ICC-Profile überarbeitet

26.04.2007 09:00:00
ECI stellt neues ICC-Profil kostenlos zur Verfügung, das auch bei LASERLINE eingesetzt wird - wozu Farbprofile nutzen und warum das neue ICC-Profil installieren? ...

Zur Umwandlung von RGB in den CMYK-Modus, zur Simulation des Druckergebnisses auf einem Proofgerät oder am Monitor verwendet man Farbprofile. Am gebräuchlichsten sind dabei die Profile des ICC, die von der ECI auf Basis der ISO-Norm 12647-2 entwickelt wurden. Die ECI überarbeitete jetzt das Profil für gestrichene Papiere und stellt es kostenlos zur Verfügung. "ISO coated v2 (ECI)" kommt auch bei LASERLINE zum Einsatz und sorgt für eine noch stabilere Produktion.

 

Was sind Farbprofile?

Damit am Monitor dargestellte Bilder dem Proof- und auch dem späteren Druckergebnis möglichst nahe kommen, wurden  so genannte Farbprofile eingeführt. Am gebräuchlichsten sind Farbprofile, die den Spezifikationen des International Color Consortium (ICC) entsprechen. Diese Profile beschreiben den jeweils für das entsprechende Gerät (Monitor, Proof- und Druckmaschine) reproduzierbaren Farbraum, so dass jedes im Produktionsprozess eingebundene Gerät sein eigenes ICC-Profil erhält.

So kann bei jedem Arbeitsschritt eine möglichst dem Endergebnis nahe kommende Wiedergabe erzielt werden. In dem Profil werden zudem weitere Einflussfaktoren berücksichtigt, insbesondere die Papiersorte (Naturpapier, gestrichene, matte oder glänzende Papiere). In der Praxis werden ICC-Profile vor allem beim Softproof (Simulation des Druckergebnisses am Monitor, mehr dazu hier), beim Hardproof (Simulation des Druckergebnisses auf dem Proofgerät, mehr dazu hier und zur Farbumwandlung (z.B. RGB zu CMYK, mehr dazu hier) eingesetzt.

Die ICC-Profile der ECI (European Color Initiative) basieren auf dem ProzessStandard Offsetdruck sowie den Spezifikationen des ICC. Sie stehen kostenlose auf der Website der europäischen Initiative zur Verfügung, oder direkt hier. In Adobes Creative Suite ab Version 2 sind diese Profile bereits enthalten.

Neue ECI Offsetprofile verfügbar

Das bisher von der ECI zur Verfügung und in Photoshop enthaltene Profilepaket "Offset 2004" wurde jetzt durch das Paket "ECI_Offset_2007" ersetzt. In ihm enthalten ist das neu nach der Prozessnorm ISO 12647-2 entwickelte Profil "ISO Coated v2 (ECI)" für gestrichene Papiere im Bogenoffset, das in bestimmten Bereichen das Vorgängerprofil optimiert. Beispielsweise ist der Farbort von Cyan jetzt besser an die Praxisbedingungen angepasst, so dass bei genormten Proofs die Farben noch besser zum späteren Offsetdruck passen. Zudem wurde der Gesamtfarbauftrag von bisher 350 Prozent auf 330 Prozent reduziert, was zu einer schnelleren Trocknung der Druckbogen führt. Die Produktion im Druckprozess wird so stabilisiert, es treten weniger Probleme auf. Da Softproof und auch Hardproof durch das neue Profil das Druckendergebnis noch besser simulieren können, setzt LASERLINE ab sofort "ISO Coated v2 (ECI)" für gestrichene Papiere ein. Aus diesem Grund ist es auch für Kunden von LASERLINE oder Druckereien, die ihre Maschinen auf diese Farbprofile abgestimmt haben, ratsam, das neue Profil auf dem eigenen Rechner zu installieren und zu nutzen. Nur so kann eine möglichst gleichwertige Farbdarstellung durch den gesamten Produktionsprozess garantiert werden.

Achtung: Das für ungestrichene Papiere meist genutzte Profil "ISO Uncoated" bleibt weiterhin gültig. Es wird derzeit zusammen mit anderen Profilen der ECI überprüft und, wo erforderlich, ebenfalls überarbeitet. Nach entsprechenden Analysen, Tests und Anwendungen will die ECI auch zu diesen Druckbedingungen modifizierte Daten verfügbar machen.

ICC-Profile installieren

Zur Nutzung des neuen ICC-Profils kann man sich das Paket "ECI_Offset_2007" herunter laden. Es enthält die ICC-Profle ISO Coated v2 (ECI), ISO Coated v2 300% (ECI), ISO Web Coated, ISO uncoated und ISO Uncoated Yellowish sowie SC Paper (ECI). Wer unsicher ist, welches der Offsetprofile das geeignete ist, kann im Zweifelsfall "ISO Coated v2 (ECI)" einstellen. Doch zunächst zur Installation: Um die Farbeinstellungsdatei über Adobe Bridge oder direkt in den Adobe Programmen auswählen zu können, müssen alle Dateien des Pakets unter Mac OS X im Verzeichnis /Library/Application Support/Adobe/Color/Profiles bzw. unter Windows unter C:\Programme\Gemeinsame Dateien\Adobe\Color\Settings oder - für eigene Einstellungen - C:\Dokumente und Einstellungen\BENUTZER\Anwendungsdaten\Adobe\Color\Settings abgelegt werden.

ICC-Profile in Adobe-Anwendungen verwenden

Will man sich nun in Adobe Photoshop einen Softproof darstellen lassen, der das CMYK-Druckbild am Monitor simuliert, kann man in einem der Programme der Adobe Creative Suite im Menü "Bearbeiten" unter "Farbeinstellungen" im Bereich "RGB-Farbraum" das entsprechend dafür benötigte Profil festlegen. Definiert man das Farbprofil in der Adobe Brigde im gleichen Menüpunkt unter "Creative Suite Farbeinstellungen", wirkt sich das auf alle anderen Adobe-Anwendungen aus. Nun lassen sich in Photoshop über das Menü "Ansicht" mit "Proof einrichten" die Vorgaben einstellen und der Softproof über den Punkt "Farbproof" erstellen.

ICC-Profile nicht im Druck anwenden!

Am Arbeitsrechner dient das ICC-Profil allein der Simulation des Druckergebnisses. Für den tatsächlichen Druck auf  Papier darf das Profil allerdings nicht mit in die entsprechende Druckdatei einberechnet werden. Ansonsten kann es zu Farbverfälschungen im Druck kommen. Zur Vermeidung von Druckfehlern  muss deshalb spätestens im letzten Arbeitsschritt vor dem Druck das Profil aus den Druckdaten gelöscht bzw. ignoriert werden. Der bei LASERLINE eingesetzte ROOM-Workflow (Read One Output Many) nutzt die Druckdaten der Kunden sowohl für den Hardproof als auch für den Druck selbst . Dies gewährleistet absolute Sicherheit darüber, dass die Proofs auch dem Druckergebnis entsprechen und nicht durch unterschiedliche Schleifen unterschiedlich interpretiert werden. Deshalb löscht LASERLINE von Kunden eingebettete Profile grundsätzlich im Workflow und nutzt für den Proof das für die jeweilige Papiersorte passende ICC-Profil der ECI. Ist auf dem Arbeitsrechner der Kunden das gleiche Profil installiert und für den Softproof verwendet, werden Differenzen zwischen der Ansicht auf dem Monitor zum fertigen Druck weitestgehend vermieden.

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