Kursive Auszeichnung in der Typografie

03.04.2014
Warum man das manuelle Schrägstellen vermeiden und wann man die kursive Auszeichnung nutzen sollte.

Die kursive Schriftauszeichnung ist vermeintlich schnell erledigt: Ein Klick auf Schrägstellen in der entsprechenden Software genügt. Professionelle Layouter können sich das jedoch nicht leisten. Denn in der Typografie sind falsche Kursive verpönt, auf die Echtheit kommt es an. Und die findet man im entsprechenden Schriftschnitt.

Auf der falschen Fährte

 Quelle: Linotype


Wer Schriftzeichen per Mausklick kursiv setzt, ist dabei zwar vermeintlich schnell, zeichnet sich aber nicht als Profi aus. Falsche Kursive ändern tatsächlich nur den Winkel, es wird aber auf die gleichen Zeichen zurückgegriffen, wie bei der Standard-Schrift. Das bedeutet: Es gibt Probleme hinsichtlich der Laufweite und auch unschöne Verzerrungen fallen schnell ins Auge. Anhand der gleichmäßigen Schrägstellung und gleichförmigen Abstände aller Zeichen lassen sich falsche Kursive schnell erkennen. Dabei ergibt sich ein unrundes Gesamtbild mit Löchern oder zu engen Abständen zwischen den einzelnen Buchstaben. Noch auffallender ist dieser unerwünschte Effekt, wenn einzelne Buchstaben per Rotation schräggedreht werden.

Echt wahr!

Wer auf kursive Auszeichnungen nicht verzichten möchte, sollte auf die entsprechenden Schriftschnitte zurückgreifen, auch wenn er sie extra kaufen muss. Von den allermeisten Standardschriften existieren entsprechende eigene kursive Varianten, die sich bezahlt machen. Hier wurden die einzelnen Zeichen so ausgerichtet und gestaltet, dass sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Die Laufweite erscheint harmonisch, Verzerrungen kommen nicht vor.

Kursiv oblique?

 Quelle: Wikimedia Commons


Natürlich muss es Noblesse oblige heißen Adel verpflichtet. Oblique ist dagegen die Bezeichnung für die unechten Kursiven. Die englische Vokabel bedeutet schlicht schräg. Echte Kursive bezeichnet man dagegen als italic oder slanted. Italic heißen die echten Kursiven, weil im Mittelalter erstmals ein italienischer Gelehrter schräg geschrieben haben soll. Die kursive Handschrift galt lange Zeit als Schrift der Gelehrten.

Wann verwenden?

Kursive können zur Auszeichnung eines Textes eingesetzt werden. Auch in Romanen kommt die Kursivschrift vor, beispielsweise, um die Gedanken einer handelnden Person zu vermitteln. Außerdem haben die Kursiven in Literaturverzeichnissen ihren Platz. Soll innerhalb einer kursiv gesetzten Textpassage ebenfalls eine Auszeichnung erfolgen, so wird sie wiederum in der Standardschrift gesetzt.

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