Selbstständige und Unfallschutz

02.04.2009
Berufsgenossenschaften bieten eine Berufsunfall-Versicherung. Meist freiwillig können sich Selbstständige gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichern.

Ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit, eine Unachtsamkeit beim Erledigen eines Auftrags oder eine chronische Berufskrankheit: Dagegen schützt die berufliche Unfallversicherung. Sie wird durch die Mitgliedschaft bei einer Berufsgenossenschaft gesichert. Einige Selbstständige sind pflichtversichert, andere können sich freiwillig absichern.

Freie Fotografen und Grafik-Designer

Diese Berufsgruppe ist Pflichtmitglied in der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung. Die Mitgliedschaft und die Beitragspflicht beginnen mit der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit – auch dann, wenn der Kreative nur ein geringes Einkommen erzielt. Rückwirkend werden für allein arbeitende Selbstständige keine Beiträge fällig. Gezahlt werden muss aber spätestens, wenn die Berufsgenossenschaft die Zuständigkeit feststellt. Grafik-Designer und Layouter werden in der Gefahrenklasse 0,6 eingestuft, Fotografen in der Klasse 1,8.

Beitragsberechnung

Erhoben wird ein jährlicher Beitrag. Er berechnet sich bei der BG Druck und Papierverarbeitung nach der Rechnung: Gefahrklasse mal Entgeltsumme mal Beitragsschlüssel geteilt durch 1.000. Der Beitragsschlüssel wird jedes Jahr neu festgelegt; die Entgeltsumme entspricht der gewählten Versicherungssumme. Nachlässe und Zuschläge sind möglich. Zurzeit beträgt der Beitragsschlüssel 6,71. Bei einer Versicherungssumme von 25.000 Euro ergibt sich für Grafik-Designer also ein Jahresbeitrag von guten 100 Euro. Unterschieden wird zwischen Mitgliedern in den neuen und in den alten Bundesländern.

Leistungen

Die Berufsgenossenschaft zahlt bei Berufs- und Wegeunfällen sowie bei Berufskrankheiten. Zu den Leistungen zählen zum Beispiel das Verletztengeld und die Verletztenrente. Hier gelten unterschiedliche Mindest-Versicherungssummen für die alten und die neuen Bundesländer. Bei einer Versicherungssumme von 30.000 Euro erhält ein berufsbedingt Verletzter im Westen und im Osten 66,67 Euro kalendertäglich. Die Verletztenrente würde bei 100 Prozent monatlich 1.666,67 Euro betragen. Zu den weiteren Leistungen zählen die Übernahme von Heilbehandlungskosten, Nachsorgekosten, Organisation der Rehabilitation, Witwen- und Waisenrente und Präventionsmaßnahmen. Außerdem hält die Berufsgenossenschaft Infomaterial bereit.

Andere Künstler und Publizisten

Die Berufsgenossenschaften der Banken, Versicherungen, Verwaltungen, freien Berufe und besonderen Unternehmen stehen anderen Künstlern und Publizisten offen. Die Leistungen ähneln denen der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung. Allerdings erhalten freiwillig Versicherte in den ersten drei Wochen nach einer Verletzung keine Zahlungen. Ausnahme sind stationäre Aufenthalte im Krankhaus oder in einer Rehabilitationsklinik. Auch Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung mit Anspruch auf Krankengeld sind von dieser „Karenztageregelung“ ausgenommen. 2007 lag der Mindestbeitrag in der Berufsgenossenschaft bei 81 Euro im Jahr.

Selbstständige als Arbeitgeber

Beschäftigen Selbstständige andere Mitarbeiter – auch Praktikanten und geringfügig Beschäftigte – müssen sie diese ebenfalls bei einer Berufsgenossenschaft versichern. Erhalten Praktikanten keine Entlohnung, so wird auch die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft beitragsfrei geführt. Welche Berufsgenossenschaft im Zweifel zuständig ist, lässt sich beim Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften erfragen.

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