Kollektive Kreativität

21.06.2005
Ausstellung bis 17. Juli 2005 in der Kunsthalle Fridericianum, Kassel, über kollektive Praxis und Gruppendynamik ...

Am 1. Mai 2005 eröffnete in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel die Ausstellung "Kollektive Kreativität". Bis zum 17. Juli werden die Arbeiten von mehr als 40 internationalen Künstlergruppen hauptsächlich aus Osteuropa, Lateinamerika und den USA präsentiert, die nicht nur einen gemeinsamen Kunst- und Produktionsbegriff, sondern auch gemeinsame Lebensweisen und politische Ansichten teilen.

Paradox Künstlergruppe

Das Phänomen der Künstlergruppe ist sowohl paradox als auch dynamisch. Einerseits bedeutet es die Negierung der romantischen Idee vom einzelnen Genie. Andererseits ist aber die Künstlergruppe nicht einfach nur die Summe der aus ihr bestehenden Teile, sondern erhält ihren Charakter durch die kreativen Möglichkeiten verschiedener Interaktionen und Synergien. Zahlreiche Künstlergruppen und Kollektive, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Bereich der Bildenden Kunst arbeiteten, hinterfragten das eigentliche Wesen künstlerischer Produktion, negierten es oder verschoben es hin zu anderen Bereichen wie Architektur, Design, Theater, Wissenschaft oder Alltagsleben.

Ausstellung Kollektive Kreativität

Die in Kassel noch bis 17. Juli stattfindende Ausstellung "Kollektive Kreativität" beschäftigt sich mit verschiedenen Formen kollektiver künstlerischer Kreativität. Die Künstler haben Programme, Lebensweisen, Methodiken oder politische Standpunkte gemein, die sie vereinen. Obwohl die Arbeit von Kollektiven in vielerlei Hinsicht durch bestimmte historische, existentielle, intellektuelle oder politische Kontexte bestimmt ist, fokussiert die Ausstellung spezifische Arten sozialer Spannungen, die als gemeinsame Achse dienen, um die herum verschiedene Gruppenaktivitäten organisiert werden. Hierzu untersucht die Ausstellung Verfahrensweisen, Standpunkte, Effekte, Strategien und soziale Möglichkeiten und versucht, verschiedene Formen von Kollektivität zu umreißen. Im Fokus stehen emanzipatorische Aspekte kollektiver Arbeit.

Veranstaltungsort und Programm

Die Ausstellung findet in der Kasseler Kunsthalle Fridericianum, Friedrichsplatz 18 in 34117 Kassel statt. Gemeinsame Veranstalter sind die Kunsthalle Fridericianum, Kassel, und das Siemens Arts Program, München. Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 4 EUR (ermäßigt 2,50 EUR). Jeweils Mittwoch um 17.00 Uhr findet ein sogenanntes Jour Fixe-Programm parallel zur Ausstellung statt, in dem Vorträge, Filmvorführungen, Aktionen und Diskussionsrunden auf die laufende Ausstellung beziehen und deren Spannbreite erweitern. So führt Gertrude Betz in das Thema am 29. Juni "En Detail" ein. Am 6. Juli findet ein Künstlergespräch mit Sabine Hänsgen von der Gruppe "Kollektive Aktionen" statt, während am 13. Juli Roberto Ohrt über den "Anteil des Fiktiven im kollektiven Projekt der Situationisten" referiert.

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