Klebebindungen für Broschüren

28.08.2008 09:00:00
Wie funktioniert die Klebebindung? Welche Unterschiede bestehen in der Verarbeitung verschiedener Klebstoffe? Lesen Sie, wodurch sich eine zuverlässige, langlebige Bindung auszeichnet.

Die Klebebindung sorgt für den festen Verbund zwischen den einzelnen Seiten von Druckprodukten. Während des Bindens trägt eine Maschine Klebstoff auf den Rücken der einzelnen Blattkanten eines Buch- oder Broschürenblocks auf. Entscheidend für die Qualität ist dabei unter anderem, welcher Klebstoff für die Bindung eingesetzt wird: Bei LASERLINE wird der besonders hochwertige und langlebige PUR-Kleber verwendet.

Heften und Binden

Damit zwischen den einzelnen Seiten eines Buch- oder Broschürenblocks sowie dem Umschlag eine feste Verbindung entsteht, muss ein Druckprodukt buchbinderisch weiterverarbeitet werden. Das kann mit Hilfe einer Heftung (Drahtheftung, Fadenheftung) oder einer Bindung (Spiralbindung, Klebebindung) geschehen. Heute sind Klebebindungen weit verbreitet, da sie schnell und kostengünstig langlebige Druckprodukte möglich machen. Auch LASERLINE stellt Bücher (Softcover) und Broschüren mit PUR-Klebebindung her, die meist ab einem Umfang von 40 Seiten zur Anwendung kommt.

Funktionsweise des Klebebinders

Wenn Bücher oder Broschüren bei LASERLINE mit dem Horizon BQ 470 Klebebinder produziert werden, läuft dies folgendermaßen ab: Zunächst werden die Seiten des Buchs oder der Broschüre auf einem Bogen entweder im Offset- oder Digitaldruck gedruckt. Anschließend werden die Bogen zu einem Block gefalzt und zusammengetragen. Mehrere Blöcke (oder einzelne Seiten) werden gerüttelt, damit saubere Kanten entstehen. Dann wird der Block an die Klebebindemaschine übergeben. Dort pressen ihn spezielle Zangen zusammen. Nun wird der Rücken des Blocks bearbeitet: Beim Fräsen entsteht eine raue Oberfläche, auf der der Kleber besser haftet. Dabei muss der Papierstaub sofort abgesaugt werden, um die Klebeeigenschaften nicht zu beeinträchtigen. Erst jetzt wird der Kleber aufgetragen und der Block in den Umschlag eingehängt. Zum Schluss erfolgt im angeschlossenen Drei-Seiten-Schneider HT 30 das Beschneiden des geklebten Buchblocks.

Die Rolle des Klebstoffs

Entscheidend für die Eigenschaften des gebundenen Produktes ist der verwendete Klebstoff. Je nach Verwendungszweck, Produktionstechnik, Papier und Auflagenhöhe werden verschiedene Klebstoffe in der Druckweiterverarbeitung eingesetzt. Eindeutig die besten Eigenschaften weisen die Polyurethan (PUR)-Klebstoffe auf, die auch LASERLINE verwendet. Alternativen sind unterschiedliche Dispersionsklebstoffe und Schmelzklebstoffe.

Dispersions- und Hotmeltklebstoffe

Dispersionsklebstoffe bestehen aus feinen Kunstharzteilchen, die in einer Flüssigkeit, meist Wasser, schwimmen. Nach dem Auftragen werden sie getrocknet. Dadurch entweicht das Wasser und die Kunstharzteilchen verbinden sich zu einem festen Film. Dispersionskleber eignet sich für viele Einsatzzwecke und Papiersorten. Er ist recyclingfreundlich, trocknet allerdings relativ langsam. Hotmelt-Klebstoff liegt in fester Form vor und bestehen ebenfalls aus Kunstharzen. Werden die Hotmelts erwärmt, gehen sie in den flüssigen Zustand über, in dem sie auch auf den Buch- oder Broschürenblock aufgetragen werden. Anschließend härten sie aus. Im Gegensatz zu Dispersionskleber binden Hotmelts schnell ab und verfügen über eine rasche Anfangshaftung. Allerdings gelten sie als hitzesensibel und weniger geeignet für gestrichenes Papier. Da der Klebefilm besonders stabil ist, fällt das flache Aufschlagen der Bindung manchmal schwer.

Polyurethan-Klebstoffe (PUR)

Polyurethan- oder PUR-Klebstoffe vereinen beste Eigenschaften und werden deshalb seit einigen Jahren immer mehr in der Druckweiterverarbeitung verwendet.
Ähnlich wie bei Hotmelt-Klebstoffen wird der Klebeffekt durch Erhitzen in Gang gesetzt, allerdings ist dafür eine weniger hohe Temperatur erforderlich, sodass sowohl Papier als auch Druckfarbe geschont werden. Die Moleküle verbinden sich unter der Einwirkung von Luft- und Papierfeuchtigkeit nach dem Auftragen zu einem besonders stabilen Klebefilm. Deshalb lassen sich mit Polyurethan-Klebern auch problematische, schwere oder gestrichene Papiersorten und sogar Folien verarbeiten. Vollständig belastbar sind die gebundenen Produkte nach 24 Stunden: Dann können sie auch extremen Temperaturen und Feuchtigkeit ausgesetzt werden, ohne an Festigkeit zu verlieren. Weitere Vorteile der PUR-Klebebindung: Da der Klebstoff nur sehr dünn aufgetragen werden muss, lassen sich die gebundenen Produkte leichter öffnen und bis in den Bund aufschlagen. Zusätzlich sorgt der sehr dünne Klebeauftrag dafür, dass Druckprodukte mit PUR-Klebebindung ohne Probleme dem Recycling zugeführt werden können.

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