Silberstreif und BVB – neue Fotopapiere

28.02.2019
Müssen Fotos immer nur bunt sein? Nein. Es gibt ja auch Schwarzweißbilder. Das kann doch nicht alles gewesen sein. Was gibt es noch? Schauen wir es uns an.

Am Anfang war die Fotografie schwarzweiß. Obwohl, das stimmt gar nicht. Die Daguerreotypien glänzten silbern statt weiß und die Aquarellpapiere von Talbot waren eher gelblich mit bräunlichen „Schwärzen“. Gerade jenseits der Farbfotografie war die Fotografie schon immer farbenreich.

Aktuell zeigt das ein neues FineArt-Papier von Hahnemühle mit silberner Beschichtung, aber auch Polaroid hat immer wieder lustige Ideen wie die schwarz-gelb-Sonderedition, die sich sogar außerhalb von Dortmund verkauft hat.

Der Silberling

Drei Jahre hat Hahnemühle an der Beschichtung von „Photo Rag Metallic“ gearbeitet, bis es auf der letzten Photokina endlich vorgestellt werden konnte.

Neben der vollen Prozesskontrolle, der tollen Haptik und der hohen Haltbarkeit der Abzüge war die immense Materialvielfalt schon immer einer der Gründe, seine Fotos auf einem heimischen DIN A2-Fotodrucker wie dem Epson SC-P800 oder dem Canon Pro-1000 auszugeben.

Kaum ein Papier unterstreicht das so wie das Metallic. Niemand hat darauf gewartet, für manche Motive ist es absolut ungeeignet, aber andere veredelt es bis zur Überwältigung des Betrachters.

Quelle: Kesberger

Die Präsentation

Der metallische Glanz auf trotzdem matter Baumwolle schimmert ganz eigentümlich und lässt Farben leuchten. Und wenn keine Farbe da ist, dann ist das Bild nicht Schwarz-Weiß, sondern Schwarz-Silbern, was auch zur Leuchtkraft der Lichter beiträgt.

Allerdings gilt es dann bei der Präsentation der Bilder einiges zu beachten. Ein interferenzoptisch entspiegeltes Museumsglas unterstreicht den Effekt, ohne ihn durch eigene Reflexe zu untergraben. Und wenn das Passepartout den Papierrand abdeckt, dann lenkt auch nichts von der Leuchtaussage ab.

Wem das alles nicht silbrig genug ist, der findet beim amerikanischen Produzenten Moab eine bedruckbare dicke Silberfolie „Slickrock Metallic Silver 300“, deren Wirkung allerdings auch extrem vom Betrachtungslicht abhängt.

Quelle: fotopioniere.com

Delikat unikat

Kaum etwas lebt im Digitalzeitalter so sehr vom Unikat, wie das Sofortbild. Das lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Das ist ja die Kunst. Und manchmal ist es sogar Kunst.

Besonders delikat wird das Unikat, wenn es auf den ersten Blick von der Fotonorm abweicht. Dazu hat Impossible Projects, das längst wieder Polaroid heißen darf, in den letzten Jahren immer wieder Sonderserien mit der hauseigenen Schwarzweiß-Emulsion aufgelegt, die dann aber auf einem einfarbigen Bildträger ausgegeben werden.

Mal gelb, mal blau, mal rot, mal orange. Analog ist eben, wenn man vorher nicht weiß, was hinterher rauskommt. Selbst wenn es nur ein paar Minuten dauert, bis das Bild fertig ist.

Quelle: fotopioniere.com

Die Toner

Für Freunde der guten alten Dunkelkammer ist das ja alles nix Neues. Toner gibt es da schon länger als es Vergrößerer gibt. Erst wollte man das Bild damit haltbarer machen, dann richtig schwarzweiß und als die Schwärzen endlich schwarz waren, hat man wieder versucht die Bilder einzufärben, d.h. idealerweise nur die Schwärzen.

Blautoner waren in der Fotogeschichte immer mal wieder beliebt. Kupfer schon seltener und Goldtoner – die aber nie goldig, sondern immer „nur“ bläulich, violett, rötlich oder bräunlich schimmern – sind vor allem in der kühleren Variante noch heute bei Restauratoren sehr geschätzt, weil sie die Bilder so haltbar gemacht haben, dass sie auch nach 130 Jahren noch wie neu aussehen.

Der Markt ist deutlich ruhiger geworden, der Analogboom spielt sich mehr im Scanbereich ab. Aber Spezialanbieter wie Moersch Photochemie liefern immer noch das komplette Tonungsspektrum.

Die Inspirationsquelle

Aber was interessiert mich das alles, wenn ich einfach nur mit meiner Digitalkamera Fotos machen will? Dann sehen wir das Thema doch einfach mal als große Inspirationsquelle.

Entfärben, verfärben, neu färben. Das kann Photoshop schon lange. Nur ist es immer so schwierig, die Möglichkeiten zu nutzen, wenn man gar nicht weiß, wo man hin will.

Die Beschränkung auf eine Farbe kann einem auch die Augen öffnen. Aber vielleicht macht dieses Dunkelkammerspielen doch mehr Spaß, wenn man auch gleich mit einem Ausdruck die Ergebnisse vergleichen kann. Und dann könnte man ja auch das neue Photo Rag Metallic...

 

Sie möchten noch mehr Profi-Tipps für Fotografen? Dann nehmen Sie an unserem Seminar „Der Fotokurs für Einsteiger“ am 22.08.2019 mit unserem Autor Andreas Kesberger in der LASERLINE Academy teil. Alle Informationen zum Seminar „Der Fotokurs für Einsteiger“ finden Sie auf: www.laser-line.de/academy

Werden Sie ein Teil unserer Welt

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.