Leopard verspätet sich

10.05.2007
Weil die Entwicklung des Mobiltelefons iPhone bei Apple zu viele Kräfte bindet, startet das neue Betriebssystem Mac OS X v.10.5 (Leopard) erst im Oktober...

"Das Leben fordert oft Kompromisse": Mit dieser Aussage begründet Apple, dass sich die Auslieferung des neuen Betriebssystems Leopard (Mac OS X v.10.5) von dem geplanten Juni-Termin auf Oktober dieses Jahres verschiebt. Als Grund wird genannt, dass Mitte bis Ende Juni in den USA die Auslieferung des Mobiltelefons "iPhone" geplant ist. Da dessen Markteinführung bei Apple absolute Priorität genießt, zog das Unternehmen dafür Software-Entwickler aus dem Mac OS X-Team ab, das deshalb nun langsamer entwickelt wird. 

Die Vorgänger von Jaguar

Die Geschichte von Mac OS X beginnt im September 2000. Damals stellte Apple die erste Beta-Version vor. Im Frühjahr 2001 kam dann Mac OX 10.0, auch Cheetah genannt, auf den Markt. Diese Version galt zwar als langsam, wurde aber auch wegen ihrer Stabilität gelobt. Im Herbst desselben Jahres folgte die Version 10.1 unter dem Namen Puma.
Diese Aktualisierung von Cheetah war schneller und zusätzlich mit einer Funktion zum DVD-Abspielen ausgestattet.

Die Raubkatzen kommen

Auf die Version Cheetah folgte im August 2002 die noch schnellere Jaguar-Version 10.2. Mit ihr ging Apple dazu über, den Versionen offiziell die Namen von Raubkatzen zu geben. So war es nur logisch, dass die im Herbst 2003 erschienene Version 10.3 "Panther" hieß. Sie brachte unter anderem eine überarbeitete Oberfläche. Die nächste Version, die erstmals 64-Bit-Prozesse unterstützte, trug den Namen "Tiger" – sie wurde im April 2005 veröffentlicht. Dann begann das Warten auf "Leopard" oder Mac OS X v.10.5.

Beta-Version im Juni?

Im August vergangenen Jahres kündigte Apple die neue Leopard-Version endlich an. Sie sollte eigentlich im Juni dieses Jahres zur Entwicklerkonferenz WWDC erscheinen. Dieser Plan musste jedoch aufgegeben werden, da "Leopard noch nicht die geforderte Qualität aufweist, die wir und unsere Kunden erwarten", wie es von Apple heißt. Das liegt daran, dass Software-Entwickler vom Mac OS X-Team mithelfen, das Mobiltelefon iPhone schnell auf den Markt zu bringen. Bislang plant das Unternehmen, auf der WWDC wenigstens eine "nahezu fertige" Version von Leopard zu präsentieren. Die Teilnehmer der Konferenz sollen ein Beta-Programm zum Testen  mit nach Hause nehmen können.  

"Zeitmaschine" sichert Daten

Einige Neuheiten der Leopard-Version sind jedoch auch ohne Beta-Version bereits bekannt. So will Apple dem neuen Betriebssystem die Funktion "Time Machine" mitgeben. Sie soll automatisch alles sichern, was der Mac-Nutzer auf seinem Rechner abgelegt hat, beispielsweise Musik, Fotos, Filme und Dokumente. Bei Bedarf kann der Anwender eine "Zeitreise" unternehmen und das System so wiederherstellen, wie es zu einem beliebigen Zeitpunkt war.

E-Mails per Vorlage

Neben der Datensicherung hat Apple das E-Mail-Programm verbessert. Unter Leopard stellt es Briefpapier-Vorlagen für Einladungen, Briefe oder Reiseberichte zur Verfügung, in die sich auch Bilder und Grafiken einfügen lassen.

Chatten mit Bild

Auch beim Chatten wird der Mac-Nutzer mit dem neuen Betriebssystem sein eigenes Bild einsetzen können. Für die Unterhaltung über das Internet lässt sich jetzt ein Videoselbstporträt anfertigen. Hilfreich für die Zusammenarbeit mit anderen Anwendern ist außerdem die Funktion "iChat Theatre", mit der Diashows oder Präsentationen von verschiedenen Chattern simultan angesehen werden können. Mittels der Bildschirmfreigabe kann sogar die Kontrolle über den Monitor eines Mitarbeiters oder Freundes übernommen werden.

Maßgeschneiderte Darstellung

Um nicht nur beim Chatten eine Trennung zwischen Beruf und Freizeit zu erhalten, kann das Betriebssystem außerdem auf die eigenen Wünsche angepasst werden. Hierzu gibt es eine Funktion, die es erlaubt, alle geöffneten Fenster bestimmten Gruppen zuzuordnen – wie "Arbeit", "Spiele", "Kommunikation" oder "Kreatives". Eine ausführlichere Vorschau von Mac OS X 10.5 Leopard ist  hier zu finden.

Was ist das iPhone?

Wer die beschriebenen neuen Funktionen von Leopard nutzen  möchte, dem verordnet Apple also noch Geduld bis Oktober. "Schuld" an der Verzögerung ist wie bereits erwähnt das Mobiltelefon iPhone. Doch gegen wen hat die Raubkatze den Kürzeren gezogen – was kann das iPhone? 

Bedienung per Berührung

Apple behauptet vollmundig, mit dem iPhone "das Mobiltelefon neu erfunden" zu haben. Neu ist vor allem, dass sich das Gerät über einen Touchscreen mit den Fingern bedienen lässt. Das kennt man schon vom Musikspieler iPod, der ebenfalls Befehle per Fingerzeig entgegen nimmt. In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass ein Name im Adressbuch des Handys einfach angetippt wird – schon beginnt das Telefon die entsprechende Nummer zu wählen.

Verpasste Anrufe im Überblick

Das schnelle Antippen mit dem Finger funktioniert auch bei der neuen "Voicemail", auf die Apple ebenfalls besonders stolz ist. Anders als bei gängigen Mobiltelefonen zeigt das iPhone alle Anrufe auf dem Anrufbeantworter an. Der Anwender entscheidet dann, welche er auf seiner Mailbox abhören will und welche nicht. Das mühsame Abhören aller Nachrichten nacheinander entfällt somit.

Mehr als nur telefonieren

Das iPhone kann jedoch mehr als nur Telefonanrufe entgegen nehmen: Es bringt außerdem eine 2-Megapixel-Kamera und einen Musikspieler mit: Der iPod ist schon eingebaut. Neben der Musiksammlung steht dem Nutzer auch das Internet offen – surfen per iPhone, automatische E-Mail-Weiterleitung auf das Handy... was das iPhone im Detail zu bieten hat, erfahren Sie hier.

Preis des iPhone

So viel Funktionalität hat seinen Preis: Apple will für das iPhone zwischen 499 US-Dollar (für die Version mit 4 Gigabyte Speicherplatz) beziehungsweise 599 US-Dollar (für die 8-Gigabyte-Version) verlangen. In den USA wird das Mobiltelefon im Juni auf den Markt kommen. Anwender in Europa müssen sich jedoch mindestens bis Ende des Jahres gedulden. Ob Apple sich damit einen Gefallen tut? Die meisten treuen Mac-Nutzer hierzulande würden lieber das neue, bereits für Juni versprochene Betriebssystem auch tatsächlich im Juni erhalten, als das Handy frühestens zu Weihnachten kaufen zu können. Denn zumindest in Europa gilt: Leopard wird das iPhone trotz dreimonatiger Verspätung beim Erscheinungsdatum überholen.

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