Lässt sich Kreativität messen?

04.04.2013
Der „Creative Quotient“ wird viel diskutiert. Aber ist es sinnvoll, Kreativität zu beziffern?

Den Begriff IQ kennt jeder: In Tests lässt sich der Intelligenzquotient von Menschen auf eine Zahl hin bestimmen. Aber gibt es auch einen Kreativitätsquotienten? Und soll er in Zukunft vielleicht sogar bei der Vergabe von Studienplätzen entscheidend sein? Kreative diskutieren diese Frage mit einem eindeutigen Ergebnis.

Woher kommt der Begriff?

 Quelle: Maren Beßler Pixelio.de


Quelle: Maren Beßler
(Pixelio.de) Bruce Nussbaum, Journalist und Buchautor, hat den Begriff Creative Quotient geprägt. Er vertritt die These, dass dieser Index in Zukunft sogar bei der Vergabe von Studienplätzen eine Rolle spielen soll. Schon früher wurden Versuche unternommen, das Kreativitätspotential von Personen in standardisierten Tests zu überprüfen. Die Probanden bekamen zum Beispiel eine Geschichte vorgelegt und sollten dazu passende Überschriften finden.

Welche Unterschiede bestehen zum IQ?

Mit dem Intelligenzquotienten soll das intellektuelle Leistungsvermögen bewertet werden. Abgefragt werden in entsprechenden Tests verschiedene Bereiche. Anschließend wird ein Vergleich zu einer Referenzgruppe gezogen. Viele Faktoren haben Einwirkung auf die Ermittlung des IQ, unter anderem Alter, Bildungsgrad, berufliche Tätigkeit aber auch die jeweilige Lebenssituation und die Tagesverfassung. Zudem hängt das Ergebnis immer auch vom jeweils eingesetzten Test ab.

Welche Wechselwirkungen gibt es?

 Quelle: Tony Hegewald Pixelio.de


Quelle: Tony Hegewald
(Pixelio.de) In einigen Studien sollte erforscht werden, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kreativität gibt. Hängen IQ und CQ also miteinander zusammen? Das wenig überraschende und sehr schwammige Ergebnis: Kreativität scheint immer mit einem gewissen Maß an Intelligenz einherzugehen, ein hoher Intelligenzquotient ist aber keine Voraussetzung oder gar ein Garant für ein hohes Maß an Kreativität.

Was sagen Kreative dazu?

Für die meisten Kreativen ist der Creative Quotient ein reines Konstrukt. Bruce Nussbaum wird vorgeworfen, die Diskussion vor allem deswegen am Leben zu erhalten, um die Aufmerksamkeit auf seine Buchprojekte zu lenken. Denn Kreativität kann man nicht messen und der Versuch, sie in Zahlen zu pressen, erstickt sie vielmehr im Keim. Kreativität umfasst zudem so viele verschiedene Aspekte, dass sie gar nicht in einem Test abgefragt werden können. Einfallsreichtum, Intention, Phantasie, aber auch die nötige Erfahrung, um Ideen umzusetzen, das alles macht Kreativität aus und das lässt sich nicht in einen CQ fassen.

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