RAW schlägt JPEG

14.04.2011
Zwei Speicherformate, eine klare Empfehlung: Warum man Bilder für flexiblere Möglichkeiten besser im RAW-Format als im JPEG-Format sichern sollte, beschreiben wir in diesem Artikel.

Was ist RAW, was JPEG?

RAW steht für das englische Wort für „roh“, „raw“. Deshalb bezeichnet man RAW auch als „Rohdatenformat“. Darin enthalten ist bereits die wichtigste Definition: Die Daten werden im RAW-Format ohne wesentliche Veränderungen auf der Speicherkarte der Kamera gesichert. Deshalb bezeichnet man das Format als „digitales Negativ“. Die Abkürzung JPEG geht auf die „Joint Photographic Experts Group“ zurück, die das Format 1992 entwickelt hat. Der wesentliche Unterschied zu RAW besteht darin, dass die Bilddaten komprimiert auf die Speicherkarte geschrieben werden. Dabei gehen jedoch Bildinformationen verloren.

Warum ist RAW besser?

Das „digitale Negativ“ sichert Bilder verlustfrei und macht so den Weg frei für viele spätere Bearbeitungen am Rechner. Außer Blende, Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit können alle Einstellungen, die bei der Aufnahme getroffen wurden, später verändert werden. Ein mehrmaliges Bearbeiten und Wieder-Abspeichern schadet der Dateiqualität nicht. Dynamik und Helligkeitsumfang sind bei Bildern, die im RAW-Format gespeichert wurden, höher: JPEG sichert pro Farbkanal 256 Helligkeitsabstufungen, RAW-Dateien können bis zu 16.384 Helligkeitsabstufungen enthalten.

Gibt es auch Nachteile?

Weil RAW-Bilder nicht komprimiert werden, sind die Dateien deutlich größer als bei JPEG. Das heißt natürlich, dass viel weniger Fotos auf eine Speicherkarte passen. Ein weiterer Nachteil ist herstellerbedingt: Jeder Anbieter von Kameras nutzt in der Regel sein ganz eigenes RAW-Format. Dadurch benötigt man entweder spezielle Softwareprogramme genau dieses Herstellers oder einen RAW-Konverter. Adobe hat beispielsweise 2003 das Plug-in Camera Raw veröffentlicht und seither mehrfach aktualisiert. Es ist in Adobe Photoshop CS5 integriert. Adobe Photoshop Lightroom 3 kann ebenfalls das Format von zahlreichen Herstellern verarbeiten.

Was ist mit TIFF und DNG?

Weitere Bilddatenformate sind TIFF und DNG. Mit DNG hat Adobe eine Alternative zum RAW-Format entwickelt und 2004 vorgestellt. Die Abkürzung bedeutet „Digital Negative“. Adobes Ansatz war, einen herstellerunabhängigen, offenen Standard für Rohdatenbilder zu etablieren. Derzeit unterstützen jedoch erst wenige Kameraanbieter DNG. Das „Tagged Image File Format“, kurz TIFF, gibt es seit 1994. TIFF-Dateien haben ebenfalls einen hohen Speicherbedarf, erhalten aber auch relativ viele Bildinformationen. Das Format kommt vor allem bei der Weitergabe von hoch aufgelösten Dateien zum Einsatz.

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