Sportlich werben

10.05.2012 09:00:00
Europameisterschaft und Olympische Spiele können ein wunderbares Werbeumfeld sein. Man muss nur wissen was erlaubt ist.

No sports. Winston Churchill hätte diesen Sommer nichts zu lachen. Am 8. Juni beginnt die Fußball-Euromeisterschaft, und wenn sich Stimme und Leber gerade wieder vom Public-Viewing erholt haben, dann steht mit den Olympischen Spielen in London das nächste Großereignis vor dem Stadiontor. Der Sport bietet einen sommerlich leicht beschwingtes Werbeumfeld, auch wenn Sie nicht zu den Premium-Sponsoren gehören. Dabei sollte man allerdings die rechtlichen Voraussetzungen kennen.

Der erste Teil des Marketing-Plans - der Spielplan

Quelle: LASERLINE

Natürlich haben Sie es nicht in der Hand, ob Deutschland Europameister wird. Wenn Sport vorhersehbar wäre, würde sich schließlich niemand dafür interessieren. Aber Sie können von der Euphorie, so sie sich denn ausbreitet, auch für Ihre Produkte profitieren. Ein EM-Spielplan mit Ihrem Logo wird bestimmt mehr als einmal angeguckt. So Sie Ihren Spielplan selbst gestalten, ist der Spielplan selbst übrigens nicht urheberrechtlich geschützt. Das hat inzwischen sogar die Deutsche Fußball Liga eingesehen. Im März 2012 hat der Europäische Gerichtshof auch den Urheberechtsschutz für Spielpläne der englischen Premier League verneint, da die Anforderungen an Spielpläne keinen Raum für künstlerische Freiheit lassen würden. Was eigentlich schon wieder schade ist. Wir drucken also ruhigen Gewissens Ihre Spielpläne auf mattem Bilderdruckpapier im Format DIN A3 oder DIN A2 im Offsetdruck. Wenn Sie diese Plakate verschicken wollen, können wir sie Ihnen auch gerne auf DIN A4 falzen.

Der Euro kann auch hier teuer werden

Quelle: LASERLINE

Womit wir schon mitten im Ambush Marketing wären. Diese Werbung im Windschatten eines Großereignises ist erst einmal nicht verboten. Man muss sich halt nur an die Vorschriften halten. Im Stadion haben Sie ob des Hausrechts der Veranstalter wenig zu vermelden, aber Sie wollten vermutlich ja eh nicht in die Ukraine fahren. Allerdings dürfen Sie auch nicht den Eindruck erwecken, Sie wären einer der offiziellen UEFA- oder Olympia-Hauptsponsoren. Das wird der "Metzgerei-Müller" vermutlich noch leicht fallen. Etwas kniffliger sind die Markenrechte. Hier hat es der europäische Fußballverband geschafft, "EURO 2012" und "EM 2012" für viele Artikel und Dienstleistungen als Wortmarken unter Schutz stellen zu lassen. Das gilt auch für den Slogan "Creating History Together", ob die Spiele nun historisch werden oder nicht. Sicherer liegen Sie daher mit etwas beschreibenderen Formulierungen. Also besser "Fan-Currywurst" statt "EM 2012-Wurst" und den Sonderrabatt gibt es dann eben "für jedes Tor der Nationalelf". "Das Tippspiel zur Euromeisterschaft" wird sicherlich keine Abmahnwelle auslösen. Und wenn Sie das noch auf unsere Bierdeckel drucken lassen, kann die Diskussion am Tresen richtig losgehen.

Das Kreuz mit den Ringen

Eher vorsichtig sollten Sie im weiteren Verlauf des sportlichen Sommers sein, was die Verwendung der Olympischen Ringe angeht. Da auch Deutschland eines fernen, teuren Tages mal wieder Olympische Spiele ausrichten möchte, geht das 2004 erlassene "Gesetz zum Schutz des Olympischen Emblems und der Olympischen Bezeichnungen (OlympSchG)" in der Verteidigung der olympischen Finanzierungsidee recht weit. Wie auch juristisch fragwürdig diese Ausweitung ist, lässt sich wunderbar im dem großartigen medienrecht-blog der beiden Rechtsanwälte Dr. Cornelius Renner und Alexander Frisch der Berliner Kanzlei LOH Rechtsanwälte nachlesen. Wenn deutsche Richter auf Thomas Mann zurückgreifen, um dem Gesetzgeber nachzuweisen, dass er mit OlympSchG "seine Kompetenzen überschritten" hat, dann beginnt Jura auch für Nichtjuristen wieder richtig Spaß zu machen.

Umsonst und draußen - Stimmung mit den Klatschpappen

Quelle: LASERLINE

Im medienrecht-blog können Sie sich auch in einen interessanten Beitrag zum Public Viewing vertiefen. Wenn wir die aktuellen Regelungen und die langsam steigende Einsicht der Fußballverbände kurz zusammenfassen, dann können Sie auf eine offizielle und mit vielen Auflagen verbundene Lizensierung Ihres Public-Viewing oder Public-Screenings, wie es die Uefa neuerdings nennt, verzichten, wenn Sie kein Eintrittsgeld verlangen und das auch nicht in erhöhten Getränkepreisen verstecken, was wir im Sinne aller Fans natürlich nur unterstützen wollen. Solange Sie die offiziellen Sponsoren nicht bewusst vom Bildschirm ausblenden, darf auf den verteilten Klatschpappen zur Steigerung der Stimmung sogar die Konkurrenzbrauerei für sich werben. Jetzt müssen die Besucher nur noch kommen. Da hilft ein Werbeflyer genauso wie ein großes Werbebanner mit praktischen Ösen zum leichten Aufhängen mit Sicherheit. Ganz legal, denn diese Ringe sind erlaubt.

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