Buchrücken richtig gestalten

23.10.2008 09:00:00
Wer selber Buchrücken gestaltet oder sich einfach nur vor einem Bücherregal orientieren will, kennt das Problem. Die Schrift auf dem Rücken läuft mal so, mal anders herum.

Bücher und umfangreiche Broschüren, CD- und DVD-Inlaycards – alle diese Druckprodukte haben eines gemeinsam: der (Buch-) Rücken muss gestaltet werden. Jeder, der schon einmal selbst ein Layout für beispielsweise Bücher Softcover erstellt hat, weiß, dass irgendwann eine Frage auftaucht, die bis heute nicht falsch oder richtig beantwortet werden kann: Soll die Beschriftung des Rückens von unten nach oben oder von oben nach unten erfolgen? Die Diskussion darüber hält seit über fünfzig Jahren an.

Engagierter Newsletter-Leser setzt sich ein

Vor einigen Wochen war in unserem Newsletter zu lesen, welche Bestandteile zu einem Buch gehören und wie diese gestaltet werden. Dazu haben wir eine interessante E-Mail eines aufmerksamen Lesers erhalten, dass die Beschriftung des Buchrückens gar nicht so eindeutig geregelt sei. Nachdem wir uns näher mit dem Thema befasst haben, wurde schnell klar, dass die Diskussion tatsächlich bis heute in verschiedenen Foren und Artikeln aufflackert. Vor allem aber hat uns beeindruckt, wie weite Kreise diese Frage zieht. Denn es geht nicht nur um Buchrücken, auch CD- und DVD-Inlaycards sind nicht einheitlich gestaltet.

Buchrücken: Welche Varianten es gibt

Üblicherweise enthält ein Buchrücken Angaben zu Autor, Titel und Verlag des Werkes. Wo genau und in welcher Leserichtung diese Angaben allerdings platziert werden, das wird in Deutschland sehr unterschiedlich gehandhabt. Unproblematisch scheint die Variante, diesen Text einfach horizontal zu setzen. Streit ruft dagegen die abweichende Handhabung bei vertikaler Ausrichtung hervor. Entweder die Angaben können – bei stehendem Buch – von unten nach oben gelesen werden, dazu muss der Kopf des Lesers vor dem Bücherregal nach links geneigt sein. Oder sie lassen sich von oben nach unten, also mit rechts geneigtem Kopf, entziffern. Möglich ist auch, auf einem Buch mehrere Varianten der Buchrückenbeschriftung kombiniert zu finden.

Die internationale Methode

Als Maßstab für die Argumentation pro und contra für eine der beiden Versionen werden verschiedene Kriterien angeführt. Ein wichtiges Argument ist die Vereinheitlichung auf internationaler Ebene. Aber auch international gibt es keine eindeutige Regel! Während im angelsächsischen Sprachraum die Buchrücken von oben nach unten beschriftet sind, ist die gegenteilige Methode in vielen Ländern Europas wie Frankreich, Spanien, Italien, aber auch Russland etc. verbreitet.

Die pragmatische Variante

Auch wer pragmatisch argumentiert, kann zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Ausgangssituation eins: Die Bücher sind stehend in ein Regal eingeordnet. Da in Deutschland von links nach rechts gelesen wird, ist es nahe liegend, dieses Prinzip auch auf das Lesen von Buchrücken anzuwenden. Das wäre ein Argument für die Methode von unten nach oben, mit nach links geneigtem Kopf, zu lesen. Ausgangssituation zwei: Das Buch liegt mit dem Titel nach oben auf einem Tisch bzw. wird nicht stehend, sondern liegend ins Regal geräumt, wie dies oft bei umfangreichen Bildbänden der Fall ist. Dann ist der Text auf dem Buchrücken besser lesbar, wenn er von oben nach unten verläuft.

Gescheiterte Normierungsversuche

Erstaunlich, dass sich im Land, in dem der Buchdruck erfunden wurde, in all den Jahrhunderten keine einheitliche Norm durchgesetzt hat. Dabei hat es durchaus Initiativen gegeben. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) befasste sich bereits 1959 mit dem Thema. Ergebnis: Die Empfehlung, kein bindender Standard, Buchrücken von unten nach oben zu beschriften. 1977 allerdings hat dasselbe Institut wieder eine Empfehlung ausgesprochen, diesmal mit dem gegenteiligen Inhalt, mit dem begründenden Hinweis auf den Standard im angelsächsischen Sprachraum. Tatsächlich hat 1985 das internationale Normungsinstitut ISO die Empfehlung veröffentlicht, die Schrift auf Buchrücken solle von oben nach unten laufen.

Ihre Meinung ist gefragt

Haben auch Sie eine Meinung zu diesem Thema? Kennen Sie ein Argument, dass hier noch nicht genannt wurde? Oder können Sie auf Erfahrungen zurückgreifen, die zwingend für die eine oder andere Methode sprechen? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar! Senden Sie uns einfach eine rketing@laser-line.de, diskutieren Sie in unserem Forum oder schicken Sie uns ein Fax. Unter allen Aktiven verlosen wir drei Bücher „Kreativ – und jetzt?“ von Charlotte Stanek.

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