Schmutztitel - eine saubere Sache!

15.12.2011
Der Name trügt: Der Schmutztitel waren früher dazu da, Bücher sauber zu halten. Heute übernehmen die Schmutztitel andere Funktionen in einem Buch. Wir berichten.

Wer an Bücher denkt, hat saubere weiße Seiten und einen ansprechend gestalteten Umschlag vor Augen. Aber einen „Schmutztitel“?! Dennoch sind diese Schmutztitel fester Bestandteil von fast allen Büchern. Vor Verschmutzungen müssen sie mittlerweile aber nicht mehr schützen.

Woher kommen Schmutztitel?

Ihre Anfänge haben die Schmutztitel im 18. Jahrhundert genommen. Damals war ihre Bezeichnung noch wörtlich zu nehmen: Der „Schmutztitel“ lag auf dem eigentlichen Titel des Buches und schützte ihn vor Verunreinigungen.

Diese konnten beispielsweise beim Transport der ungebundenen Bücher passieren. Denn früher war es üblich, dass ein Buch als Paket loser Seiten gekauft und erst danach gebunden wurde.

Hinzu kommt, dass der Schmutztitel einen Puffer zwischen dem Buchumschlag und dem eigentlichen Titel schaffte. Als solcher existiert er beim Buchdruck noch heute.

Heutige Aufgaben

Der Schmutztitel ist heute immer die Seite eins in einem Buch, die jedoch nicht paginiert wird. Er wird auch Vortitel genannt und fasst häufig wesentliche Eckpunkte des Buches, beispielsweise Autor, Titel oder Verlag, zusammen. Oft trägt er das jeweilige Signet des Verlags, der das Buch herausgibt.

Alternativ ist es möglich, einfach eine leere Seite einzusetzen. Die Rückseite des Schmutztitels bleibt meist leer. Werkausgaben oder Bücher aus wissenschaftlichen Reihen führen hier den Reihentitel und -herausgeber.

Möglich sind auch Angaben zum Autor oder Illustrationen. In jedem Fall folgt auf den Schmutztitel der Haupttitel des Buchs, der vollständige Angaben zum Werk enthält. Möchte man ein Buch mit einer Widmung versehen, so eignet sich dafür die Schmutztitelseite bestens.

Teil der Titelei

Die Titelei eines Buchs besteht in der Regel aus dem Schmutz- oder Vortitel auf Seite 1 und dem Haupttitel auf Seite 3. Dazwischen findet sich eine meist leere Seite und das Impressum folgt auf Seite 4.

Diese Seiten werden nicht paginiert, aber bei der Pagina mitgezählt. Zwischen der Titelei und dem eigentlichen Textteil finden sich oft noch weitere Seiten, beispielsweise für Widmungen, Vorworte oder das Inhaltsverzeichnis.

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