Leopard ist da

01.11.2007
Apple stellt das neue Betriebssystem für Mac-Nutzer vor. Mac OS X Leopard punktet mit einem überarbeiteten Design und zusätzlichen Funktionen. Überraschungen bietet es allerdings kaum.

Die Raubkatze kommt mit Verspätung: Zunächst war das neue Betriebssystem Mac OS X 10.5., auch Leopard genannt, für Juni dieses Jahres angekündigt. Da die Entwicklung des Mobiltelefons iPhone bei Apple jedoch zu viele Ressourcen gebunden hatte, wurde der Erscheinungstermin kurzerhand auf auf Oktober verschoben. Jetzt ist das lang erwartete Update da.

Die Raubkatze setzt zum Sprung an

Apple benennt seine Betriebssystem-Versionen seit dem Release von Mac OS X stets nach Raubkatzen. So auch dieses Mal: Auf Puma, Jaguar, Panther und Tiger folgt jetzt Leopard. Selten hat der Name eines angriffslustigen Raubtiers so gut auf eine Betriebssystem-Version gepasst. Schließlich muss sich Apple jetzt der Konkurrenz Microsoft Vista stellen. So viel sei schon verraten: Die Experten sind fast durch die Bank der Meinung, dass Apples Leopard dem Giganten Microsoft durchaus das Fürchten lehren kann. Die Krallen der Raubkatze sind geschärft, selbst wenn große Überraschungen bei der neuen Version ausgeblieben sind.

Der neue Schreibtisch

Doch was ist nun neu? Was hat der Leopard dem Tiger voraus? Zunächst einmal haben die Apple-Entwickler den Schreibtisch des Betriebssystems neu gestaltet. Er enthält jetzt eine halbtransparente Menüleiste und ein dreidimensionales Dock mit Spiegeleffekt. Als Schreibtischbild kann ein eigenes Motiv oder eine Vorlage verwendet werden. Das jeweils aktive Programm wird im Dock gekennzeichnet. Neu sind auch die Stapel: Ein Stapel ist ein Objekt im Dock, das schnellen Zugriff auf Dateigruppen ermöglicht. Wenn der Anwender auf einen Stapel klickt, werden die darin enthaltenen Dateien aufgefächert. Standardmäßig enthält Leopard zwei Stapel: einen für Dokumente und einen für Downloads. Es lassen sich jedoch beliebig viele weitere Stapel anlegen.

Finder mit Vorschau

Der neue Finder in Leopard ist nach dem gleichen Prinzip organisiert wie die Musikbibliothek iTunes von Apple. Die Funktion „Cover Flow“ zeigt als Vorschaubild eine Abbildung der ersten Seite der jeweiligen Datei – ähnlich wie das bei Albumcovern in iTunes der Fall ist. Auch die Seitenleiste wurde verbessert. Dort sind die Objekte jetzt in Kategorien wie „Orte“, „Geräte“, „Freigaben“ und „Suchen“ gruppiert. Cover Flow kann mit der ebenfalls neuen Funktion „Spotlight“ kombiniert werden. Dabei werden Schlagwörter eingegeben – mit Cover Flow kann in den Ergebnissen geblättert werden. Auf diese Weise lässt sich auch auf anderen Mac-Rechnern, die in einem Netzwerk zusammengeschlossen sind, suchen.

Dateien schnell betrachten

Eine Datei anzeigen, ohne sie zu öffnen: Das ist mit der neuen Übersicht von Mac OS X Leopard möglich. Mit dem Finder aufgespürte Dateien können mit der Funktion Übersicht angeschaut werden, ohne dass sie extra geöffnet werden müssen.. Das funktioniert auch mit mehrseitigen Dokumenten, Videos, PDF-Dateien und Dateien aus Microsoft Word oder Excel.

Die Zeitmaschine sichert Daten

Zu den wichtigsten neuen Tools in Mac OS X 10.5 zählt die „Time Machine“. Diese Zeitmaschine übernimmt automatisch in individuell festgelegten Intervallen das Sichern der Daten auf einem Mac. Dazu muss eine externe Festplatte angeschlossen sein. Der Clou: Mit Hilfe der Zeitmaschine können Mac-Anwender an einen beliebigen Zeitpunkt zurückreisen und sehen, welche Daten damals auf ihrem Rechner gespeichert waren. Dadurch lassen sich ältere Datei-Versionen wieder herstellen und Datei-Änderungen aufspüren.

E-Mails mit „Briefpapier“

 Elektronische Post lässt sich mittels Leopard mit einer persönlichen Note versehen. Dazu stehen rund 30 Designs zur Auswahl, aber auch eigene Vorlagen lassen sich gestalten. Das Mail-Programm bietet jetzt zusätzlich die Möglichkeit, Notizen zu erstellen. Sie können Text, Grafiken oder Anhänge enthalten. Die Funktion Spotlight macht es darüber hinaus möglich, E-Mails zu suchen.

Das Chaos ordnen

Virtuelle Arbeitsbereiche einrichten, um Chaos zu vermeiden: Dabei hilft die neue Funktion Spaces. Der Anwender kann mehrere Arbeitsbereiche einrichten, Fenster selbst anordnen und beliebig zwischen den Bereichen wechseln. Dadurch lässt sich zum Beispiel ein Bereich für die Arbeit und ein Bereich für Spiele schaffen.

Komfortabler surfen

Im Zuge der Veröffentlichung von Mac OS X Leopard stellt Apple auch eine neue Version des Webbrowsers Safari zum Download bereit – zunächst als Beta-Version. Sie soll schneller laufen als der Vorgänger. Werbung lässt sich blockieren und Formulare können automatisch ausgefüllt werden. Hinzu kommen eine vereinfachte Benutzerführung mit überarbeiteten Lesezeichen und das Surfen mit Hilfe von Tabs. Sie funktionieren wie Karteikarten-Reiter. Zudem können PDF-Dateien direkt aus Safari gesichert oder im Programm „Vorschau“ geöffnet werden.

Windows und Leopard

„Boot Camp“ – unter diesem wenig schmeichelhaften Namen bietet Mac OS X Leopard eine Funktion, die es ermöglicht, Windows auszuführen. Sie unterstützt 32-Bit-Versionen von Microsoft XP und Microsoft Vista. Wenn der Mac-Rechner gestartet wird, kann der Anwender jedes Mal wählen, ob er ihn mit Mac OS X oder einem Windows-Betriebssystem nutzen möchte.

Fazit

Mehr als 300 neue Funktionen hat Apple dem Leoparden mitgegeben. Für Kreative zählt zu den wichtigsten sicher die Zeitmaschine, die eine automatische Datensicherung und -wiederherstellung garantiert. Die anderen Tools sind keine bahnbrechenden Neuerungen, machen die Arbeit mit dem Betriebssystem jedoch deutlich komfortabler. Mac OS X 10.5 ist ab sofort im Apple Store erhältlich und kostet 129 Euro.

Werden Sie ein Teil unserer Welt!

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.