Neues aus der Typografie

10.07.2008
Dieses Jahr fanden wieder die Leipziger Typotage statt. Auch der Type Director’s Club hat neue Schriften prämiert. Ein Blick auf die Veranstaltungen und die neuen Fonts.

Zwei wichtige Termine für die Schriftgestaltung liegen nun hinter uns: In Leipzig fanden die Typotage statt und in New York hat der Type Director’s Club neue Schriften ausgezeichnet. Sieben Fonts wurden dabei prämiert. Beide Veranstaltungen lieferten Diskussionsstoff und Anregungen rund um die Schriftgestaltung.

Leipziger Typotage

Ende April dieses Jahres trafen sich Typografen, Layouter und Designer zu den Leipziger Typotagen, die bereits seit 14 Jahren veranstaltet werden. Im Mittelpunkt stand das Thema „Zeitungstypografie im Umbruch“. Rund 100 Teilnehmer verfolgten die Vorträge im Museum für Druckkunst Leipzig. Die Referenten, darunter der Art Director der Süddeutschen Zeitung Eberhard Wolf und Johannes Janssen, Layouchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bestätigten, dass das 400 Jahre alte Zeitungswesen derzeit „einen Paradigmenwechsel“ durchmacht. Dieser Wandel macht auch vor der Typografie und dem Layout nicht halt.

Farbe und Infografiken

Das veränderte Leseverhalten habe bei Zeitungen dazu geführt, dass vermehrt Farben, Bilder und Infografiken eingesetzt werden, so das Credo der Veranstaltung. Außerdem rückt das klassische Zeitungslayout in den Hintergrund. Stattdessen werden immer mehr Zeitungen im Magazinlayout gestaltet. Allgemein geht die Entwicklung hin zu kleineren Formaten, die mehr Freiheit in der Gestaltung lassen und monothematische Seiten ermöglichen. Zudem gewinnt der Weißraum immer mehr an Bedeutung und in seinem Windschatten auch großzügige Durchschüsse und gut lesbare Schriften.

TDC2 Award 2008

Zum elften Mal organisierte der Type Directors Club dieses Jahr den Wettbewerb für Schriftgestaltung. Gegründet wurde der Club im Jahr 1946, als sich New Yorker Agenturtypografen regelmäßig zum Mittagessen trafen. Daraus entstand die Idee, einen eigenen Club zu gründen. Die eingereichten Arbeiten des TDC2 Award 2008 wurden Anfang des Jahres von der Jury bewertet – die Sieger stehen jetzt fest.

Kategorie Schriftfamilie

Insgesamt wurden 21 Auszeichnungen vergeben, darunter sieben in der Kategorie „Text/Schriftfamilien“. Darunter ist die arabische Schrift „Al Rajhi“ von Habib Khoury Sie ist in den Schriftschnitten Regular und Bold verfügbar. Die Schrift „Marat“, die teilweise Serifen aufweist, stammt vom niederländischen Gestalter Ludwig Übele. Es gibt sie in den Schriftschnitten Roman, Italic, Smallcaps, Regular, Bold, Black.

Fonts für spezielle Aufgaben

Für die afrikanische Sprache Amharisch, die vor allem in Äthiopien gesprochen wird, haben mehrere Designer den Font „OTS Ethiopic“ gestaltet. George Ryan, Jim Wasco, Jelle Bosma und Daniel Yacob haben das Ziel verfolgt, eine Schrift zu entwickeln, die sich auch bei geringer Auflösung auf elektronischen Displays wiedergeben lässt. Speziell für die Darstellung der spanischen Sprache hat der mexikanische Schriftgestalter Cristóbal Henestrosa die Schrift „Fondo“ entwickelt. Der sehr klare Font ist in Regular, Italic, Bold, Bold Italic und Smallcaps erhältlich.

Klassiker in anderer Schriftsprache

Prämiert wurde auch die Schrift „Palatino Arabic“ von Nadine Chanine und Hermann Zapf, erhältlich über Linotype. Klar und im Fließtext gut lesbar ist die Schrift „Tiina“ vom Genfer Designer Valentin Brustaux Sie ist in Roman und Italic erhältlich. „Vodafone Hindi“ ist dagegen die indische Version der „Hausschrift“ des gleichnamigen Mobilfunkanbieters. Gestaltet wurde der in Light, Regular und Bold verfügbare Font von Fiona Ross, Tim Holloway und John Hudson.

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