Mehr als kreatives Prekariat

08.12.2011
Dortmund hat mehr als Doppelpässe zu bieten. Das been out-Festival und aktuelle Ausstellungen fächern den Kunstbegriff inspirierend weit auf.

Anregungen, Ideen, Projekte: Das Kulturhauptstadtjahr zeigt allen Unkenrufen zum Trotz doch positive Langzeiteffekte für die Kunst im Pott. In der ehemaligen Dortmunder Union-Brauerei befindet sich das "Dortmunder U - Zentrum für Kunst und Kreativität". Doch nicht nur die kreativen Spätfolgen des Bierbrauens laden zum Besuch in der Fußballstadt ein. Auch in der direkten Nachbarschaft ist die Kreativität längst mehr als ein Feigenblatt des Strukturwandels.

Das Festival für junge Gegenwartskunst "Bohème Précaire"

Spannendstes Beispiel dafür ist das einwöchige Festival mit dem Titel "been out, vol. 1", das noch bis zum 10. Dezember geht. Thema der Projekte ist die "Auseinandersetzung von künstlerischen Strategien mit öffentlichen, urbanen Räumen". Die Ausstellungsmacher haben neue Positionen von Nachwuchskünstlern gesucht und zeigen die sechs besten Werke in einer Ausstellung in der "Ständigen Vertretung" in Dortmund in Wurfweite zum Dortmunder U. Damit die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen künstlerischen Strategien nicht zu trocken wird, runden abendliche Rap-, Science- und Poetry-Slam-Gipfel sowie Konzerte und Partys das Programm ab.

Das Kabinett der Effekte

Falls Sie noch nie von einem Studiengang "Szenografie" gehört haben, dann ist jetzt die beste Gelegenheit sich ein absichtsvoll irritierendes Bild davon zu machen. Die Abschlussarbeiten gleich dreier Hochschulen setzen ganz auf Effekte. Hier springen keine Kaninchen aus dem Zylinder, genauso wenig wie Jungfrauen zersägt werden. Aber die Wirkung der bis zum 15. Dezember im Dortmunder U gezeigten Ausstellung ist verblüffend. Doch die Exponate wollen auch aufmerksam machen auf die Kunst, womöglich die Magie, mit der eine derartige Wirkung erreicht wird. Die technischen und medialen Tricks, die zum Einsatz gebrachten Medien und die ästhetischen Entscheidungen offenbaren sich den Besuchern. Ehrliche Effekte statt konzeptioneller Hirnverschwurbelungen.

Der zweite Blick. Sammlung in Bewegung

Bei soviel junger Kunst wird einem im Kontrast wieder einmal das Alter der Klassischen Moderne bewusst. Ob auch die Qualität, das bleibt natürlich dem Besucher im Dortmunder U überlassen. Ein Jahr nach seinem Einzug zeigt das dort heimisch gewordene Museum Ostwall erstmals eine neue Präsentation der hauseigenen Sammlung. Picasso trifft auf Henry Lauren und Paula Modersohn-Becker auf Karl-Schmidt-Rotluff. Während wir uns als Druckerei natürlich besonders über die vierte und fünfte Etage freuen, in der anlässlich des 100. Geburtstages von Harry Fränkel seine Druckgrafiken in gleich zwei aufeinander folgenden Ausstellungen gezeigt werden.

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