Kleines Lexikon der Zeichen

21.03.2013
Welche Fachbegriffe klassifizieren in der Typografie Buchstaben und Wörter?

Typografen nutzen ihr eigenes Vokabular und nicht immer ist klar, was sie damit meinen. Diese mal mehr, mal weniger offiziellen Fachbegriffe ziehen sich durch das gesamte Spektrum der Typografie. Aber was ist mit „Oberlänge“ gemeint, wie erklären sich Bezeichnungen wie „Punze“ oder „Dickte“ und was ist das „Fleisch“?

Längen und Höhen

 Quelle: Brian Ammon/ Wikipedia Commons/ CC-BY-SA 3.0


Quelle: Brian Ammon/
Wikipedia Commons/
CC-BY-SA 3.0 Unterschieden wird in der Typografie zwischen Oberlänge, Mittellänge und Unterlänge. Im Prinzip ist das selbsterklärend: Der obere Teil eines Buchstabens wird als Oberlänge bezeichnet, der Mittelteil als Mittellänge und der untere Teil als Unterlänge. Untere Abgrenzung ist dabei die p-Linie, die Mittellängen reichen bis zur x-Linie. Die Höhe einer Versalie, auch Majuskel genannt, wird als Versalhöhe bezeichnet. Sie gilt als wichtige Maßeinheit und reicht bis zur H-Linie.

Rund um die Buchstaben

 Quelle: JoBo Pixelio.de


Die Breite von Schriftzeichen wird als „Dickte“ bezeichnet. Eingeschlossen sind Vor- und Nachbreite. „Fleisch“ ist der Name für den freien Raum um ein Schriftzeichen herum. Der Abschluss eines Strichs, der nach unten gezogen wurde, heißt „Abstrich“, ein Ansatz ohne Serife „Anstrich“. Die Rundung eines Buchstabens nennt man „Bogen“. Der Innenraum eines Buchstabens, beispielsweise im „O“, heißt „Punze“. Serifen sind Endstriche von Buchstaben oder Sonderzeichen sowie Abschlussstriche an Balken. Man nennt sie umgangssprachlich „Füßchen“.

Klein und groß

Minuskeln, auch Gemeine genannt, sind die Kleinbuchstaben. Der Begriff rührt vom lateinischen Wort „minusculus“ für „eher klein“ her. Dementsprechend sind die Majuskeln die Großbuchstaben; „maiusculus“ bedeutet im Lateinischen „etwas größer“. Majuskeln werden auch als „Versalien“ bezeichnet.

Spezielle Zeichen, spezielle Begriffe

 Quelle: Jörg Upahl Pixelio.de


Manche Sonderzeichen bringen ganz eigene Namen mit. So werden geschweifte Klammern als „Akkoladen“ bezeichnet. Die „liegende Schlange“, das Zeichen „~“, heißt „Tilde“. Umgangssprachlich nennt man das „@“-Zeichen „Klammeraffe“ und für das Doppelkreuz „#“ gibt es gleich mehrere Alternativen, z.B. „Schweinegatter“ oder „Gartenzaun“. Schrägstriche bezeichnet man auch als „Virgel“. Bei den An-und Abführungszeichen nennt man die Standard-Zeichen oft „Gänsefüßchen“, während die „»“-Zeichen „Möwchen“ heißen.

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