Plakatschriften vorgestellt

19.03.2009
Auffallende Lettern, prägnantes Schriftbild: Plakat-Schriften stechen erst ab einer bestimmten Größe ins Auge. Auch hier gibt es typografische Klassiker und moderne Fonts.

Plakatschriften bringen Ankündigungen, Slogans und andere wichtige Botschaften groß heraus. Spezielle Fonts nehmen auf die Lesbarkeit und die extremen Schriftgrößen Rücksicht: Mittlerweile stehen Gestaltern zahlreiche Plakatschriften zur Verfügung. Bereits etablierte Fonts stehen neuen Entwicklungen gegenüber.

Die Geschichte der Plakatschriften

Der Begriff „Plakatschrift“ stammt aus dem Satz mit Blei- beziehungsweise Holzlettern. Plakatschriften haben eine Größe von mindestens 48 Didot-Punkten. Die entsprechenden Lettern wurden daher meist nicht aus Blei – da zu teuer – sondern aus Holz hergestellt. Dafür gab es eigene Holztypenmanufakturen. Die ersten Plakatschriften entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts in den USA. Sie wurden nicht nur für Plakate, sondern auch für Überschriften eingesetzt. Die teure Produktion der Holzlettern für den Plakatdruck wurde in Deutschland Mitte der 1970er Jahre eingestellt.

Plakatschriften heute

Heute versteht man in der Typografie unter Plakatschriften Fonts, die vor allem für die Verwendung von großen Schriftgrößen hin entwickelt wurden. Einige Plakatschriften enthalten nur Versalien. Plakatschriften sind darauf ausgelegt, auch aus größerer Entfernung gut lesbar zu sein. Außerdem enthalten Sie oft viele Informationen auf relativ wenig Platz. Daher sind viele Plakatschriften fett und schmal gestaltet. Des Weiteren gibt es unter dem Stichwort „Plakatschrift“ Anleitungen, wie entsprechende Plakatschriften selbst mit dem Faserschreiber erstellt werden können.

Klassiker

Zu den klassischen Plakatschriften zählen beispielsweise die Frutiger Black Condensed, die ITC Garamond Bold Condensed, Futura Extrabold Condensed, Plak, Baskerville Classico, Poster Bodoni, Avenir oder Trade Gothic. Alle überzeugen durch ein klares Schriftbild. Die meisten klassischen Plakatschriften sind ohne Serifen gehalten und harmonieren hervorragend mit unterschiedlichen Schriften für den Fließtext.

Experimentelle Schriften

Außergewöhnliche Fonts finden sich auch unter den Plakatschriften. Meist erinnern sie von Haus aus an bestimmte Verwendungszwecke. Die teigartige Schrift F2F Tagliatelle Sugo passt zu einem italienischen Rest

aurant, während Old Town No 536 zum Wild-West-Image gehört. Linotype Bigband könnte in der Tat das Konzert einer Band ankündigen und Linotype Spacera einen Science-Fiction-Film. Hinzu kommen Schriften, deren einzelne Buchstaben schon Bilder widerspiegeln: Beispielsweise Toolbox, deren „O“ in Form eines Sägeblatts konzipiert wurde oder Linotype Zootype mit Punzen in Form von Tierköpfen.

Schriftgröße erhöhen

Viele Plakatschriften bestehen aus „regulären“ Fonts, deren Schriftgröße lediglich erhöht wurde. Hier kann jedoch nicht stur nach Schriftgrößen-Punkten vorgegangen werden – vielmehr wirken manche Schriften von Haus aus größer als andere. Eventuell ist für ein harmonisches Gesamtbild auch ein manueller Ausgleich der Laufweite zwischen den Buchstaben nötig (Kerning). Für die Verwendung als Plakatschrift kommen zum Beispiel die Fonts Zapfino, Mistral oder Forte in Frage.

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