Papiergewicht berechnen

28.02.2019
Wie schwer ist ein Bogen Papier? Wie hoch ist die Grammatur? Welche Gewichte gibt es bei Papier auf Rollen? Mit den richtigen Formeln lässt sich das alles ausrechnen.

80-Gramm-Papier. Über diesen Begriff denken die wenigsten nach, weil er für das herkömmliche Druckerpapier steht, das heutzutage fast jeder zu Hause hat – gleichgültig, ob dort ein Laserdrucker oder Inkjetdrucker zum Einsatz kommt.

Knackig fasst dieser Begriff zusammen, worum es geht: um ein Papier mit einer Grammatur von 80 Gramm pro Quadratmeter. Grammatur ist also das Flächengewicht – eine wichtige Angabe, wenn es um Papiere geht.

Quelle: Padrinan / Pixabay

Wie viel wiegt ein Papierbogen?

Wenn ein Brief mehr als 20 Gramm wiegt, kostet er mehr. Das ist vielleicht nicht so schlimm, wenn es um einen einzelnen Brief geht. Wer aber Werbemailings in hoher Auflage versendet, für den macht ein erhöhtes Porto schnell mehrere hundert Euro aus.

Deswegen geht es beim Auswählen des richtigen Papiers nicht nur darum, haptisch und optisch etwas Besonderes zu haben. Sondern es geht auch um das Gewicht. Beispielsweise wiegt ein gussgestrichenes Papier mehr als ein ungestrichenes – ein Kunstdruckpapier mehr als Bilderdruckpapier.

Es stellt sich also die Frage, wie viel das Papierstück wiegt, das man versenden möchte. Fachleute sprechen vom Bogengewicht (G) – und berechnen es nach folgender Formel:

L x B x Q / 10.000 = G

L ist die Länge des Papierbogens in Zentimetern, B die Breite und Q das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter.

Beispiel: Der Papierbogen misst 61 mal 86 Zentimeter, das Flächengewicht beträgt 80 Gramm pro Quadratmeter.

Berechnung: 61 x 86 x 80 / 10.000 = 41,97

Der Papierbogen wiegt also knapp 42 Gramm.

Flächengewicht von Papier als Bogen

Wenn das Bogengewicht bekannt ist sowie die Länge und die Breite des Papiers, lässt sich nach derselben Formel natürlich das Flächengewicht beziehungsweise die Grammatur ausrechnen. Beide Begriffe stehen für das Gewicht pro Quadratmeter.

Anhand des Flächengewichtes lassen sich Papierqualitäten gut miteinander vergleichen. Oft gelten schwerere Papiere im Vergleich zu leichteren als hochwertiger – vor allem, wenn es darum geht, wie sie sich anfühlen.

Aber es gibt auch Anforderungen, die besonders leichte Papiere benötigen. Beipackzettel von Medikamenten zum Beispiel. Sie passen nur deswegen in die Verpackung, weil sie so dünn und leicht sind – und sich gleichzeitig gut falten lassen.

Grenzen in der Wahl der Papiere setzen auch die Druckmaschinen. Sind die Papiere zu leicht oder zu schwer, lassen sie sich nicht mehr gerade durch die Maschine führen. Zum Berechnen der Grammatur (Q) verwendet man folgende Formel:

G x 10.000 / L x B = Q

G ist das Bogengewicht in Gramm. L die Länge des Papierbogens in Zentimetern und B seine Breite.

Beispiel: Der Papierbogen wiegt 42 Gramm. Der Bogen ist 81 mal 86 Zentimeter groß.

Berechnung: 42 x 10.000 / 81 x 86 = 60,29

Das Flächengewicht des Bogens beträgt also gut 60 Gramm pro Quadratmeter.

Wie viel wiegt eine Papierrolle?

Wer an ein A4 großes 80-Gramm-Papier denkt, kann sich oft nicht vorstellen, dass Papier als schwer empfunden werden kann. Aber Papierrollen, wie sie große Rollenoffsetmaschinen verarbeiten, fassen so viel Papier, dass eine Rolle schon einmal 3.000 Kilogramm wiegen kann.

Kennt man die Rollenlänge und das Gewicht eines Laufmeters, lässt sich das Gewicht der Papierrolle (GR) ermitteln. Mit folgender Formel:

LR x GM / 1.000 = GR

LR ist die Rollenlänge in Metern. GM entspricht dem Gewicht für einen Laufmeter des Papiers in Gramm.

Beispiel: Die Papierrolle ist 6.400 Meter lang, ein Laufmeter des Papiers wiegt 50,4 Gramm.

Berechnung: 6.400 x 50,4 / 1.000 = 322,56

Die Papierrolle wiegt demzufolge fast 323 Kilogramm.

Flächengewicht eines Papiers auf Rolle

Bezieht man nun die Breite der Papierrolle mit ein, lässt sich das Flächengewicht von Papier (Q) ebenfalls berechnen. Die Formel lautet:

GR x 100.000 / LR x B = Q

LR ist die Rollenlänge in Metern, B die Breite der Papierrolle in Zentimetern.

Beispiel: Die Papierrolle wiegt 323 Kilogramm. Die Rollenlänge misst 6.400 Meter, die Breite der Papierbahn 63 Zentimeter.

Berechnung: 323 x 100.000 / 6.400 x 63 = 80,11

Das entsprechende Papier wiegt demzufolge gut 80 Gramm pro Quadratmeter.

Im Grunde genommen handelt es sich um dieselbe Formel, die man zum Berechnen der Grammatur eines Papierbogens verwendet. Es ist schließlich egal, ob man von einem Bogen ausgeht, der flach vor einem liegt, oder von einem, der aufgerollt ist. Flächengewicht bleibt Flächengewicht.

Da man aber bei Rollen von einem Gewicht in Kilogramm und von einer Länge in Metern spricht, nimmt man die Werte mit 100.000 mal. Bei einem Bogen Papier geht man von Gramm und Zentimetern aus – und arbeitet deswegen mit 10.000.

Papier ist ein Naturprodukt

Die Grammatur eines Papieres kann innerhalb der Gewichtsklasse um 5-10 Prozent nach oben oder unten abweichen. Darauf weisen unsere Papierhersteller hin. Je nach Produktionsart (gestrichenes oder unterstrichenes Papier) gibt es weitere Unterschiede.

Insofern kann (und darf) es vorkommen, dass die Grammatur eines 170 g/m² schweren, ungestrichenen Papiers zwischen 161 g/m² und 179 g/m² schwankt. Auch Karton (mit 250 g/m² und mehr) kann diese Toleranzen aufweisen.

Da Papier ein Naturprodukt ist, entstehen diese Schwankungen bereits bei der Produktion. Daher sollte bei Aktionen, bei denen das Papiergewicht relevant ist (bspw. für die Portoberechnung), ein Nachwiegen stattfinden oder vorab mit ausreichend Puffer geplant werden.

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