Sign oder nicht sign – Signierstifte

04.07.2019
Da macht man tolle Fotos und dann will endlich jemand eins kaufen. Aber wie unterschreibe ich eigentlich auf meinem Kunstwerk? Und soll ich das überhaupt?

Gar nicht so einfach mit dem guten Namen. Erst macht es viel Arbeit, ihn aufzubauen und dann soll er auch noch nicht schaden. Es gibt nämlich durchaus Signaturen, die sich zum Drama entwickeln und das Werk selbst zerstören können.

Zumindest partiell. Wenn die Schrift von hinten auf das Bild nach vorne durchwandert oder vorne ausblutet oder verblasst, dann ist das erstens nicht schön und zweitens ziemlich peinlich. Wertmindernd sowieso, dabei sollte der Schriftzug ja eigentlich wertsteigernd wirken.

Vorne oder hinten

Es ist das alte Spiel. Ist Fotografie nun Kunst oder nicht? Die Frage hat sich längst erledigt, die Fotografie ist eine Technik, die man künstlerisch nutzen kann. Aber das ewige Vorbild der Malerei lässt sich nicht so leicht abschütteln. Welcher Maler unterschreibt schon hinten auf seinem Bild?

Aber die Kollegen und Kolleginnen haben die Farbe und den Pinsel ja auch schon zur Hand. Außerdem ist die Signatur da meist der finale Akt. In der Fotografie wirkt die Frontsignatur dann oft etwas gewollt. Aber letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob und wo er seinem Namen Platz einräumt.

Eine elegante Variante kann es sein, zwar vorne, aber auf dem Bildrand zu unterschreiben und diesen dann vom Passepartout abzudecken. Dann kann sich der Käufer immer mal wieder am guten Namen laben.

Bei der Rahmung mit Passepartout und der Beschriftung auf der Rückseite des Fotopapiers ist das Schriftzeichen eventuell für immer verdeckt, aber clevere Einrahmer montieren dann das Bild mit einer T-Hängung, und so kann der Restaurator oder Besitzer das Bild hochklappen, hinten drauf gucken und sich freuen, ohne die Montage zu beschädigen.

Quelle: fotopioniere.com

Ein Satz zum Blei

Lange bevor man das iPad zum Notizblock gemacht hat, haben die Menschen mit Stiften geschrieben. Die Älteren werden sich erinnern. In diesen Zeiten haben die Kunstgeschichts-Praktikanten als erstes gelernt, dass man in die Grafiksammlung nie mit einem Kugelschreiber geht.

Der Kugelschreiber kann herunterfallen, abrutschen und so für irreversible Schäden sorgen. Ein Bleistift nicht. Damit darf man in die Grafiksammlung und damit kann man auch Fotografien sehr schonend signieren.

Dazu braucht es allerdings zwei Voraussetzungen. Erstens sollte der Bleistift weich sein, damit er sich nicht durchdrückt – 2B hat sich bewährt – und zweitens braucht es eine Papierrückseite.

Auf plastikartigen PE-Rückseiten funktioniert das Signieren mit Bleistift leider nicht. Außerdem mag auch manch Sammler gerne eine Unterschrift, die man nicht einfach wegradieren kann.

Quelle: fotopioniere.com

Von Dauer

Also doch lieber ein dauerhafter Schreiberling. Wer möchte, dass der Schriftzug nicht ausbleicht im Laufe der Jahrzehnte, sollte hier ähnlich wie bei Inkjet-Fineart-Prints auf Pigmente und nicht auf Farbstoffe zurückgreifen.

Zudem scheiden stark lösungsmittelhaltige Stifte aus, da die wiederum die Farben des Abzugs angreifen könnten. Ganz entscheidend wird auch hier die Auswahl vom Untergrund bestimmt. Papieroberflächen wie Baumwoll-Inkjetpapiere sind da unprobblematisch.

Auch Dunkelkammer- und Inkjetbarytpapiere sind zumindest auf der Rückseite für viele Signierstifte vertrautes Terrain. Es sei denn, das Papier hat zur besseren Planlage eine Gegenkaschierung erfahren.

Dann, bei klassischen C-Prints („Farbfotos“) und anderen PE-Papieren, sowie bei den Barytkollegen auch auf der Vorderseite, braucht es einen Stift mit besonders guten Hafteigenschaften auf glatten Oberflächen, der auch schnell wischfest wird und wischfest bleibt.

Da gibt es am Markt zwar passende Stifte, doch die sind zumeist etwas dicker als die Papierkollegen. Dafür kann man sie auch hinten auf Alu-DIBOND®-Kaschierungen einsetzen.

Quelle: fotopioniere.com

Und ohne Stift?

Wer nicht über Vorder- und Rückseiten nachdenken will, der kann sich auch einen Prägestempel mit seiner Signatur erstellen lassen. Aber bitte nicht rumliegen lassen.

Doch wie ist das eigentlich, wenn angesichts der modernen Produktionsbedingungen der Fotograf gar nicht bei jedem einzelnen Print der Auflage im Labor vorbeischauen kann? Das Geschäft erledigen häufig Etiketten. Die helfen auch, wenn die Titelinformationen der Nachwelt leserlich hinterlassen werden sollen.

Allerdings gilt es dann, die Auswirkungen von Drucker und Kleber zu beachten. Da schützen sogenannte Foil-Back-Etiketten, bei denen eine Aluminium-Trennschicht dafür sorgt, dass die Schrift nicht auf das Foto durchschlagen kann.

Und wenn wir schon mal am Kleben sind, dann können auch die Hologramm-Echtheitszertifikate von Hahnemühle eine schöne Ergänzung sein, mit je einem Kleber auf Print und Info-Zertifikat. Denn je detailreicher die technischen Informationen zum Print sind, desto mehr freut sich dereinst der Restaurator im Falle eines Schadensfalles. Jetzt brauchen wir nur noch Käufer für die Kunst.

 

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