben, ein hoher Grauwert, durch Kombinationen wie „B“ und „E“.

Vergrößern und Verkleinern

Die Korrektur der Laufweite kann beim Ausgleichen sowohl durch Vergrößern als auch durch Verkleinern der Buchstabenabstände vorgenommen werden. Beim Vergrößern spricht man von „Spationieren“, beim Verkleinern von „Unterschneiden“. Eine gewichtige Rolle spielt auch die Schriftgröße. Der Eindruck von Weißräumen verstärkt sich bei großen Schriftgrößen, der Eindruck von schwarzen Stellen bei kleinen. In beiden Fällen muss der Gestalter verstärkt eingreifen, um den Lesefluss zu sichern.

Hilfreiche Tipps

Ein Loch in die Luft starren – ähnliches hilft, wenn man den Grauwert eines Textes ermitteln will. Man schaut den Text dazu an, ohne ihn jedoch zu fixieren, bis die Buchstaben vor dem Auge verschwimmen. Was man jetzt noch sieht, ist eine graue Fläche, die einen guten Eindruck vom Grauwert vermittelt. Ebenfalls nützlich ist es, sich den Text auszudrucken, um weiße und schwarze Stellen zu finden - und zu markieren, ob die Buchstaben näher aneinander oder weiter voneinander weg rücken müssen.

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