Kostenlose Software im Netz

13.03.2008
Programme nicht auf dem Rechner installieren, sondern per Internet-Browser nutzen – wie funktioniert das bei Bildbearbeitung, E-Mail-Programmen oder Textverarbeitung?

Software wird in der Regel gekauft und auf dem Rechner installiert. Es geht jedoch auch anders: Im Internet wird immer mehr Software zur kostenlosen Nutzung direkt im Web angeboten: Bildbearbeitung, E-Mail und Textverarbeitung online nutzen : Funktioniert das?

E-Mail-Programme

SAAP – „Software as a Service“ heißen die Angebote, die das Nutzen von Programmen über das Internet möglich machen. Bekanntestes Beispiel sind E-Mail-Dienste. Wer Microsoft Outlook nutzt, kennt vielleicht auch den Outlook Web Access, mit dem die Nachrichten über das Netz von jedem Ort aus abgefragt, weitergeleitet oder beantwortet werden können. Als Outlook-Ersatz dienen auch Googlemail oder Windows Live Hotmail von Microsoft. Googlemail bietet Speicherplatz, der ständig erweitert wird und kann auch mit dem Handy bedient werden. Windows Live stellt zusätzlich eine Adressverwaltung und einen Kalender zu Verfügung, wie man es von Outlook kennt. Der große Unterschied zu Outlook oder Safari liegt darin, dass alle Aktionen auf dem Server des Anbieters ablaufen und nichts auf den Rechner geladen wird. Anders als die fest installierten Programme stellen die Web-Dienste auch schier unendlichen Speicherplatz zur Verfügung, so dass Mails nicht mehr gelöscht werden müssen.

Textverarbeitung und Tabellenkalkulation

Wer sich nicht die Programme Microsoft Word und Excel kaufen möchte, findet im Web ebenfalls Ersatz. Text und Tabellen heißt schlicht ein Angebot, das von Google bereitgestellt wird. Es ist ganz ähnlich aufgebaut wie andere weit verbreitete Programme, sodass die Bedienung leicht fällt. Vorteile: Mehrere Personen können sich ein Dokument teilen, und bereits bestehende Dateien können hochgeladen und bearbeitet werden. Eine Alternative ist Ajax Write das jedoch nur mit einem Firefox-Browser läuft und auch nur auf Englisch verfügbar ist. Hier ist die Ähnlichkeit mit Microsoft Word noch größer.

Bildbearbeitung

Komplexe Bildbearbeitung im Internet auszuführen ist derzeit noch nicht möglich. Adobe hat jedoch bereits einen eigenen „SAAP“-Dienst angekündigt: Photoshop Express soll die Möglichkeit bieten, beispielsweise Reparaturpinsel, Farbsättigung oder Weißabgleich im Internet anzuwenden. Spezialeffekte und eine automatische Tonwertkorrektur bietet auch Picnik Anwender können mit dem Dienst darüber hinaus Bilder mit Schriftzügen versehen. Picnik spricht deutsch.

Umfangreiche Programmpakete

Mehrere Programme, u.a. zum Verwalten von Dokumenten im Internet, bündelt zum Beispiel Thinkfree Office Das derzeit nur englischsprachige Bundle soll eine kostenlose Office-Alternative im Netz werden. Aviary bietet Dienste für Kreative an, die stark an Adobes Creative Suite erinnern. Alle Anwendungen tragen die Namen von Vögeln: Phoenix für die Bildbearbeitung, Raven für Vektoranwendungen, Penguin für die Textverarbeitung, Pigeon für die Malsoftware, Horus für den Fonteditior und Toucan für Farbveränderungen. Insgesamt sind 18 Dienste geplant. Daten sollen sich zwischen den einzelnen Anwendungen austauschen lassen. Interessenten müssen zunächst ihre E-Mail-Adresse angeben, dann erhalten sie nach einiger Zeit eine Einladung, mit der ein Zugang erstellt werden kann. Die Suite läuft derzeit jedoch erst als Beta-Version. Weitere Entwicklungsschritte werden daher sehnsüchtig erwartet.

Die Vor- und Nachteile

Die vorgestellten Dienste laufen alle kostenlos. Das ist einer der wesentlichen Pluspunkte im Vergleich zu den teilweise sehr teuren Software-Applikationen. Auch die ständige Verfügbarkeit, unabhängig von Ort und genutztem Computer, schlägt positiv zu Buche. Kritisch gesehen wird nach wie vor die Datensicherheit – vor allem, wenn die Daten per Wireless LAN ins Internet übertragen werden. Es besteht die Gefahr, dass sensible Dokumente oder kreative Ideen abgefangen werden. Ähnlich sicher wie Daten, die nur lokal auf der Festplatte liegen, werden Webdienste so schnell nicht sein. Die Nutzung solcher Dienste ist also vor allem dann empfehlenswert, wenn Zugriff auf wenig sensible Dokumente von verschiedenen Orten aus gewünscht ist, und wenn allgemein eher selten Dokumente erstellt werden.

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