Leonardo und Tiger

16.05.2005
Der Mac-Raubkatze fehlt die Unterstützung von Dritthersteller-Produkten. So entwickelt Hermstedt nur noch zwei Leonardo-Karten weiter...

Nachdem Apples neues Betriebssystem "Tiger" (Mac OS X 10.4) Ende April auf den Markt kam, wollten viele möglichst schnell die neue Raubkatze über ihr bestehendes System installieren. Schließlich ist Tiger schneller und verfügt über mehr Optionen. Doch gerade Nutzern von Drittsoftware- und -hardware verging dabei schnell der Spaß. Viele Anwendungen waren noch nicht fit für den Tiger, andere werden es nie sein - so wie die meisten älteren Hermstedt-Produkte.

Was ist Leonardo?

Vor allem in der Druck- und Grafikbranche schaffte es Hermstedt in den vergangenen Jahrzehnten, sein proprietäres Protokoll zur Datenübertragung über ISDN mit dem Namen "Leonardo" zum Standard auszubauen. Dieses Protokoll, zu dem eine spezielle Leonardo-Hardware und -Software benötigt wird, erlaubt den Direktaustausch von Daten zwischen zwei Endnutzern. Notwendig - neben der Hard- und Software auf beiden Seiten - ist hierzu eine ISDN-Leitung und eine Rufnummer des Gegenübers, unter der ebenfalls das Leonardo-Protokoll läuft. In der Regel arbeiten die meisten Betriebe dabei mit der ISDN-Karte Leonardo auf dem Mac oder einem PC. Jedoch besteht bei PCs auch die Möglichkeit, eine ISDN-Karte mit einer 32-bit CAPI 2.0 und der Software Leonardo Express einzusetzen, um mit einer Leonardo-Karte auf dem Mac zu kommunizieren.

Leonardo fit für "Tiger"?

Wer auf dem Mac arbeitet, hat sich meist zu Beginn seiner Werktätigkeit eine Leonardo-Karte zugelegt, die dank "lebenslanger Garantie" auch immer noch gut ihre Dienste tut. Updates auf neue Betriebssystem-Versionen konnten der Leistungsfähigkeit bislang nichts anhaben. Mit Apples neuem Betriebssystem Mac OS X 10.4, genannt "Tiger", ändert sich dies nun. Hersteller Mannheimer Hermstedt AG gab mit Veröffentlichung von Tiger bekannt, dass nur noch die Hardware-Produkte Leonardo USB, Leonardo X4, Marco SL, WebShuttle ISDN, WebShuttle DSL unter Mac OS X 10.4 Unterstützung erfahren werden. Auf Software-Seite kündigte die Mannheimer Hermstedt AG die Unterstützung des Mac OS X 10.4 für Leonardo Internet Express, Grand Central Pro, Communication Manager, StingRay-Client, NetShuttle-Assistant und XBridge-Assistant an. Mit anderen Worten, die zur Mac OS 10.4-Unterstützung erforderliche Weiterentwicklung von Treibern der ersten Leonardo-Karten ist nicht geplant und ältere Karten wie Software wird nicht unter "Tiger" laufen. Leonardo XL/SL/SP, Angelo, LeoShare, WebShuttle I sind daher unter Mac OS X nur bis Version 10.3 anwendbar.

Tauschangebote

Wer sich deshalb vor dem Update auf Tiger nicht ausreichend informiert hat, kann seine älteren Leonardo-Karten nicht mehr betreiben. Doch, so Anette Hermstedt, Vorstand Vertrieb der Hermstedt AG, "aufgrund der hohen Qualität unserer Hardware sind sehr viele ISDN-PCI-Karten der älteren Leonardo-Generationen noch in Betrieb. Selbstverständlich lassen wir unsere treuen Leonardo-Kunden, die auf Tiger umrüsten möchten, nicht im Stich und bieten ihnen Tauschangebote an, um günstig auf die neueste Leonardo-Generation umzusteigen." Für diese Aktion hat Hermstedt zwei Tauschpakete jeweils zum halben Neupreis geschnürt: eine externe Lösung mit Leonardo USB (Tauschpreis: EUR 549,- zuzüglich Mehrwertsteuer, Neupreis 926,84 EUR) oder eine interne Lösung mit Leonardo X4 (Tauschpreis: EUR 498,- zuzüglich Mehrwertsteuer, Neupreis 1.042,84 EUR). Beide Adapter werden mit der Leonardo Internet Express Software für einfache, professionelle und effiziente Datenübertragungen geliefert.

Alternativen

Mac-Nutzer, die dennoch auf Tiger aufrüsten wollen, das Tauschangebot aber nicht annehmen möchten, bleiben nur drei Alternativen: Die bisheriger Leonardo-Hardware in einen älteren Mac-Rechner einbauen, für die Übertragung der Daten via Leonardo-Protokoll einen Windows-Rechner nutzen oder auf FTP (File Transfer Protocol) zurückgreifen. Besitzen Sie noch einen älteren Mac-Rechner, der noch unter Mac OS 10.3.9 oder gar unter Mac OS 9 läuft, geht der Umbau der Karte relativ einfach. Wollen Sie einen Windows-PC mit Leonardo ausrüsten, können Sie auch auf die preisgünstige Alternative einer Fritz-Card (z. B. AVM Fritz!-Card) mit der Leonardo-Software Leonardo Express Windows zurückgreifen.

FTP nutzen

Eine weitere Alternative zur Datenübertragung via Leonardo stellt dank DSL, das die gleiche Übertragungsgeschwindigkeit wie eine Doppelkanal ISDN-Übertragung aufweist, das "Datenübertragungsverfahren" (engl. File Transfer Protocol) FTP dar. Darunter versteht man ein Verfahren, bei dem Dateien zwischen zwei Rechnern via Internet übertragen werden. Anders also als bei Leonardo ist keine ISDN-Leitung und eine Telefonnummer des Gegenübers notwendig, sondern eine Internetverbindung und die Zugangsdaten zum Gegenüber, dessen Rechner dann "Server" genannt wird. Ihr Rechner hingegen bildet den sogenannten "Client". Sie können damit bei entsprechend großer Anbindung an das Internet große Datenmengen in kürzester Zeit und sicher an Ihre Druckerei oder Ihren Belichter übertragen. FTP lässt sich über den Terminal unter Mac OS X oder die MS-DOS-Eingabeaufforderung mit einigen wenigen Befehlen bedienen.

FTP-Software

Einfacher aber ist die Nutzung von FTP-Software (z. B. Transmit auf Mac OS X), mit der sich Daten so einfach übertragen lassen, wie bei der Benutzung der rechnereigenen Dateiverwaltung - per Drag & Drop. Für FTP sind daher nur das FTP-Programm, eine Internet-Verbindung und die Zugangsdaten des Gegenübers notwendig. Bei LASERLINE sind diese ftp-portal.laser-line.de, Benutzername: ftp, Passwort: portal. Diese Daten geben Sie im FTP-Programm ein, das dann die Verbindung zu LASERLINE aufbaut. Bitte geben Sie jedoch vor Übertragung Ihrer Daten via FTP am besten im OnlineShop von LASERLINE Ihren Auftrag ein. Vermerken Sie bitte bei Ihrer Bestellung, dass Sie die Daten per FTP an LASERLINE schicken werden.

Zum Empfangen von Daten benötigen Sie einen eigenen FTP-Zugang bei Ihrem Internetprovider, über den Sie mit Ihrem Partner Dateien austauschen können. Anderenfalls können Sie nur Daten verschicken, nicht jedoch empfangen.

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