MacIntel-Creative Suite

12.09.2005
Die Mac-Version von Adobes CS für Intel-Prozessoren wird sich bis Ende 2006 hinziehen - die Gründe dafür sind vielfältig, meint Adobe-Chef Bruce Chizen ...

Als Steve Jobs im Juni den Mac auf Intel-Basis vorstellte, war es der Geschäftsführer von Adobe Bruce Chizen, der einen wahren Lobgesang abhielt. In einem Interview zeigt er sich nun doch etwas zurückhaltender und kündigt die Umsetzung der Creative Suite für Ende 2006/Anfang 2007 an. Als Gründe dafür nennt er die Dauer der Testzyklen und eine Überarbeitung des Produkts an sich. Die Creative Suite 3 wird deshalb erst einige Zeit nach Markteinführung der MacIntels zur Verfügung stehen.

Mac auf Intel-Basis und Adobe: Aussagen im Juni

Im Juni präsentierte Steve Jobs der staunenden Zuschauerschaft ein Produkt, das in dieser Form niemand für möglich gehalten hätte: Den Mac auf Intelprozessor-Basis. Während seiner Keynote stellte er alle laufenden Programme direkt auf einer derartigen Testmaschine vor, darunter auch einige Adobe-Anwendungen. Seine Worte dazu: "Es sind nur einige wenige Programmzeilen zu ändern und schon läuft die alte Anwendung auch auf einem MacIntel." Selbst Adobe-Chef Bruce Chizen teilte diese Meinung und kündigte ebenso wie Microsoft eine schnelle Portierung der Creative Suite auf die neue Hardware-Plattform an, die für Juni 2006 angekündigt ist.

Zwei Monate später: Portierung dauert

Nur zwei Monate später relativierte Bruce Chizen diese Aussage in einem Interview gegenüber c|net, indem er bekannt gab: "Steve Jobs trivialisiert Prozesse gern und versucht, sie einfach erscheinen zu lassen, aber tatsächlich ist es nicht ganz so einfach, die Anwendungen umzuschreiben - es ist Arbeit. Auf Dauer werden die User aber bessere Leistung und höheren Wert erhalten. [...]" Scheinbar hatte Adobe im Laufe der Umprogrammierung den Mehraufwand erst nachträglich wahrgenommen. Denn Chizen führte im (ursprünglichen) Interview-Text weiter aus: "Man muss die Anwendungen kompilieren und testen. Wenn Sie die meisten der Testzyklen betrachten, wird es drei oder vier Monate dauern, bis das neue Produkt erscheint. Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen und ein MacIntel-Produkt erhalten – das weiß auch Steve."

Interview-Veröffentlichung nachträglich geändert

Seltsam an diesem Interview ist nur, das große Teile von c|net später wieder aus dem Netz genommen wurden. Sowohl die Trivialisierungsvorwürfe gegenüber Steve Jobs als auch die dadurch entstehenden Schwierigkeiten waren schon wenige Tage nach der Veröffentlichung nicht mehr enthalten. Hier scheint sich Bruce Chizen scheinbar doch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt zu haben. Denn auch das sich durch die Probleme verzögernde Erscheinungsdatum der neuen und angepassten Creative Suite ist inzwischen nicht mehr im Interview enthalten.

Auslieferungstermin Creative Suite für MacIntel

Ursprünglich nannte Bruce Chizen Ende 2006/Anfang 2007 als offizielles Veröffentlichungsdatum der MacIntel-Version der Creative Suite: "Es gibt noch kein Datum" meinte er "wir werden wahrscheinlich nicht nur ein MacTel-Release bringen. Wir werden dasselbe wie beim Wechsel auf OS X machen: Gleichzeitig das Produkt verbessern und die neue Umgebung unterstützen. Unsere Produktzyklen für Photoshop und die Creative Suite betragen etwa 18 bis 24 Monate, also wird es Ende 2006 oder Anfang 2007 werden." Inzwischen ist im Interview nur noch zu lesen: "Ich habe bis jetzt noch keinen Termin ... es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns." Und zu den Schwierigkeiten bei der Portierung steht jetzt nur noch "Nein, es ist nicht so einfach …".

Spekulation

Ob die Änderung des Interviews tatsächlich, wie c|net selber angibt nur auf Grund falscher Folgerungen erfolgten oder andere Ursachen hatten, bleibt pure Spekulation. Ebenso die Tatsache, dass die Äußerung "Erst Ende 2006 wird es eine neue Creative Suite geben" eventuell den Aktienkursen und damit auch der Übernahme von Macromedia durch Adobe schaden könnte. Sicher aber ist, dass Adobes Creative Suite zunächst anscheinend nur unter dem - wenn auch sehr leistungsfähigen - Emulator "Rosetta" laufen wird. Die Nutzer müssen sich also beim Umstieg auf die neue Hardware-Plattform noch ein wenig Geduld aufbringen und werden - vielleicht - mit einer neuen Creative Suite 3 belohnt, die nicht nur nativ auf der MacIntel-Plattform läuft, sondern auch viele weitere Verbesserungen mit sich bringt.

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