Schreibregeln für Zahlen

21.03.2019
Bis zwölf werden Zahlen ausgeschrieben, ab 13 stehen sie als Ziffern. Wenn auch noch weit verbreitet, ist diese Regel mittlerweile veraltet. LASERLINE nennt die wichtigsten Schreibregeln für Zahlen und klärt auf, was in Sachen Zahlen erlaubt und üblich ist.

Auf dem Einkaufszettel stehen 6 Eier, zwei Flaschen Rotwein, 14 Kerzen, zwanzig Plastikgabeln. Keinen stören die unterschiedlichen Schreibweisen der Zahlen. Schließlich sieht die Liste meistens niemand außer dem „Autor“.

Was im Privatleben geht, ist im Geschäftsalltag undenkbar. Das Durcheinanderwerfen von Schreibweisen ist unprofessionell. Und Fehler sowieso. Das trifft auf den Unternehmensbericht genauso zu wie auf eine Werbebroschüre oder eine Kundenzeitung.

Ob Datum, Preise, Telefonnummern oder Mengenangaben: Sie haben ein Recht darauf, richtig geschrieben zu werden. Damit die dahinterstehenden Informationen schnell erfassbar sind.

DIN oder Duden

In Deutschland sind es vor allem die DIN 5008 und der Rechtschreib-Duden, die Regeln zum Schreiben von Zahlen herausgeben. Diese Regeln sind historisch gewachsen und richten sich heutzutage zu einem Großteil am Anspruch der Lesbarkeit aus. Denn gerade Zahlen transportieren meistens wichtige Informationen und sollten zudem den Lesefluss nicht verkomplizieren.

Quelle: Thor Alvis / Unsplash

Ausgeschrieben oder als Ziffer

Lange galt als Grundregel: Zahlen von eins bis zwölf werden ausgeschrieben. Ab 13 gilt die Ziffernschreibweise. Diese Regel stammt aus der Zeit des klassischen Buchdrucks und gilt nicht mehr.

Der Duden empfiehlt heute das Ausschreiben für höhere Zahlen, die lediglich zweisilbig sind – wie hundert oder zwanzig. Des Weiteren: Kurze Zahlen werden in Ziffern gesetzt, wenn man mit ihnen zum Beispiel Sportergebnisse vergleicht: „Die Gäste haben 12 Punkte, die Gastgeber sind bereits bei 24.“

Als weiteres Beispiel führt der Duden Inventarlisten an. „Es fehlen 3 Kuchengabeln und 7 Messer.“ Der Vergleichswert von Zahlen ist auch ein Grund, weswegen sie in technischen Fachtexten meistens als Ziffern notiert sind. Beim Datum wie dem 4. Mai ist die Ziffernschreibweise ebenfalls üblich.

Zusammen oder getrennt

Man könnte meinen, wenn klar ist, ob man Zahlen als Ziffer oder in Buchstaben schreibt, dann ist alles beantwortet. Beim Ausschreiben taucht dann aber zuweilen die Frage auf, ob zusammen oder auseinander geschrieben werden soll.

Der Duden empfiehlt das Zusammenschreiben, wenn die Zahlen kleiner als eine Million sind. Wenn sie größer sind, dementsprechend das Auseinanderschreiben: „166 Milliarden“ und „dreitausendfünf“.

Des Weiteren sagt die Duden-Regel D 65, dass Ordnungszahlen generell zusammengeschrieben werden. Und Dezimalzahlen als Wortgruppe.

Abkürzung oder komplett

Vor Abkürzungen sollte die Zahl als Ziffer stehen. Klassische Beispiele sind Maß- und Währungsangaben: „7 cm“ und „8 EUR“. Auch hinter einer Abkürzung wie „Nr. 9“ ist die Ziffer üblich. Immer mit einem Leerzeichen vor der Abkürzung.

Wird „Zentimeter“ ausgeschrieben oder auch „Euro“ oder „Nummer“, hat man die Wahl, ob Ziffern oder Buchstaben zum Einsatz kommen. Für Layouter ist wichtig, dass die Ziffern und die Abkürzungen durch einen Zeilenumbruch nie getrennt werden. Der Abstand kann etwas kleiner als ein klassisches Freizeichen fest definiert werden. Gleiches gilt auch in Verbindung mit Prozent- und Promillezeichen.

Wenn Ziffern mit Buchstaben in einem Wort kombiniert werden, hat man mehrere Möglichkeiten: hundertfach beispielsweise kann man auch „100fach“ und „100-fach“ schreiben. In Verbindung mit „teilig“ gibt es neben dem ausgeschriebenen Wort nur die Möglichkeit mit Bindestrich: „achtteilig“ und „8-teilig“. Die Regeln D 29 und D 30 aus dem Duden sind für solche Kombinationen hilfreich.

Auch das Gradzeichen „°“ steht direkt hinter der Ziffer. Wenn der Gradanzahl eine Einheit folgt, hat man die Wahl: Das Zeichen kann an der Einheit oder an der Ziffer stehen. Wobei die Kombination Gradzeichen und Einheit eher in der Fachsprache üblich ist: „39°“, „39 °C oder 39° C“. Schreiben Sie die Einheit aus, sollte auch das Gradzeichen ausgeschrieben werden: „39 Grad Celsius“.

Datum und Zeiträume

In Deutschland ist es üblich, zunächst Tag, dann Datum und zuletzt das Jahr zu schreiben. Laut Duden entweder als Zahlen und durch einen Punkt sowie ein schmales Leerzeichen voneinander getrennt („8.6.2019“) oder mit ausgeschriebenem Monat in Kombination mit einem Leerzeichen („8. Juni 2006“).

Nur am Satzende sollte man auch hinter die Jahreszahl einen Punkt setzen. Will man einen ganzen Zeitbereich, beispielsweise für ein Semester oder Schuljahr angeben, verwendet man einen Schrägstrich und keine Leerzeichen: „2019/03“ oder „1998/99“.

Nur Zahl oder schon Nummer

Wenn man Zahlen mit mehr als drei Stellen als Ziffern notiert, setzt man idealerweise zwischen jede Dreierkolonne (von der Einerstelle aus betrachtet) einen kleinen Freiraum. Das erhöht die Übersichtlichkeit: „1 424 350“.

Bei Preisen ist es üblich, anstelle dessen einen kaufmännischen Punkt zu setzen. Dezimalstellen werden mit einem Komma abgetrennt: „24.500,76 Euro“. Im Amerikanischen ist es übrigens umgekehrt. Dort schreibt man: „24,500.76 US-Dollar“.

Allerdings sind andere Unterteilungen üblich, wenn die Zahlen zu einer Nummer werden. Bekannteste Beispiele sind Telefonnummern, die IBAN oder die ISBN.

Bei Telefonnummern sollte es (auch nach der DIN 5008) mindestens eine optische Trennung zwischen der Vorwahl und dem Anschlussnummer geben. Die Durchwahl wird idealerweise mit einem Trennstrich angeschlossen: „030 467096-220“.

Für die IBAN gilt die optischen Trennung durch einen kleine Freiraum nach jeder vierten Ziffer. Und ISBN sind durch Bindestriche optisch gegliedert. Postleitzahlen werden im Allgemeinen – laut Duden – für Deutschland nicht gegliedert: 12345 Berlin.

Neue DIN in Arbeit

Der Duden und die DIN 5008 sind sich in vielem einig, aber nicht in allem. Das liegt etwa daran, dass ihre Zielgruppen unterschiedlich sind. Die Norm (Stand April 2011) gehört zum Bereich Büro und Verwaltung und behandelt laut dem Deutschen Institut für Normung die „Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung“. Der Duden richtet sich an ein allgemeineres Publikum.

Für April 2019 ist allerdings eine neue Fassung der DIN 5008 angekündigt. Dann mit dem leicht veränderten Titel „Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung“.

Und auch der Duden aktualisiert regelmäßig seine Auflagen. Es könnten also demnächst neue Regeln und Empfehlungen auf uns zukommen.

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