Schriften erkennen

30.04.2009
Eine passende Schrift auszuwählen gehört zu den Aufgaben eines Gestalters. Aber auch den anderen Weg sollte er beherrschen: eine Schrift zu erkennen und zu klassifizieren.

Bisweilen ergeht es Kreativen wie den Friseuren: Die Kunden kommen mit einem Zeitungsausriss und wollen etwas „das genau so aussieht“. Gestalter müssen dann zwar keine Frisur zaubern, aber eine Schrift erkennen. Ein paar Schritte genügen, um einen Font eingrenzen und anhand eines Musterbuchs identifizieren zu können.

Merkmale erkennen

Zunächst sollte der zu bestimmende Font natürlich genau unter die Lupe genommen werden. Dabei gilt es, folgende Punkte abzuklären: Welchen Grauwert hat die Schrift? Welcher Schriftgruppe gehört der Font an? Gibt es Serifen? Wie sieht die Grundform der Buchstaben aus? Wie breit läuft die Schrift? Wie sieht das Verhältnis der Mittellängen zur Versalhöhe aus? Sind die Oberlängen höher als die Versalhöhe?

Auf das Wissen vertrauen

Viele Kreative erkennen eine Schrift instinktiv. Sie sollten dann auf ihr Wissen vertrauen und die entsprechenden Fonts im Schriftmusterbuch nachschlagen. Oft hilft es auch, Kollegen nach ihrer Meinung zu fragen. Ebenso ist es sinnvoll zunächst zu überlegen, welcher Schriftschnitt des Fonts wohl vorliegt.

Ins Detail gehen

Hat sich der Kreis der möglichen Schriften eingeengt, geht die genaue Sucharbeit los. Dabei müssen einzelne Buchstaben des Fonts mit denen im Schriftmusterbuch verglichen werden. Gut funktioniert das bei den Buchstaben „a“, „d“, „g“, „k“, „l“ und dem Versal-„T“. Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, sollte die gefundene Schrift im Musterbuch neben die Vorlage gelegt und Buchstabe für Buchstabe verglichen werden.

Font Identifier

Linotype bietet auf den Internetseiten einen „Font Identifier“ an. Er führt den Anwender Schritt für Schritt durch verschiedene Punkte, um eine bestimmte Schrift herauszufinden. Begonnen wird beispielsweise mit der Frage, wie der „Schwanz“ des Buchstabens „Q“ aussieht. Je nach Antwort werden weitere Fragen gestellt, die per Multiple-Choice-Verfahren beantwortet werden. Am Ende schlägt die Applikation die Schriften, die in Frage kommen, vor. Leider ist das Tool nur auf Englisch verfügbar. Auch mit dem Font Finder können Schriftarten aufgespürt werden. Dabei wird ein Schriftbild modifiziert. Anhand der Einstellungen werden passende Fonts aufgelistet.

Empfehlenswerte Schriftmusterbücher

Ohne ein Schriftmusterbuch fällt die Identifizierung eines Fonts schwer. Im Verlag Hermann Schmidt Mainz ist „Fraktur mon Amour“ erschienen, das 333 Frakturzeichensätze vorstellt. Der gleiche Verlag gibt außerdem die Bücher „Dreiklänge – SchriftMischMusterbuch“ von Wiebke Höljes und „Anatomie der Buchstaben“ von Karen Cheng heraus. Ebenfalls nützlich ist das Adobe Type Library Schriftmusterbuch. Es kann über den Online-Store von Adobe bezogen werden.

Schriftmuster selbst ausdrucken

Aus den auf einem Rechner vorhandenen Schriften können Windows- und Mac-Anwender auch selbst Beispielseiten drucken und damit ein eigenes kleines Schriftmusterbuch anlegen. Die gebräuchlichsten Druckschriften werden derzeit außerdem in einem Projekt gesammelt und vorgestellt. Auch dabei lassen sich Muster selbst ausdrucken. Weitere Informationen gibt es im LASERLINE News-Archiv.

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