Haltbarkeit in der Werbetechnik

26.04.2012 09:00:00
Früher konnte man der Tinte beim Ausbleichen zugucken. Heute gehört der Inkjet-Digitaldruck zu den haltbarsten Farbverfahren überhaupt, zumindest mit den richtigen Druckern und Materialien.

Es steht uns ein großer Kunstsommer bevor. Die Vorhut macht die Berlin Biennale vom 27. April bis zum 1. Juli. Spätestens wenn dann am 9. Juni die 13. documenta ihre Tore öffnet, hat die Kunst die Diskursherrschaft übernommen. So wie zur Kunst der Kunstmarkt gehört, ist nicht erst seit Andy Warhol die Werbung auch ein integraler Bestandteil der Art Szene. Längst haben sich auch die verwendeten Materialien angenähert. Ob Sie mit unseren Large Format Prints Galeriewände bestücken oder für Ihre Produkte werben, soll uns erst einmal egal sein. Schließlich geht es in beiden Fällen darum, hohe Ansprüche in Sachen Bildqualität und Haltbarkeit gerecht zu werden. Genau denen wollen wir uns hier einmal widmen.

Früher war gar nichts besser

Quelle: LASERLINE

Heute kann man mit ruhigem Gewissen große Fotoabzüge oder wunderschöne Leinwände auf Keilrahmen mit dem Tintenspritzer für Kunst und Kommerz produzieren, aber das war nicht immer so. Als die ersten Inkjet-Fotodrucker Mitte der 1990er Jahre auf den Markt gekommen sind, war die Bildqualität berauschend, aber die Haltbarkeit erschütternd. Die damaligen Drucker mit Farbstofftinten mühten sich meist vergeblich. Selbst in der normalen Büroumgebung waren nach einem halben Jahr oft schon deutlich sichtbare Schäden zu erkennen. Und den ersten Verbesserungen der Hersteller machte dann spätestens das Ozon des Kopierers in der Agentur - unter der Pinwand mit den Fotos vom Sommerfest - den Garaus. Kleine unabhängige Hersteller zeigten dann den großen Druckerfirmen mit langzeitstabilen Pigmenttinten wie man es macht. Heute sind Inkjetdrucker mit extrem hohen Haltbarkeitswerten im professionellen Bereich fast selbstverständlich.

Die Tests

Aber wie hoch ist hoch? Kann eine Tinte haltbarer sein, die in einem Test auf 2 Jahre kommt als eine andere, die in einer anderen Untersuchung eine prognostizierte Haltbarkeit von 50 Jahren ergibt? Ja, sie kann. Es kommt eben immer darauf an. Seit vielen Jahren ist eine entsprechende ISO-Norm leider nur in der Diskussion. Bis dahin können wir uns jedoch erfahrenen Instituten wie Wilhelm Research in den USA oder Image Engineering in Frechen bei Köln anvertrauen oder die Tests der Hersteller kritisch hinterfragen. Um bei all den Äpfeln und Birnen nicht den Überblick zu verlieren, ist es wichtig zu wissen, auf welche Anforderungen hin Ausdrucke überhaupt getestet werden.

Die Bedingungen

Das bekannteste Kriterium sind die sogenannten Galeriebedingungen. Hier werden die Tests mit extrem hohen Lichtmengen gefahren. Aus dem Zeitpunkt, ab dem eine signifikante Dichteänderung eintritt, die sich meist - da die einzelnen Farben unterschiedlich altern - zudem in einer deutlichen Farbverschiebung zeigt, errechnet man dann die Dauer, bis zu dem der Print bei täglich zwölf Stunden mit 450 Lux Helligkeit genauso stark ausgebleicht ist. Man simuliert also die gängigen Bedingungen in einer Galerie und prognostiziert daraus die Haltbarkeit. Wobei man stets bedenken muss, dass all diese Prozesse auch stark klimaabhängig sind. Dazu kommen noch andere Gefahren wie Ozon oder ausdünstende Lösungsmittel vom Teppichboden oder dem neuen Sofa. Sämtliche Zahlenwerte müssen daher immer nur eine Prognose bleiben.

Wie lange hält was?

Quelle: LASERLINE

Dann unterscheidet man noch, ob die Drucke ungeschützt, hinter Glas oder Plexiglas mit UV-Schutz präsentiert werden. Die von LASERLINE verwendeten Drucker kommen unter diesen Bedingungen beispielsweise auf 35, 83 und 115 Jahre. Für Pigmentdrucke auf Leinwand hinter Glas gibt es sogar unabhängige Tests, die von über 250 Jahren Haltbarkeit sprechen. Das klingt viel, schrumpft aber deutlich zusammen, wenn man die Anforderungen hochschraubt. In Schaufenstern gehen wir von Lichtintensitäten von 6000 Lux aus. Das allein reduziert die Galeriewerte um den Faktor 13. Noch härter sind die Bedingungen im Außeneinsatz, wofür es spezialisierte Institute für Materialbewitterungen gibt. Während wir unsere Großflächenplakate bewusst defensiv mit einer Haltbarkeit von drei Monaten bei Wind und Wetter angeben, spricht HP diesbezüglich von einem Jahr. Das klingt wenig, trotzdem könnte das Material hinter Acrylglas die obigen 115 Jahre noch deutlich übertreffen.

Die Technik der Drucker

Quelle: LASERLINE

So unterschiedlich wie die Haltbarkeitsanforderungen sind auch die eingesetzten Drucksysteme von Roland, HP und Canon. Inkjet-Pigmentdrucker mit acht und mehr Tinten erzielen in Innenräumen herausragende Haltbarkeitswerte und glänzen gleichzeitig durch feinste Tonwertabstufungen und große Farbräume. Für härteste Außeneinsätze haben sich EcoSolvent-Tinten bewährt, die mit geringen Mengen an Lösungsmitteln auskommen. Doch da unsere und Ihre Kunden feine Nasen haben, geht der Trend seit kurzem auch da eher in Richtung der Drucker, die mit geruchsneutralen und lösungsmittelfreien Latex-Tinten arbeiten. Nur ein L-Banner, das nicht stinkt, ist auch ein erfolgreiches Banner. Bei LASERLINE ist ein ganzer Druckerpark im Einsatz. Natürlich auch wegen der Vielzahl der Aufträge, aber nicht zuletzt um Ihnen für jede Ihrer Anwendungen die optimale Materialkombination bieten zu können. Auf dass Sie noch lange an Ihren Prints Freude haben werden. Wo auch immer.

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