Umweltgerechte Papiererzeugung

03.05.2007 09:00:00
NABU und LASERLINE besichtigten schwedische Papierfabrik - Engagement für nachhaltige Forstwirtschaft und umweltgerechte Papiererzeugung und -nutzung ...

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und LASERLINE diskutierten auf einer gemeinsamen Reise nach Schweden zum Kartonagenhersteller Iggesund über den Einsatz von Frischfaser- und Recyclingpapieren. Nach Besichtigung der Waldbewirtschaftung in Schweden und der Iggesund-Fabrik für Zellstoffkarton entstand ein erster Eindruck von  einem  umweltbewussten Umgang mit unseren Ressourcen. Fazit der Reise war, dass in Einzelbereichen des Offsetdrucks Frischfaserpapiere aus technischen Gründen zwar noch immer unumgänglich sind. Wer zum Klimaschutz beitragen will, kann aber selbst bei Drucken in diesen Bereichen umweltbewusst handeln und auf FSC-Papiere zurückgreifen, die auch LASERLINE anbietet. In allen anderen Bereichen gilt es, papierschonend zu arbeiten und Recyclingpapiere zu nutzen.

Klimaschutz und Papierverbrauch

Der Papierverbrauch steigt trotz des viel gepriesenen papierlosen Büros immer weiter an: 18 Millionen Tonnen Papier werden jährlich in Deutschland verarbeitet, Tendenz steigend. Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 230 kg Papier pro Jahr. Vor allem bei grafischen Papieren für Zeitungen, Zeitschriften, Schreib- und Kopierpapier werden die Umsatzzahlen von Jahr zu Jahr höher. Papier aber wird aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt - und das unter hohem Energieaufwand. Die schnelle Wiederaufforstung - unter anderem mit standortfremden Baumarten - sowie die Abholzung großflächiger Waldareale zu erheblichen Umweltschäden. Wenn man an Klimaschutz denkt, sollte man deshalb auch an den eigenen Papierkonsum denken.

Einsatz von Recyclingpapieren

Umweltschutzorganisationen empfehlen bereits seit den 1980er Jahren zur Abwendung des Problems die Nutzung von Recyclingpapier. Tatsächlich ist die Qualität von Recyclingpapieren inzwischen so gut, dass sie auf jedem Bürogerät und auch im Offsetdruck für viele Zwecke problemlos genutzt werden können. Vor allem im Verpackungs- und Kartondruck lassen sich hervorragend einsetzen. In einigen Bereichen aber, wie dem Kunstdruck, ist der Einsatz der nur mit einem geringen Anteil von Frischfasern versehenen Papieren kaum möglich. Die Farben "versumpfen" und werden unansehnlich. Doch der Verbrauch grafischer Papiere in Deutschland verursacht spürbare Umweltbelastungen, wie eine Studie des Umweltbundesamts bereits 2000 feststellte: "Es entsteht eine beträchtliche Menge klimaschädigender Gase. So entspricht zum Beispiel der Beitrag der untersuchten grafischen Papiere zum Treibhauspotenzial in etwa der Belastung, die 900.000 Menschen durchschnittlich pro Jahr erzeugen."

Pro Umwelt

Grafiker und Verlage sollten deshalb für ihre Publikationen wie im Büro selbst Papier mit einem möglichst hohen Altpapieranteil benutzen. Denn ein höherer Altpapieranteil bedeutet mehr Umwelt- und auch Klimaschutz. Wer jedoch auf Papiere aus reiner Frischfaser nicht verzichten möchte oder kann, der sollte Papier  wählen, dessen Holz aus Wäldern mit ökologischer Waldnutzung stammt. Zu erkennen sind diese Papierarten - die auch von LASERLINE angeboten werden - an ihrer FSC-Zertifizierung. Das FSC-Zertifikat wird weltweit an solche Forstwirtschaften vergeben, die festgelegte Standards bei der Holzernte, bei dem Umgang mit den Waldbewohnern und den Mitarbeitern einhalten. Denn die drei Säulen des FSC heißen pro Umwelt, pro Mensch und pro Wirtschaft. Viele Papierhersteller haben inzwischen die Notwendigkeit der umweltgerechten Waldwirtschaft erkannt und bemühen sich, die steigende Nachfrage nach FSC-zertifizierten Papieren zu decken.

FSC-zertifiziertes Papier bei LASERLINE

Auch LASERLINE setzt sich für den Schutz des Waldes als wichtigen Rohstofflieferanten ein. Deshalb können Kunden schon seit längerem bei LASERLINE auf FSC-zertifiziertem Papier produzieren lassen. Dafür stehen nicht nur reine FSC-zertifizierte Papiere zur Verfügung, sondern auch für den Kunstdruck geeignete Papiere aus sogenannter "FSC-Mixed Source", bei der nicht-zertifizierte und zertifizierte Rohstoffe in einem Papier verarbeitet werden. Dazu gehören beispielsweise der Chromokarton, sowie die Offsetpapiere "Soporset" oder "Designoffset". Alle bei LASERLINE genutzten Bilderdruckpapiere sind zudem PEFC-zertifiziert (näheres dazu finden Sie hier). Weitere Papiere erhalten Kunden gerne auf Anfrage.

NABU und LASERLINE informierten sich vor Ort

Aus Schweden kommt ein Großteil der Frischfasern, die europa- und weltweit zu Papier verarbeitet werden. Aus diesem Grund besitzt das Land ein strikt durchgeführtes und kontrolliertes Waldgesetz. Es entspricht inhaltlich in etwa den Anforderungen des Forest Stewardship Council (FSC), weshalb viele kleine Waldbauern eine gesonderte FSC-Zertifizierung, die noch dazu Geld kostet, nicht für notwendig halten. Da jedoch 51 Prozent der schwedischen Waldfläche in privater Hand sind, sehen sich die dort produzierenden Papierfabriken vor ein großes Problem gestellt. Sie können ihre Produkte nicht zertifizieren lassen, weil sie auch das Holz der Kleinbauern verwenden, die nicht entsprechend der FSC-Bedingungen wirtschaften. Über diese Schwierigkeit  und auch über den Umweltfaktor bei der Waldbewirtschaftung informierten sich der NABU Naturschutzbund Deutschland e.V. und LASERLINE auf einer gemeinsamen Reise, die auf Einladung von Europas größtem Frischfaser-Kartonagen-Fabrikanten, der Firma Iggesund Paperboard, erfolgte.

Nachhaltigkeit als Firmengrundsatz

Der wichtigste Firmengrundsatz von Iggesund ist Nachhaltigkeit. Diese setzt das Unternehmen im gesamten Produktionsprozess - von der Forstwirtschaft bis hin zur Kartonagenherstellung - erfolgreich um. Davon konnten sich die Teilnehmer der Reise, zu denen auch die Gewinnerin des Layoutwettbewerbs für neue NABU-Waldmaterialien gehörte (wir berichteten im Juli 2006), direkt überzeugen. Am ersten Tag wurde der Wald besichtigt, aus dem die Frischfasern gewonnen werden. Er wird großflächiger als in Deutschland bewirtschaftet, da in Schweden die notwendigen Flächen vorhanden sind. Umweltgerecht erfolgt auch die Abholzung: Eine einzige Maschine schafft, was früher einer Vielzahl von Holzfällern und Maschinen bedurfte. Eine zweite schafft das Holz aus dem Wald. Dabei werden Ameisenhaufen, seltene Pflanzen, alte Bäume und Tierbestand genau beobachtet und geschont. Alles erfolgt GPS-gesteuert, so dass die Fehlerquote weitgehend minimiert wurde.

Fabrikbesichtigung

Sind die Baumstämme in die Fabrik gebracht, wird auch hier umweltschonend gearbeitet. Waren die Emissionen und in die Ostsee abgelassenen Chemikalien in den 1960er Jahren noch extrem hoch, nisten heute wieder ein Dutzend Seeadler-Paare rund um die Iggesund-Fabrik. Erreicht werden konnte dies durch möglichst gering gehaltene Emissionen, neueste Technologien bei der Abfallbeseitigung und ein eigenes Energie-Management-System. In der Fabrik wird so aus dem angelieferten Holz nicht nur vollgebleichter Zellstoffkarton hergestellt, sondern aus den vermeintlichen Abfällen auch Brennmaterial für den eigenen oder fremden Energiebedarf. Die zur Reinigung des Zellstoffs genutzten Chemikalien werden zudem zu 99 Prozent erneut genutzt.

Diskussion angestoßen

Auch die NABU-Mitarbeiter waren überrascht, welch hohen Stellenwert der Umweltfaktor bei Iggesund einnimmt. Dennoch wurde im Anschluss an die Fabrikbesichtigung intensiv mit den Managern von Iggesund darüber diskutiert, ob der Kartonagenhersteller nicht die FSC-Zertifizierung all seiner Produkte durchführen könnte. Iggesund bezieht zwar den Großteil seiner Fasern aus eigenen Waldgebieten, kauft aber auch viel Holz bei privaten Waldbauern ein. Diese aber wollen auf Grund der strikten Waldgesetze Schwedens keine FSC-Zertifizierung, die zusätzliche Kosten und einen hohen Aufwand mit sich bringen würde, durchführen lassen. Da das Waldgesetz den Auflagen der FSC in etwa entspricht, sehen sie den Aufwand als nicht gerechtfertigt an. Deshalb sind die Iggesund-Produkte wie die vieler Papiermühlen nur teilweise FSC-zertifiziert, obwohl die produzierten Papiere insgesamt den Anforderungen der FSC weitgehend entsprechen. Dieses Dilemma will der NABU nun in den Forest Stewardship Council (FSC) weitertragen, in dessen deutscher Kommission der NABU zwei Plätze innehat.

Fazit

Auf der gemeinsamen Reise des NABU mit LASERLINE nach Schweden wurden viele Denkansätze angestoßen. Vor allem der im Offsetdruck in einigen Bereichen notwendige Einsatz von Frischfaserpapieren sollte umweltbewussten Auftraggebern von Druckerzeugnissen ohne schlechtes Gewissen ermöglicht werden. Die Nutzung von FSC-Papieren spielt hier eine wichtige Rolle und sollte nicht nur ins Verbraucherbewusstsein eingehen, sondern auch von den Papierherstellern umgesetzt werden. Es gilt, mehr Waldflächen FSC-zertifizieren zu lassen und dieses Zertifikat auch an die  zu vergeben, die den Anforderungen sowieso schon, wie im Fall Schwedens, auf Grund landeseigener Gesetzgebungen, entsprechen. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) will sich dieser Thematik nun annehmen und das Verbraucherbewusstsein für die Problematik schärfen.

Im Bildarchiv von LASERLINE finden Sie weitere Bilder des Besuchs von LASERLINE und dem NABU der Papierfabrik in Schweden in hoher Auflösung zur freien Verwendung.

Hier geht es

Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!