Panoramafotografie Teil II

07.02.2013
Was Sie brauchen, damit Ihre Kamera so schwenkt wie die Software es will,

Panoramafotografie ist ein Hexenwerk der Softwarekunst – eigentlich. Denn wenn die Rohdaten schlecht sind, wird auch das fertige Bild schlecht. Da ist Physik einfach grausam. Einmal vom Aussichtsturm sich knipsend drehen und weit entfernte Motive aufnehmen – das kriegt Photoshop auch mit Schüssen aus der Hand zusammengebaut. Aber bei Motiven mit Tiefenstaffelung und feinen Details, braucht es einen richtigen nivellierten Panoramateller auf dem Stativ. Wir zeigen was man braucht und was noch mehr hilft.

Den Dreh raus

 Quelle: Kesberger


Das erste Prinzip der Hardware ist einfach. Die Kamera muss sich drehen und zwar möglichst im Wasser, d.h. ohne dabei zu schwanken wie ein betrunkener Matrose. Vielen normalen Stativköpfen steht dabei schon einmal im Weg, dass die Panoramaverstellung unten ist und die Kugel darüber erst die Kamera ausrichtet. Clevere Konstruktionen wie der Arca-Swiss p0, der Novoflex CB-3 II oder der Acratech GP Ballhead drehen das Prinzip einfach rum und packen die Kugel nach unten.

Jetzt mach aber mal nen Nodalpunkt

 Quelle: Novoflex


Die Kamera dreht sich nun, fragt sich nur wie. Nämlich um den Nodalpunkt. Um den was? Die Krux bei der Panoramafotografie ist immer das Verhältnis von Nähe und Ferne. Nur wenn die Drehachse exakt der des Objektivs entspricht, dann wird der weit entfernte Laternenpfahl im Verhältnis zu dem näher liegenden immer mit der gleichen Perspektive aufgenommen und springt nicht von Einzelbild zu Einzelbild wild hin und her. Dazu muss das Panoramasystem auf dem Stativkopf nicht nur um 360° drehbar sein, sondern auch eine Längsverschiebung der Kamera ermöglichen, denn das Stativgewinde entspricht nie der Drehachse des Objektivs. Meist muss die Kamera dazu mehr oder weniger stark nach hinten verschoben werden. Das kann ein Einstellschlitten ermöglichen oder kompakter eine lange Platte für das Schnellwechselsystem.

Ab in die Höhe

 Quelle: Kesberger


Die zweite Stufe eines Panoramasystems erlaubt diesen Schwenk auch in der Hochformatstellung der Kamera. Da durch die Kreisbewegung eh die kompletten 360° abgebildet werden können, erhöht sich die Höhe des Panoramas dadurch bei Kleinbildkameras um 50 % und so steigert sich auch die Auflösung. Bei Micro-Four-Thirds mit dem Seitenverhältnis von 3:4 erhöht die sich zumindest noch um 33 %. Wer noch höher hinaus will, braucht in der Hochformatposition noch einen zweiten Panoramadrehteller. Dann lassen sich auch mehrzeilige Panoramen erstellen. Neben diesen ein- oder mehrzeiligen Klassikern gibt es auch schrägstehende Slant-Systeme, die für Fisheye-Objektive optimiert sind und so mit möglichst wenigen Einzelbildern ein Kugelpanorama ermöglichen.

Mit und ohne Rast

 Quelle: Novoflex


Die Anforderungen an solche Systeme sind mechanisch hoch. Da darf nichts wackeln, auch wenn die Kamera mehr Hebelwirkung liefert als dem Panoramakopf lieb ist. Grundsätzlich unterscheiden wir Systeme bei denen man die einzelnen Schritte an einer Skala abliest oder Modelle mit festen Rastungen, die sich am besten auch noch variabel (je nach Objektivbrennweite) einstellen lassen. Noch komfortabler geht das natürlich mit Schrittmotoren, aber das wird dann deutlich teurer und schwerer. Wichtig sind auch die Kameraplatten, die möglichst weit verstellbar sein sollten. Bei Spiegelreflexweitwinkelzooms kann der Nodalpunkt schon einmal 15 cm vom Stativgewinde entfernt liegen. Dazu braucht es eine Skala, um das System auch für mehrere Kombinationen nutzen zu können. Es gibt allerdings auch Hersteller wie PT4Pano, die besonders kompakte Systeme anbieten, die dann nur für eine Kamera-Objektiv-Kombination fertig montiert werden.

Der erste Teil unserer Serie ist hier am 03.01.2013 erschienen. Die nächste Folge zum Thema Software erscheint Ende Februar.

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