Neues von Corel

06.07.2006
Weiterentwicklung eines aufstrebenden Unternehmens - Übernahme von WinZip, Designer Professional 12 mit 3D-CAD-Funktionen, Modulverknüpfung im Baukastensystem ...

Der kanadische Hersteller von Grafik- und Büro-Software Corel expandiert nach seiner im Mai durchgeführten Börsenrückkehr weiter: Inzwischen wurde WinZip, dessen gleichnamiges Windows-Programm zum Komprimieren und Dekomprimieren von Dateien sehr erfolgreich ist, übernommen. Mitte Mai stellte das Unternehmen dann die professionelle Variante von Corel Designer vor, mit der sich 3D-CAD-Daten importieren und in der Software verarbeiten lassen. Und unlängst kündigte Corel für Herbst 2006 ein Modul- und Webservice-System an, mit dem sich digitale Bilder und Videos leichter organisieren und verarbeiten lassen.

Corel übernimmt WinZip

Anfang Mai gab die Corel Corporation, Hersteller von Grafik- und Bürosoftware den Abschluss ihre Rückkehr an die US-Technologiebörse Nasdaq bekannt. Insgesamt 6,5 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 16 US-Dollar wurden hierzu wieder an der Börse platziert. Gleichzeitig mit dem Abschluss der öffentlichen Erstemission erwarb Corel aber auch von seinem ehemaligen Hauptbesitzer Vector Capital alle umlaufenden Wertpapiere von WinZip und kaufte damit den Hersteller von Kompressions-Software WinZip auf. Ziel dieser Übernahme war zum einen der bessere Vertrieb von WinZip über die Corel-Verteiler. Zum anderen aber profitierte auch Corel davon, denn mit WinZip holte man sich das im Bereich Komprimieren und Dekomprimieren von Dateien wohl bekannteste Windows-Programm an Bord und erhielt damit ein weiteres Zugpferd für den Vertrieb der Corel-Produkte.

Corel macht Designer 12 fit für Profi-Anwendungen

Doch nicht nur den Anwender der Corel Draw Graphics Suite X3, die kürzlich auf Deutsch erschienen ist, oder den Nutzer von Bürosoftware (WordPerfect Office Produktlinie) will Corel erreichen. Auch die professionellen Anwender werden mit der Designer-Produktlinie, dem Präzisionszeichenwerkzeug für technische Illustrationen, inzwischen intensiv angesprochen. Um diesen Nutzern noch mehr Service zu bieten stellte Corel ebenfalls im Mai eine Professional-Variante des technischen Illustrationsprogramms Designer 12 der Öffentlichkeit vor, das sich auf detaillierte technische Zeichungen spezialisiert hat. Mit dem neuen Designer Professional 12 lassen sich zudem 3D-CAD-Daten importieren und in der Software verarbeiten. Hierzu nutzt das Programm diverse Import-Filter für 3D-CAD-Dokumente, die Corel vom US-Unternehmen Spatial Corp. übernommen hatte, und kann nun die Formate IGES, ProE, SAT, CATIA 4 und CATIA 5 interpretieren. Importiert werden die Daten dann als 2D-Konstruktionszeichnungen. Für 5750,- EUR erhält der Nutzer neben der Basisversion (nur mit einem Importfilter) auch Photo-Paint 12, CorelTrace, Capture sowie einen 1-Jahres-Wartungsvertrag. Zusätzliche Importformate kosten dann extra.

Module für Baukastensoftware ab Herbst 2006

Neu von Corel vergangene Woche vorgestellt wurde auch ein für Herbst angekündigtes System aus Desktop-Modulen und Webservices. Das vollommen neue und innovative System wird, so Blaine Mathieu, Leiter der Digital Imaging-Sparte bei Corel, gegenüber dem US-Branchendienst CNet, derzeit unter dem Namen "Alta" entwickelt. Ziel ist es, nicht nur ein sicheres Websystem für das Management digitaler Bilder zu erstellen, sondern auch ein brauchbares Sortiment an Werkzeugen zur Bildverarbeitung und -verwaltung online anzubieten. So kann man mit diesem Softwaremodulpaket beliebige Dienstleister im Internet anbinden und Bildverarbeitung, -verwaltung und -ausgabe bei vielen verschiedenen Anbietern (insbesondere von Bildausgabe und Fotoalbenherstellung) online durchführen. Zusätzliche Funktionen sind außerdem in Form von Modulen nachrüstbar, die sowohl von Corel aber auch von anderen Anbietern stammen können, da Corel die Schnittstelle offen legen will. Ein derart offenes System existiert bislang noch nicht auf dem Markt, weshalb Corel hier die Vorreiterrolle spielen könnte. Technische Details und Preise aber wollte Corel auch in einer eigenen Pressemitteilung noch nicht offenbaren. Es bleibt also abzuwarten, ob das Softwareunternehmen den Markt der Online-Bildverwaltung und -Ausgabe mit "Alta" neu aufrollen wird.

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