Rückzug vom Kamera-Markt

08.02.2006
Die Firma Konica Minolta will sich aus dem Kamera-Geschäft zurückziehen und angeblich Bereich Digitalkamera an Sony verkaufen ...

Der Markt für hochwertige Digitalkameras sei zu preisgünstig geworden meint der japanische Kamerahersteller Konica Minolta. Deshalb zieht man sich aus diesem Geschäft nun zurück. Das angeschlagene Unternehmen will aber nicht nur seine Struktur überarbeiten und 3700 Mitarbeiter entlassen, sondern auch den Bereich digitale Fotoapparate absplitten. Sony ist ein dankbarer Abnehmer und will Spiegelreflexkameras bauen, die zu den Maxxum- und Dynax-Objektiven kompatibel sind. Derweil konzentriert sich Konica Minolta auf Fotokopierer und medizinische Darstellungsverfahren.

Probleme bei Konica Minolta

Das Unternehmen Konica und Minolta, das 2003 aus einem Zusammenschluss von Konica und Minolta entstand, ist nach Eastman Kodak und Fuji Photo der drittgrößte Hersteller von Foto-Filmen. Daneben konzentrierte sich Konica Minolta bislang auf die Geschäftsbereiche Kopierer, Kameras und medizinische Bilddarstellungsverfahren. Doch das Unternehmen gerät zusehends ins Straucheln. Bereits im November 2005 gab man deshalb eine Gewinnwarnung aus. Man erwarte dramatische Umsatzrückgänge, so hieß es, wodurch natürlich auch die Gewinne zurückgingen; eine Folge des stetig wachsenden Konkurrenzdrucks und der dabei sinkenden Gewinnspannen. Für das laufende Geschäftsjahr, das Ende März beendet wird, rechnet das Unternehmen deshalb mit einem Verlust von etwa 337 Millionen Euro, so die Warnung.

Rettungsmaßnahmen

Um die Firma zu retten, kündigte man bereits im letzten Jahr zahlreiche Umstrukturierungen an, darunter eine große Entlassungswelle bis Ende 2007 von 3700 Mitarbeitern weltweit, was 11 Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Aber auch einige Geschäftsfelder sind von den Rettungsmaßnahmen betroffen, denn Konica Minolta vertritt die Meinung, dass man "in der heutigen Zeit auf Digitalkameras setzt und es wurde immer schwieriger rechtzeitig passende Produkte mit unserer top optischen, mechanischen und elektronischen Technologie zur Verfügung zu stellen." Der auf dem Markt für Kameras als vergleichsweise klein anzusehende Anbieter will sich deshalb auf zwei Kerngeschäfte besinnen: Kopierer und Medizinische Darstellungsverfahren.

Digitalkamerasparte wird abgestoßen

Nicht weiter betrieben werde hingegen das Geschäft der Einlinsen-Digitalkameras. Und obwohl man erst im Juli 2005 zusammen mit Sony mit der Entwicklung digitaler Spiegelreflexkameras begonnen hatte, will Konica Minolta den gesamten Digitalkameramarkt nun für immer verlassen. Während Konkurrent Nikon nur noch wenige analoge Modelle anbietet und sich auf digitale Kameras fokusiert, plant Konica Minolta also zum 31. März 2006 den Rückzug. Dankbarerer Abnehmer ist Kooperationspartner Sony, die Meldungen zufolge mit Teilen von Konica Minoltas Kamerageschäft zukünftig digitale Spiegelreflexkameras bauen wollen, die auch zu den Maxxum- und Dynax-Objektiven kompatibel sind.

Alte Geräte - Neue Kameras?

Neben der Technologie übernimmt Sony zugleich auch die Serviceverpflichtungen für ältere Kameras aus dem Hause Konica Minolta. Ab dem 1. April kann deshalb der Kundenservice für Konica-Minolta-Kameras bei Sony in Anspruch genommen werden. Doch erst im Sommer plant Sony dann auch ein eigenes neues Modell. Die dafür notwendigen Assets werde man übernehmen, so eine Sony-Sprecherin.

Ende für Fotopapiergeschäft

Neben der Kamerasparte kündigte Konica Minolta aber auch die Einstellung der Herstellung von Filmen und Fotopapieren bis Ende März 2007 an. "Für Farbfilme und Farbpapiere werden wir abhängig von den Kundenanforderungen Schritt für Schritt unsere Produktlinie reduzieren und die Film- wie Fotopapierproduktion zum Ende des Geschäftsjahres 2007 am 31. März 2007 einstellen" kommentiert Konica Minolta seine Vorgehensweise. Und erklärt den Schritt damit, dass der Markt einfach zu groß und international geworden sei, um darin noch überleben zu können.

Bedeutung für die Branche

Für die Branche bedeutet der neue Kurs bei Konica Minolta einen überraschenden und zugleich drastischen Einschnitt. Experten sehen sogar den Mitbewerber Fuji ebenfalls davon betroffen, gerate dieser doch derzeit unter einen ähnlichen Druck. Fuji könnte deshalb bald ähnliche Abbaupläne schmieden, wie Konica Minolta, wird gemunkelt. Allerdings konzentriert sich Fuji noch immer mehrheitlich auf den Film- und Fotopapierbedarf, wohingegen Konica Minolta allein durch Kameras 25 Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftete. Die Verluste in diesem Bereich trafen das Unternehmen deshalb besonders hart.

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