OpenRAW Working Group

26.05.2005
Eine Arbeitsgruppe von Fotografen engagiert sich für die Öffnung des Rohdatenformats von Digitalkameras und deren freie Dokumentation ...

Viele Anbieter von Rohdatenformaten bei Digitalkameras, gemeinhin als RAW bekannt, bieten jeweils ihr eigenes Format an. Hierdurch besteht die Gefahr, dass Fotografen auf Grund eingestelltem Supports bald schon nicht mehr auf ihre Fotoarchive zugreifen können. Die OpenRAW Working Group, initiiert vom deutschen Fotografen Jürgen Specht, nimmt sich dieses Dilemmas an und fordert freie und dokumentierte Rohdaten von Digitalkameras.

Nikon verschlüsselt RAW-Daten

Ende April zog Nikon sich wegen verschlüsselter RAW-Daten der digitalen Spiegelreflexkameras D2X und D2H den Unmut von Drittanbietern wie Nutzern auf sich. Mit seinem eigenen NEF-Format verschlüsselte Nikon unter anderem die Daten des Weißabgleichs. Deshalb kann man zwar aus beiden Kameras die Rohdaten auslesen, nicht aber die Informationen über den Weißabgleich. Diese sind später von Hand wieder hinzuzufügen. Zwar wurde die Verschlüsselung von diversen Softwareherstellern schnell "geknackt", auf Grund rechtlicher Probleme dieses Vorgehens aber zog unter anderem Adobe die vollständige Unterstützung dieser beiden Kameramodelle wieder zurück.

RAW ist nicht gleich RAW

Nicht nur bei Nikon besteht dieses Problem. Obwohl sich das Rohdatenformat RAW bei den meisten professionellen Fotografen mehr und mehr durchsetzt, da es für die digitale Bildbearbeitung besser zu verarbeitende Daten liefert, ist RAW noch lange nicht RAW. Jeder Hersteller baut hier an seinem hauseigenen "Standard" und die Fotografen sind darauf angewiesen, dass dieser "Standard" vom Hersteller auch weiterhin unterstützt wird. Die Gefahr, dass man in Zukunft wegen eingestelltem Supports des Formats seitens des Herstellers nicht mehr auf seine Bildarchive zugreifen können wird, ist groß. Ohne eine Öffnung der Formate oder der Einführung eines offenen und echten Standards, für den sich derzeit unter anderem Adobe einsetzt, ist eine langfristige Archivierung und das Auslesen der darin enthaltenen Daten nicht mehr gewährleistet.

Engagement für offenes RAW: OpenRAW Working Group

Professionelle Fotografen wie der in Japan tätige deutsche Fotograf Jürgen Specht sehen deshalb die Langzeitarchivierung und Softwareunterstützung Ihrer Arbeit in großer Gefahr. Die von Jürgen Specht ins Leben gerufene OpenRAW Working Group hat sich deshalb der Öffnung der Rohdatenformate von Digitalkameras verschrieben. Das Engagement der Arbeitsgruppe bezieht sich vor allem auf die Forderung, dass Kamerahersteller ihre RAW-Formate der Öffentlichkeit und damit den Programmentwicklern zugänglich machen - in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch in der Zukunft. Nur so kann gewährleistet werden, dass zahlreiche Bilder und deren Daten bald schon nicht mehr zugänglich sind und es keine Software mehr geben wird, die diese decodiert.

Unterstützung des OpenRAW-Gedankens

Viele Fotografen sind beunruhigt über die Entwicklungen des RAW-Marktes und dadurch entstandene Bedrohung ihrer Daten. Um dieser Beunruhigung den Herstellern gegenüber gebündelt Ausdruck zu verleihen rief die OpenRAW Working Group eine eigene Webseite unter www.openraw.org ins Leben, auf der man seine Meinung sagen kann und Hersteller dazu ermutigt werden sollen, sich einem offenen Standard wie dem von Adobe mit seinem Format DNG ins Leben gerufenen anzuschließen. Nur so können zukünftige RAW-Probleme verhindert werden.

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